Leser zu Industrieprojekt Wil-West
«Wir müssen aufhören, die letzten Ackerflächen zuzubauen»

Das geplante Industriegebiet Wil-West im Thurgau sorgt für Zündstoff: Befürworter freuen sich auf 3000 Jobs, Gegner wie Kantonsrat Josef Gemperle kämpfen für fruchtbares Kulturland. Nicht alle Leser sind auf seiner Seite.
Kommentieren
1/7
Bauer Josef Gemperle will das Kulturland in Wil-West erhalten und bekämpft das geplante Industrieareal.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Thurgauer stimmen am 8. März über 33 Hektar Industriegebiet ab
  • Projekt Wil-West beansprucht 30 Fussballfelder Kulturland, schafft 3000 Jobs
  • 23,2 Hektar Ackerfläche betroffen, Abstimmung entscheidet über Zukunft
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Eva_Kunz_Senior Community Editorin_Ringier_3-Bearbeitet.jpg
Eva KunzSenior Community Editorin

Fruchtbarer Boden oder 3000 neue Arbeitsplätze – was wiegt für das Thurgauer Stimmvolk am 8. März schwerer? Diese Frage treibt den Thurgauer Landwirt und Kantonsrat Josef Gemperle besonders um. Er bekämpft das geplante Industriegebiet Wil-West bei Wil, das Tausende Jobs schaffen, aber auch 23,2 Hektar Kulturland – rund 30 Fussballfelder – beanspruchen würde. Insgesamt würden gar 33 Hektar Land, also 50 Fussballfelder, beansprucht.

Für Gemperle ist das ein unwiederbringlicher Verlust fruchtbarer Böden, während Befürworter im Projekt eine wirtschaftliche Chance für die Region sehen. Den Unterstützern wirft er «Goldgräberstimmung» vor: Profitieren würden vor allem Investoren, zumal der Kanton Thurgau das Land an Private verkaufen will. Bereits ein erster Anlauf scheiterte an der Urne – nun entscheidet das Volk erneut.

«Wir haben doch schon einmal Nein gesagt»

Auch bei unseren Leserinnen und Lesern sorg das Thema für zünftig Diskussionsstoff.

Leser Herbert Kessler gibt etwa zu bedenken, dass ja schon mal darüber abgestimmt wurde. «Wir haben doch schon einmal Nein gesagt», schreibt er. «Ich habe auch jetzt wieder ein Nein auf dem Stimmzettel.» Zum Nein-Lager gehört auch Peter Münger. Peter Münger: «Josef Gemperle hat völlig recht. Wir müssen endlich aufhören, auch noch unsere letzten Ackerflächen zuzupflastern.» Er plädiert dafür, dass Landwirtschaftsfläche besser geschützt wird und zuerst Brachen bebaut werden. Ein Argument, das auch andere Kommentatorinnen und Kommentatoren anführen. 

Johann Schwartz hebt in seinem Kommentar die Schweizer Landwirtschaft und deren Zukunft hervor. «Ackerfläche ist der Grundpfeiler der Selbstversorgung. Die Schweiz hat jetzt schon viel zu viel wertvolle Ackerfläche verbaut. Wir sollten Sorge tragen zu den Flächen, die wir noch haben. Oder importieren wir in Zukunft 100 Prozent unserer Nahrungsmittel?»

«Bauland muss her, um unseren Wohlstand zu sichern»

180 Grad in die andere Richtung zielt die Meinung des Lesers Stefan Kern. Er schreibt: «Bauland muss her, um zu wachsen und unseren Wohlstand zu sichern.» Dass das geplante Industrieprojekt Wil-West wirtschaftliche Vorteile hat, findet auch Mario Zipperle: «Der regionale Arbeitsmarkt Wil-West schafft neue Arbeitsplätze genau dort, wo heute viele Menschen wegpendeln müssen.»

Das stärke die regionale Wertschöpfung, erhöhe die Steuereinnahmen vor Ort und reduziere Verkehrsaufkommen auf Autobahnen und Strassen. Zipperle sieht darin also einen Gewinn für Arbeitnehmende, Unternehmen und die gesamte Region.

In der Kommentarspalte senden viele der Befürworter von Wil-West der Landwirtschaft einen deutlichen Fingerzeig. Angeführt werden die vom Staat finanzierten Direktzahlungen als Finanzstütze für Landwirte. «Nichts Neues von den Bauern ... jammern und jammern», schreibt etwa Roman Saurer, «Subventionen beziehen und selbst Wirtschaftswachstum bremsen.»

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen