Darum gehts
- Stadt Zürich plant 450 Meter lange hundefreie Strecke entlang der Sihl
- Bereits 350 Protestunterzeichner, 20 Demonstranten und 190 Einsprachen registriert
- Umfrage: 46 Prozent der 6700 Befragten befürworten hundefreie Zonen, 38 Prozent dagegen
Nicht selten sieht man entlang der Sihl Hundehalter, die mit ihren treuen Vierbeinern spazieren. Doch wenn es nach der Stadt Zürich geht, gehört dieser Anblick schon bald der Vergangenheit an. Die Stadt plant, am Sihlufer eine 450 Meter lange hundefreie Strecke einzuführen. Zum Unmut vieler Tierhalter soll diese mitten in einer beliebten Hundezone liegen.
Die Zürcher Hundefreunde geben sich jedoch nicht einfach so geschlagen, ganz vorn weg SVP-Gemeinderat Johann Widmer (68). Bereits 350 Personen haben sich auf der Protestseite des Politikers eingetragen. Zudem gab es eine 20-köpfige Demonstration und 190 Einsprachen bei der Stadtverwaltung. «Wenn ihr diese Fläche anfasst, gibt es Krieg. Den bekommt die Stadt jetzt», sagt Widmer den Kampf an. Auch in unserer Community geraten die beiden Seiten aneinander.
Die Lesermehrheit befürwortet hundefreie Zonen
Gemäss einer Leserumfrage mit über 6700 Teilnehmern unterstützen ganze 46 Prozent das Vorhaben der Stadt Zürich. Laut ihnen braucht es hundefreie Bereiche im öffentlichen Raum.
17 Prozent finden solche Zonen nur an ausgewählten und klar begründeten Orten in Ordnung. Die verbliebenen 38 Prozent sind gegen das Hundeverbot. Sie legen es als unnötige Einschränkung aus. Auch in der Kommentarspalte macht sich eine Kläfferdebatte breit.
«Hundefreie Zonen sind schon längst ein Muss!»
Eine grosse Lesergruppe spricht sich auch in den Kommentaren für das Vorhaben der Stadt Zürich aus. Für Rene Fassbind ist klar: «Es gibt zu viele Hunde in der Stadt, die meistens rücksichtlos und nicht korrekt gehalten werden. Hundefreie Zonen sind deswegen schon längst ein Muss!» Auch Ueli Gerber freut sich: «Schön, endlich ein Ort frei von Gestank und Gekläffe!»
Thomas Killer kommentiert: «Hunde gehören sowieso nicht in Städte und Wohnungen, ausser, es sind Begleithunde für Blinde. Kläffer in Wohnungen, das ist Tierquälerei!» Tanja Klein argumentiert ebenso: «Diese Tiere brauchen Auslauf und Natur. Aber dafür ist die Stadt der falsche Ort.»
Auch Angelo Bruhin positioniert sich klar: «Eure Haustiere sind nicht das Problem der Allgemeinheit! Die Mehrheit der Bevölkerung hat Vorrang.»
«Immer nur Verbote einführen, das geht einfach nicht!»
Doch die Hundehalter melden sich auch hier zu Wort. Alexandra Zimmermann lobt die Bemühungen gegen das Verbot: «Bravo für die Hundehalter. Immer nur Verbote einführen, das geht einfach nicht!» Auch Marco Lancer rügt: «Verbote, Verbote und nochmals Verbote. Wer Angst vor Hunden hat, sollte vielleicht einfach keine Hundezonen aufsuchen.»
Arnold Sommerhalder merkt an: «Das Tierschutzgesetz schreibt Freilauf vor. Die Tiere brauchen Bewegungsfreiheit, also hört endlich mit diesen Ausgrenzungen auf!» Verena Frei fühlt sich schlicht im Stich gelassen: «Wir Hundebesitzer zahlen eine Hundesteuer von jährlich 150 Franken. Langsam frage ich mich, wofür eigentlich? Für die Kotsäckli?»
Auch Martin Ludwig Nef hat genug: «Die Bevormundungs- und Verbotspolitik der Stadt Zürich macht nicht mal vor dem besten Freund des Menschen halt. Gehts noch?!»