Leser zu Herdenschutzhunden
«Muss erst jemand sterben, bevor etwas unternommen wird?»

Linus Fry berichtet Blick von einer gefährlichen Begegnung mit Herdenschutzhunden. Die Tiere griffen seine Hündin Mia an, woraufhin er sie mit Gewalt verteidigte. In einem ähnlichen Fall wurden zwei Wanderer verletzt. Unsere Community ist gespalten.
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Linus Fry (71) und seine Hündin Mia (4) wurden von vier Herdenschutzhunden angegriffen.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Wanderer und sein Hund wurden von Herdenschutzhunden in Graubünden attackiert
  • Knapp 3000 Personen nahmen an der Umfrage zu Hirtenhund-Angriffen teil
  • 49 Prozent der Umfrageteilnehmer machen Hirten für solche Vorfälle verantwortlich
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Alessandro KälinRedaktor Community

Gleich mehrere Wanderer mussten auf die harte Tour lernen, dass Herdenschutzhunde nicht nur bellen, sondern im Ernstfall auch beissen. Am Montagnachmittag wurden zwei Wanderer von Hirtenhunden im Val Sumvitg GR angegriffen. Der Vorfall endete mit einem Helikopterflug ins Spital. Nun berichtet Linus Fry (71) von einem ähnlichen Vorfall

Auf einer Wanderung mit seiner Labradorhündin Mia (4) traf der Bündner ebenfalls auf eine Schafherde mit mehreren Herdenhunden. Die Tiere haben gemäss seiner Erzählung zunächst nur geknurrt und laut gebellt. Doch auf dem Rückweg wird seine Mia von den Hunden angegriffen. Er schreitet sofort ein und verteidigt Mia mit Steinen und Tritten. Die Hunde ziehen sich zurück, Mia übersteht den Vorfall unverletzt. Doch ihr Besitzer sieht die Herdenschutzhunde nun als grosse Bedrohung. Der Vorfall löst eine hitzige Diskussion in unserer Leserschaft aus. 

Die Community sieht vermehrt Hirten in der Schuld

Eine Leserumfrage mit knapp 3000 Teilnehmern zeigt, dass eine Mehrheit von 49 Prozent die Besitzer der Hirtenhunde für solche Vorfälle verantwortlich macht. Laut ihnen sind die Hirten dafür zuständig, dass Passanten sicher an der Herde vorbeigehen können. 

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Dementgegen weisen 32 Prozent den Wanderern die Schuld zu. Spaziergänger müssten über Verhaltensregeln informiert sein und Herden weiträumig umgehen. Die verbliebenen 19 Prozent treffen sich in der Mitte. In ihren Augen tragen beide Seiten eine gewisse Verantwortung. In den Kommentaren ist die Leserschaft ebenfalls gespalten. Sie teilen eigene Erlebnisse.

«Der Besitzer der Herdenschutzhunde sollte bestraft werden»

Einige Leserinnen und Leser berichten ebenfalls von gefährlichen Situationen mit Herdenhunden. Christoph Jeitziner erinnert sich an eine Wanderung: «Obwohl wir uns ausserhalb des eingezäunten Raumes aufgehalten haben und den nötigen Abstand einhielten, sind drei Schutzhunde von weitem wie Furien auf uns zugerannt. Die Hunde waren extrem aggressiv.» Enno Stieglitz beschreibt Ähnliches aus dem Binntal im Wallis: «Wir zogen uns langsam zurück, aber die Hunde beruhigten sich eine halbe Stunde lang nicht. Haben die Wanderung dann abgebrochen.»

Für Chris Schefer ist klar: «Da fehlt es scheinbar an der Erziehung der Herdenhunde. Diese sollten klar zwischen Freund und Feind unterscheiden können. Muss erst jemand sterben, bevor etwas unternommen wird?» Martin Felber fordert: «Der Besitzer der Herdenschutzhunde sollte bestraft werden. Hätte er die Tiere im Griff gehabt, wäre es gar nicht so weit gekommen.»

«Die Hirtenhunde machen nur ihren Job»

Andere Kommentierende haben bisher nur positive Erfahrungen gemacht. So etwa Christoph Elaphos: «Mir haben Herdenschutzhunde noch nie etwas angetan. Bei solchen, die mich angeknurrt haben, habe ich stets ruhig reagiert. Mit meinen Hunden laufe ich nicht an Schafherden vorbei.» Auch Florence Burri schildert eine Begegnung: «Ich bin mit meinem Hund einfach respektvoll umgekehrt. Die Tiere sind nicht mal aufgestanden. Fakt ist, die Hirtenhunde machen nur ihren Job. Wer Warnschilder liest und sich an diese hält, dem passiert auch nichts.»

Auch Jakob Nef verteidigt die Herdenschutzhunde: «Die Tiere sind zum Schutz der Herde da, nicht zur Zierde.» Heiri Meier hebt hervor: «Wenn man mit einem Hund wandern geht, wird dieser im Schutzbereich der Herde logischerweise als Bedrohung wahrgenommen und attackiert. Das ist ihre Aufgabe.» Holger Chowanetz ist überzeugt: «Der Erfahrung nach liegt das Problem eher bei den Wanderern, die sich in solchen Situationen falsch verhalten.»

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