Darum gehts
- Bundesrat plant freiwilligen Dienst ehemaliger Soldaten zur Lösung von Personalproblemen
- Gegner kritisieren Einsatz älterer Generationen und fordern mehr Verantwortung von Jungen
- Trotzdem unterstützen einige Leser den freiwilligen Einsatz erfahrener Fachkräfte
Ehemalige Soldaten sollen die Schweizer Armee retten. Bundesrat und Parlament haben einen neuen Ansatz, um die Personalprobleme unseres Militärs zu lösen. Wer die Armeelaufbahn abgeschlossen hat, soll künftig auf freiwilliger Basis weiterhin Dienst leisten können.
Laut Verteidigungsminister Martin Pfister (62, Mitte) erarbeitet der Bundesrat bereits eine Vorlage. Mann wolle motivierten Ehemaligen ermöglichen, ihre erworbenen Fertigkeiten und Expertisen weiter für die Schweiz einzusetzen. Das Vorhaben sorgt unter unseren Leserinnen und Lesern für reichlich Gesprächsstoff. Dabei nehmen nicht alle den Vorschlag ernst.
«Es braucht im VBS Macher und keine Flicker!»
Ein Grossteil der Leserschaft hat nur harsche Worte für den Bund übrig. Tina Baumann ist eine von ihnen: «Und wieder sind es die Bürger, in diesem Fall die Männer, die für das Versagen in Bern geradestehen sollen.» Bruno Gasser beanstandet: «Martin Pfister ist noch nicht lange Verteidigungsminister. Ich habe aber schon längst genug von seinen überrissenen Forderungen für die Armee.»
Richard Fischer schliesst sich an: «Das hängt nur an den endlosen Flickenteppich der Armee an, und stärkt unsere Abwehrbereitschaft überhaupt nicht.
Es braucht im VBS Macher und keine Flicker!» Leserinnen und Leser wie Alfred Rohrbasser machen sich gar über das Vorhaben lustig: «Das Evaluationsverfahren für die Tarnfarben-Rollatoren ist sicher schon voll im Gange.»
«Heute kann man wohl nur noch auf die Alten zählen.»
Viele der Gegner wollen die jüngeren Generationen zur Verantwortung ziehen. So etwa Heinz Rolli: «Nur weil die Jungen nicht von Mutti wegwollen und nicht in einem Massenschlag schlafen möchten, soll ich wieder in den Militärdienst einrücken? Sicher nicht!» Auch Michael Schürmann kritisiert: «Es gäbe genug Junge. Nur reicht es heutzutage, wenn man bei der Rekrutierung zweimal hustet. Schon ist man untauglich.»
Hansulrich Dubler ist ähnlicher Ansicht: «Heute kann man wohl nur noch auf die Alten zählen. Die Jungen wollen Feiern und Spass haben, aber ja nichts für das Land tun.» René Hänni fügt an: «Die Alten haben ihren Dienst am Land geleistet! Was ist mit den Jungen?» Für Justin Lanz ist klar: «Wir müssen Kinder wieder begeistern und ihnen den Militärdienst schmackhaft machen. Nur so können wir eine schlagkräftige Armee aufbauen.»
«Ich zeige der Generation Z gerne, wie so ein Panzer funktioniert»
Trotzdem lässt sich eine Gruppe an Kommentierenden finden, die das Vorhaben unterstützt. So fragt Thomas Greder: «Wir haben viele kampferprobte Fachkräfte. Wieso diese nicht wieder einspannen?» Heinz Köhli stimmt zu: «Endlich tut sich freiwillig etwas in diese Richtung. Bin sofort bereit, zu helfen.»
Peter Kern würde sich ebenfalls bereiterklären: «Ich war Schützenpanzerfahrer bei den Panzergrenadieren. Ich zeige der Generation Z gerne, wie so ein Panzer funktioniert.» Michael Herrmann schreibt: «Wäre dabei, wenn ich mit meinen 58 Jahren noch genommen werde.» Auch Mike Schenker «käme sofort, sofern das Entgelt stimmt.»