Darum gehts
- Alliance Swisspass plant Bargeld- und Papierbillett-Abschaffung im ÖV bis 2029
- 2027 kommen in Basel und Zentralschweiz digitale Billettautomaten
- 3800 Leser befragt: 81 Prozent gegen rein digitale Ticketzahlungen
Passagiere des öffentlichen Verkehrs müssen sich wohl bald auf eine gewaltige Umstellung gefasst machen. Das Magazin «K-Tipp» berichtet, dass Bargeld und Papierbillette im ÖV bald Geschichte sein könnten. Laut internen Protokollen des Branchenverbands Alliance Swisspass sollen Ende 2029 Münz, Noten und Papier aus Zügen, Bussen und Trams verschwinden. In Basel und der Zentralschweiz sollen zudem ab 2027 Billettautomaten stehen, die Tickets nur noch digital ausstellen. Auch bei diesen soll keine Barzahlung mehr möglich sein.
Die Alliance Swisspass weist auf Anfrage von Blick alle Pläne zur Abschaffung von Bargeld und physischen Billetten von sich. Mediensprecher Philipp Bosshard versichert, dass das ÖV-Netz auch weiterhin für alle Kunden zugänglich bleiben wird. Auch ohne Smartphone. Trotzdem zeigen sich viele in unserer Community besorgt.
So steht unsere Leserschaft zum Plan der Alliance Swisspass
Gemäss einer Leserumfrage mit über 3800 Teilnehmern sind ganze 81 Prozent klar dagegen, dass Tickets und Zahlungen im ÖV künftig nur noch digital abgewickelt werden. Sie würden solche Massnahmen als unerwünschten Zwang wahrnehmen.
Auf der anderen Seite sind zehn Prozent klar für eine Modernisierung. Laut ihnen ist es Zeit, dass der öffentliche Verkehr bei der Digitalisierung nachzieht. Die verblieben neun Prozent sind für eine Veränderung offen, allerdings nur, wenn diese schrittweise eingeführt wird und genügend digitale Alternativen bereitgestellt werden. Auch in den Kommentaren ist unsere Leserschaft geteilter Meinung.
«So macht man den ÖV nur kaputt»
Viele Leserinnen und Leser halten am analogen Personennahverkehr fest. Archibald Wolf ist einer von ihnen: «Sauerei! Das zwingt die Bargeldzahler ja fast, das Auto zu benutzen.» Mona Kunz kritisiert: «Man will den ÖV fördern, hängt aber die ältere Generation ab! Lasst doch die Leute selbst entscheiden, wie sie ihre Fahrten bezahlen wollen!»
Albert Hudson sieht ebenfalls schwarz: «So macht man den ÖV nur kaputt. Langsam habe ich das Gefühl, dass der ÖV nur noch für den digitalisierten Teil der Bevölkerung gedacht ist.» Für Gerhard Brumann ist klar: «Senioren und Rentner sind im öffentlichen Verkehr offenbar nicht mehr erwünscht!»
Auch Sandro Graf äussert sich besorgt: «Ich bin klar dagegen, dass Bargeldzahlungen abgeschafft werden. Reisen muss allen gleichermassen zugänglich sein.» Nick Heizmann merkt ebenso an: «Bundesbetriebe sollten sowohl bare als auch digitale Bezahlung ertragen können. Man darf die Kunden, die lieber bar bezahlen, nicht ausgrenzen.»
«Das Leben funktioniert auch sehr gut ohne Bargeld»
Andere Leser sind klar für mehr Digitalisierung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Karl Vogelsanger schreibt etwa: «Heutzutage braucht man sowieso fast für alles ein Handy. Das Leben funktioniert auch sehr gut ohne altmodisches Bargeld.» Jo Kern stimmt zu: «Wird langsam Zeit! Ewiggestrige werden in hundert Jahren noch aufs Bargeld bestehen. Die moderne Bevölkerung ist digital.»
Alexander Keller ist überzeugt: «Es ist ihnen wahrscheinlich ein Anliegen, dass nun auch die Letzten ihre Tickets online kaufen. Das schafft man eben nur mit ein wenig Nachdruck.» Auch Hans Gusen vermutet: «Für die wenigen verbliebenen Barzahler muss im öffentlichen Verkehr ein unverhältnismässig grosser Aufwand betrieben werden. Dieser Schritt macht nur Sinn.»
Christoph Sägesser berichtet von sich selbst: «Ich bin über 70 und mache seit Jahren nur noch digitale Zahlungen im ÖV. Ich fände diese Abschaffung sinnvoll.» Hannes Trickel schliesst sich an: «Ich bin selbst schon älter. Langsam sollte wirklich jeder eine Kreditkarte und ein Handy bedienen können.»