Leser zu Brückenreinigung
«Wir müssen Wasser sparen und der Staat macht genau das Gegenteil»

Ein Blick-Leser wird stutzig, als er in Uesslingen-Buch (TG) beobachten kann, wie trotz kantonalem Wasserentnahmeverbot ein Brückengeländer abgespritzt wird. Neben ihm kritisiert auch ein Teil der Leserschaft die Behörden für die Aktion mitten in der Trockenphase.
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Ein Leserreporter stellte genervt fest, dass ein Brückengeländer oberhalb der von der Trockenheit bedrohten Thur mit Wasser gereinigt wird.
Foto: Leserreporter

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Uesslingen-Buch (TG) wird ein Brückengeländer trotz Wassersparaufrufen mit Wasser gereinigt
  • Kanton Thurgau rechtfertigt Reinigung mit Notwendigkeit
  • Leser gespalten: Kritik an Behörden, aber auch Verständnis für Aktion
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Alessandro KälinRedaktor Community

Von Wassersparmassnahmen merkt man in Uesslingen-Buch (TG) aktuell wenig. So berichtet ein Blick-Leser, dass in der Thurgauer Gemeinde trotz aktueller Aufrufe zum Wassersparen und des kantonalen Wasserentnahmeverbots ein Brückengeländer mit Wasser gesäubert wurde. Der kantonale Reinigungseinsatz ist dem Leser äusserst suspekt: «Aus der Thur darf momentan kein Wasser geschöpft werden, aber dann brauchen sie die wertvolle Ressource, um ein Geländer zu putzen.»

Der Kanton Thurgau rechtfertigt den Spontaneinsatz mit der Überschmutzung des Geländers durch Algen und Feinstaub. Reinigungseinsätze führe man aktuell nur dort durch, wo es zwingend notwendig ist. Das Wasser habe die zuständige Behörde zudem selbst mitgeführt. Für viele unserer Leserinnen und Leser gibt die Aktion trotz Erklärung ein schlechtes Bild ab. 

«Die Behörden predigen Wasser und trinken Wein!»

Die Kommentarspalte wird von Kritikern geflutet. Thomas Hasler rügt den Kanton Thurgau: «Absolute Inkonsequenz gegenüber der Bevölkerung. Die Stellungnahme und Argumentation ist zudem ober lächerlich. Wegen Algen und Feinstaub. Im Ernst?» Auch Silvia Huber kritisiert: «Wir müssen Wasser sparen und der Staat macht genau das Gegenteil. Nicht gerade ein gutes Beispiel.» 

Reto Reiser fragt: «Wieso kann man in solchen Zeiten das Geländer nicht mit einem Kübel Wasser putzen? Wenn es Zusatzaufwand bedeutet, spielen die Vorschriften für die öffentliche Hand wohl keine Rolle.» Elisabeth Mccord ist ebenfalls sauer: «Privatpersonen riskieren mancherorts schon eine Busse, wenn sie ihre Blumen wässern. Der Staat reinigt derweil Geländer, die kein Mensch berührt. Frechheit!»

Patrick Möckli fragt: «Warum bitte sollen sich die Bürger an die Sparaufrufe halten, wenn ein Gemeindemitarbeiter mitten im Ort steht und eine Brücke abspritzt?» Marco Rohr kommentiert: «Die Behörden predigen Wasser und trinken Wein!»

«Sparen heisst nicht, dass man gleich gar nichts mehr tun darf»

Für andere Leserinnen und Leser ist die Aktion lediglich ein Tropfen auf den heissen Stein. Daniel Harmann ist einer von ihnen: «Ich sehe das Ganze nicht so problematisch. Schliesslich ist das Wasser ja auch gleich wieder in den Fluss darunter geflossen.» Auch Andy Meier kann die Aufregung nicht nachvollziehen: «Sparen heisst nicht, dass man gleich gar nichts mehr tun darf. Haben wir wirklich keine anderen Sorgen und Probleme mehr?» 

Bernhard Hauswirth hebt hervor: «Die Wassermenge passt nicht zur Empörung. Das Wasser stammte nicht aus der Thur, sondern wurde mitgeführt. Ausserdem geht es um verhältnismässig wenig Wasser. Die relevanten Grössenordnungen liegen anderswo.» Felix Meier bleibt ebenfalls gelassen: «Auch wenn die Aktion gerade jetzt etwas unsensibel war, ist der Verbrauch bei so einer Wasserreinigung kaum nennenswert. Ausserdem kann den Unterhaltsdiensten auch mal ein Lapsus passieren.»

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