Darum gehts
- Die Fifa begnadigt US-Stürmer Folarin Balogun, Rotsperre für WM-Achtelfinal aufgehoben
- Vorwurf: US-Regierung könnte Fifa-Entscheid beeinflusst haben, Fifa dementiert
- Kritik aus Leserkommentaren: «Fussball schafft sich gerade selbst ab»
Die Begnadigung von Folarin Balogun sorgt weiter für Wirbel. Nachdem die Fifa die automatische Rotsperre des US-Stürmers überraschend auf Bewährung ausgesetzt und ihm damit den Einsatz im WM-Achtelfinal gegen Belgien ermöglicht hat, reisst die Kritik nicht ab.
So stehen rund um die überraschende Kehrtwende weiterhin Fragen im Raum: Insbesondere, ob die US-Regierung bei der Fifa interveniert hat. Der Weltverband weist eine Einflussnahme entschieden zurück. Das lassen die Blick-Leserinnen und -Leser nicht auf sich sitzen.
Während die USA den Entscheid als Sieg feiern, fällt das Urteil in der Blick-Community eindeutig aus. In den Kommentaren dominieren Kritik, Unverständnis und Zweifel an der Unabhängigkeit der Fifa.
«Völlig unverständlich und ein Skandal»
«Klare Rote Karte», kommentiert Urs Keller sichtlich empört. Zurückgenommen werden dürfe eine Karte nur, wenn der Spieler verwechselt wurde, meint er. «In diesem Fall aber völlig unverständlich und ein Skandal. So macht sich die Fifa angreifbar und lächerlich.»
Ähnliche Töne schlägt Peter Bucher an. «Wenn die Fifa im gleichen Raum mit Machtpolitik auftritt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach ihrer Glaubwürdigkeit.» Wie unabhängig und fair der Weltverband in solchen Konstellationen tatsächlich sei, müsse er sich nun fragen lassen.
Belgier sollen Amis den Weg nach Hause zeigen
Auch Sonja Flückiger spart nicht mit Kritik: «Die USA beweisen einmal mehr, dass sie das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind – und das skurrilste Beispiel dafür liefert eine annullierte Rote Karte gegen den Top-Torschützen des Teams, die wie durch Zauberei plötzlich verschwunden ist.» Angesichts so viel sportlicher und politischer Magie scheine der Weg zum Weltmeistertitel bereits geebnet. Für den passenden Erfolg werde die Führung im Land dann schon ganz von alleine sorgen.
Das Misstrauen gegenüber der Fifa zieht sich durch alle Kommentare hindurch. Besonders scharf formuliert Matthias Renevey seine Kritik: Für ihn sei die WM mit dem Entscheid endgültig zur Farce geworden – zu einem Hohn auf alle, die Fairplay schätzten. Er kritisiert zudem, dass sich nun auch noch der «grösste» Präsident aller Zeiten in den Weltfussball einmische, und hofft, «dass die Belgier den Amis den Weg nach Hause zeigen».
«Am einfachsten boykottieren Schiris die WM»
«Warum vergibt man eine WM an solche Länder wie die USA?», stellt Andreas Studer seine Frage in den Raum. Seine Haltung ist klar: Er ist der Meinung, dass alle diese WM hätten boykottieren sollen, und ergänzt: «Wenn da nur nicht noch mehr kommt.»
Manche sehen durch den Vorfall gar die Zukunft des Fussballs in Gefahr. «Der Fussball schafft sich gerade selbst ab», schreibt etwa Markus Spirri.
Pascal Blumenthal schlägt letztlich vor: «Am einfachsten boykottieren alle Schiris per sofort die WM. Wenn die Arbeit vom Chef sabotiert wird, braucht man auch nicht mehr zu arbeiten.»



