Auf Druck der US-Regierung?
Fifa begnadigt Ami-Rotsünder Balogun

Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Bosnien ist Folarin Balogun für ein Spiel gesperrt worden – eigentlich, denn die Sanktion wird nun auf Bewährung ausgesetzt. Das wirft Fragen auf.
Kommentieren
1/5
Darf im Achtelfinal gegen Belgien spielen: Folarin Balogun.
Foto: ISI Photos via Getty Images
Gian–Andri_Baumgartner_Online Redaktor_Blick Ringier_3.jpg
Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Eigentlich ist Folarin Balogun nach seiner direkten Roten Karte im Sechzehntelfinal der USA gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) für ein Spiel gesperrt worden. Wenn das Co-Gastgeberland am Dienstag um 2 Uhr Schweizer Zeit in der Runde der letzten 16 auf Belgien trifft, darf der beste US-Torschütze dieser Endrunde trotzdem mittun: Die Fifa spricht die Sanktion nur auf Bewährung aus.

Der Welt-Fussballverband verweist dabei auf Artikel 27 des Fifa-Reglements, der einen solchen Schritt ermöglicht. Von diesem hat an dieser WM auch Cristiano Ronaldo profitiert. Der portugiesische Superstar hätte nach einer Tätlichkeit in einem Quali-Spiel im letzten Herbst drei Partien aussetzen müssen – weil zwei dieser Sperren auf Bewährung verhängt worden sind, durfte er aber schon in Portugals Auftaktspiel gegen die DR Kongo wieder mittun.

Trump freut sich

Das Vorgehen der Fifa wirft dennoch Fragen auf. Unter anderem US-Aussenminister Marco Rubio hat sich in der vergangenen Woche zur Roten Karte geäussert und dabei auch ein Einspruchsverfahren gegen die verhängte Spielsperre gefordert. Und US-Präsident Donald Trump freut sich auf seinem Social-Media-Netzwerk Truth Social über den Entscheid der Fifa: «Danke Fifa, dass ihr das Richtige getan habt und eine grosse Ungerechtigkeit rückgängig gemacht habt!» Das Weisse Haus postet einen Artikel zur Balogun-News auf seinem offiziellen X-Kanal.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Hat die Fifa also auf Druck des Weissen Hauses gehandelt? Gemäss dem freien Journalisten Ben Jacobs hat die US-Regierung zumindest direkt bei Fifa-Präsident Gianni Infantino interveniert, um ein Aussetzen der Sperre gegen Balogun zu erzwingen. Die Fifa streitet jegliche Einflussnahmen von aussen ab. Auch der US-Fussballverband habe keine Beschwerde eingereicht. Balgouns Teamkollegen wussten zuerst nicht richtig, was sie von der Benadigungsmeldung halten sollen. «Wir waren nicht sicher, obs stimmt oder nicht. Mit KI weiss man nie ... Wir haben es dann in den sozialen Medien gesehen», erzählt Verteidiger Chris Richards.

Belgischer Verband ist «erstaunt»

Auch der nächste Gegner der USA hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet: Man sei «erstaunt» über den Entscheid der Fifa, schreibt der belgische Fussballverband in einer Stellungnahme. Er verweist darauf, dass eine Rote Karte gemäss Fifa-Reglement eine automatische Spielsperre nach sich ziehen würde, «wie das bei allen bisherigen Roten Karten während dieser WM der Fall gewesen ist». Aus diesem Grund prüfe man alle möglichen Optionen, um «die fundamentalen Fairplay-Prinzipien in unserem Sport sicherzustellen».

Balogun hat seinen bosnischen Gegenspieler Tarik Muharemovic im Sechzehntelfinal mit offener Sohle oberhalb des Knöchels getroffen. Eine unglückliche Szene zwar, aber nach Reglement klar Rot. Schiedsrichter Raphael Claus sah dies nach Studium der VAR-Bilder ebenfalls so und verwies den bislang dreifachen WM-Torschützen nach rund einer Stunde des Feldes.

Logg dich ein für den XXL-WM-Service!
WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen