Darum gehts
- SP-Nationalrätin Martine Docourt fordert autofreie Sonntage wegen Klimakrise und Ölknappheit
- 70 Prozent der 2'200 Umfrageteilnehmer sind klar gegen die Massnahme
- 15 Prozent befürworten punktuelle autofreie Tage, weitere 15 Prozent sind flächendeckend dafür
Gibt es bald wieder autofreie Sonntage in der Schweiz? SP-Nationalrätin Martine Docourt (46) kehrt im Zuge der aktuellen Lage im Nahen Osten und der Klimakrise zu der Idee zurück, die in der Schweiz bereits während der Erdölknappheit 1973 erprobt wurde. Das Ziel: unsere Anhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Im Detail fordert sie den Bund auf, die Einführung autofreier Tage in den Kantonen gesetzlich zu vereinfachen. Aktuell können solche Fahrverbote nur lokal verhängt werden. Gegnerinnen und Gegner der Idee sehen einen zu geringen Nutzen bei der CO₂-Einsparung und massive Schäden für das Gewerbe und den Tourismus. Unsere Leserinnen und Leser sind sich ebenso uneinig.
Das sagt die Community zu autofreien Tagen
Laut einer Leserumfrage mit über 2200 Teilnehmern sind ganze 70 Prozent klar gegen autofreie Sonntage. Die wirtschaftlichen Folgen und die persönliche Einschränkung geht diesen Leserinnen und Lesern zu weit.
15 Prozent fänden autofreie Sonntage in Ordnung, allerdings nur punktuell und nicht flächendeckend. Weitere 15 Prozent sehen autofreie Tage als notwendigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Auch in den Kommentaren geraten die beiden dominanten Meinungen aneinander.
«Es gibt Menschen, die auf das Auto angewiesen sind!»
Die Mehrheit der Leserinnen und Leser stellt sich gegen den Vorschlag der SP-Nationalrätin. Darunter auch Thomas Moser: «Sicher nicht. Das bringt erstens nichts und zweitens leben wir in einem freien Land. Es hat genug Öl in der Schweiz.»
Ruedi Zimmermann zweifelt ebenfalls am Nutzen autofreier Tage: «Autofreie Sonntage, um Treibstoff zu sparen. Genau dann, wenn am wenigsten Verkehr herrscht, sparen wir am meisten. Finde den Fehler.» Daniel Bucher stimmt zu und ergänzt: «Auch wenn die ganze Schweiz ab morgen nicht mehr Auto fahren würde, ergäbe sich kein messbarer Einfluss auf das weltweite Klima.»
Urs Gisler sieht weitere Nachteile: «Es gibt aber auch noch Leute, die mit dem Auto zur Arbeit müssen. Schichtarbeiter, wenn kein ÖV mehr fährt, zum Beispiel. Aber das interessiert die SP natürlich nicht.» Stefan Blanc bläst ins selbe Horn: «Es gibt Menschen, die beruflich oder auch privat auf das Auto angewiesen sind!»
«Mich würden ein paar autofreie Tage im Jahr nicht stören»
Doch auch die Gegenseite ist in den Kommentaren vertreten. Thomas Schmidig lobt die Idee: «Am besten jedes zweite Wochenende einführen. Der Grossteil des Autoverkehrs am Wochenende ist unnötig.» Auch Erich Staub kommentiert: «Ja, bitte. Das wäre nicht nur gut fürs Portemonnaie, sondern auch für die Umwelt.»
Mathias Kasdorf hebt hervor: «Langsam müsste jedem klar sein, dass Benzin und Diesel sich vorerst weiter verknappen werden. Es ist durchaus vernünftig, sparsam damit umzugehen. Silvia Huber stimmt zu: «Ich erinnere mich gerne an die autofreien Sonntage in den Siebzigern. Keine Abgase, keine Raser, einfach nur herrlich. Viele haben es genossen.»
Auch Yvonne Müller zeigt sich aufgeschlossen: «Hatten wir ja schonmal. Mich würden ein paar autofreie Tage im Jahr nicht stören.»