Lebhafte Debatte um befreite Füsse im ÖV
«Mir egal – solange Füsse nicht nach rezentem Käse riechen»

Ein simpler Akt hat eine virale Diskussion entfacht: Schuhe ausziehen im Flugzeug. Das Thema lässt auch unsere Community nicht kalt. Viele Leser stört es nicht, denn sie tun es selbst. Gegner fragen sich derweil, ob man sich wirklich überall wie zu Hause verhalten muss.
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Eine junge Frau zog im Flugzeug ihre Schuhe aus, um sich zu entspannen. Ihre Sitznachbarin fand das gar nicht lustig.
Foto: Screenshot X / @didem5654

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Junge Frau zog im Flugzeug Schuhe aus, löste Debatte aus
  • 51 % aus Community finden es okay, solange es nicht stinkt
  • Über 9700 Personen nahmen an Umfrage teil
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Eva KunzSenior Community Editorin

Frische Luft und Spielraum für die Füsse. Das hat sich kürzlich eine junge Frau auf ihrer Flugreise gegönnt. Was banal klingt, hat im Netz hohe Wellen geschlagen. Denn ihre Sitznachbarin störte sich daran und beschwerte sich: Noch stinke es nicht, aber der Gestank werde bestimmt noch kommen. Auch nachdem sie die Schuhe wieder angezogen hatte, hörte die Passagierin neben ihr nicht auf zu schimpfen. So postete die junge Frau das Thema auf X, mit der Frage, was ihre Follower darüber denken: Ob ihre Sitznachbarin übertreibe oder ob sie sich tatsächlich respektlos verhalten habe. 

Der Post ging viral und löste eine hitzige Debatte aus. Die einen empfinden nackte Füsse im Flugzeug als unhygienisch oder respektlos, andere sehen darin eine übertriebene Regel- und Anstandsfrage und halten die Aufregung für unnötig.

Community findet es mehrheitlich okay

Also wollten wir auch von euch wissen, was ihr darüber denkt. Unsere Umfrage mit über 9700 Teilnehmenden ergab, dass sich die meisten nicht wirklich daran stören – teilweise jedoch mit Vorbehalt.

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So stört es 51 Prozent der Leserinnen und Leser nicht, solange es nicht stinkt. Für 13 Prozent geht das Ausziehen der Schuhe im ÖV nur dann in Ordnung, wenn die Person sich ein zweites Paar Socken überzieht. Die restlichen 15 Prozent der toleranten Gruppe stört es grundsätzlich überhaupt nicht. Immerhin 22 Prozent aus der Community klickten hingegen auf den Button: «Ich finde das in jedem Fall ein absolutes No-Go!»

«Man kann doch nicht die Füsse einpferchen»

In der Kommentarspalte gibt es derweil viele, die ihre eigenen Verhaltensweisen, insbesondere im Flugzeug, teilen. «Ich ziehe meine Schuhe im Flugzeug immer aus», schreibt Max Schleiffer, «ich wiederhole: immer. Man kann doch nicht auf einem 12-Stunden-Flug die Füsse einpferchen.»

Marco Schneider spricht sich aus gesundheitlichen Gründen fürs Füsse-Auspacken aus – insbesondere bei Fernflügen. Denn durch den Druck in den Kabinen würden die Füsse anschwellen. «Schuhe ausziehen ist da oft hilfreich. Socken sollten aber aus hygienischen Gründen getragen werden.» Andy Schenk sieht es genauso: «Da auf Langstrecke die Füsse anschwellen, ist es für mich immer eine Wohltat, die Schuhe auszuziehen.»

Wie viele andere stört es auch Alessandro Epis nicht, wenn es andere tun. «Solange die Füsse nicht auf einem anderen Sitz abgelegt werden oder nach reifem, rezentem Käse riechen, ist mir dies absolut egal.»

«Wirklich nötig, sich überall wie zu Hause zu fühlen?»

Viele finden zudem, sich über so etwas zu beklagen, sei total übertrieben. «So was von heikel», schreibt Thomas Meier, «Auf einem Langstreckenflug ist das doch kein Problem.» Die Belüftung in Flugzeugen sei normalerweise ausgezeichnet. «Sitznachbarn, die sich darüber ärgern und sich abschätzig äussern, würde ich ignorieren», empfiehlt Kurt Latzer.

Ähnlich sieht es auch Tim Wagner: «Wenn man sich an allem nervt, warum bleibt man dann nicht einfach zu Hause?» – «Wenn bei gewissen Leuten Respekt und Anstand fehlt, muss ich also zu Hause bleiben?», kontert Jürgen Gerber prompt. «Im Zug haben gewisse Leute das Gefühl, zu Hause zu sein und legen ihre nackten Füsse oder ihre Stinksocken auf den benachbarten Sitz oder gar aufs Tischchen.»

Rolf Meyer fragt sich ebenfalls, ob es im ÖV «wirklich nötig ist, sich immer und überall wie zu Hause zu fühlen». Und weitet das Thema auf weitere Situationen aus. «Als Pendler erlebe er im ÖV häufig solche Situationen: Da wird lautstark telefoniert, Musik ohne Kopfhörer gehört, gegessen, sich geschminkt, zusätzlicher Platz beansprucht ... Kann man sich nicht mal für ein oder zwei Stunden zusammenreissen und seine eigenen Bedürfnisse zurückstellen?»

«Solche Sorgen hätte ich gerne …»

Auch Anita Buecher hat sich schon an Mitpassagieren gestört. Schlimmer als befreite Füsse findet sie hingegen Sitznachbarn, bei denen «... hmm – wie sage ich es höflich – das Deo versagt».

Dass über etwas so Triviales debattiert wird, regt wiederum einige auf: «Sind das die einzigen Probleme, die wir gegenwärtig auf unserer Welt haben?», schreibt etwa Urs Ming. Und Thierry Eutone kommentiert: «Solche Sorgen hätte ich gerne …»

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