Debatte um die grosse Wechselfrage
«Ich bin doch keine Wohltätigkeitsorganisation für Krankenkassen!»

Während ein Prämienvergleich zeigt, wie gross die Preisunterschiede sind, debattieren Blick-Leser über den jährlichen Krankenkassenwechsel. Einige finden: Wer nicht wechselt, ist selber schuld. Andere wollen dem «Wechsel-Wahnsinn» ein Ende setzen.
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Bei den Krankenkassen gibt es gewaltige Preisunterschiede. Ein Vergleich kann sich für Versicherte richtig lohnen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Je nach Krankenkasse zahlen Versicherte für die Grundversicherung mehr als doppelt so viel
  • Leser diskutieren, ob sich ein jährlicher Kassenwechsel lohnt
  • Befürworter wollen Prämien sparen, andere fordern längere Wechselintervalle
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Die Krankenkassenprämien steigen 2027 im Schnitt um 5 Prozent. Wer deshalb nach einer günstigeren Kasse sucht, kann je nach Angebot viel Geld sparen. Ein aktueller Vergleich von Moneyland zeigt, wie gross die Unterschiede tatsächlich sind: Für dieselbe Grundversicherung können die Kosten je nach Kasse und Modell um mehrere Tausend Franken pro Jahr auseinanderliegen.

Wie gross das Sparpotenzial ist, wird an einem Beispiel aus Uri deutlich: Beim teuersten untersuchten Angebot kostet die Grundversicherung mit einer Franchise von 2500 Franken monatlich 560.80 Franken – beim günstigsten sind es nur 267.50 Franken. Das macht über 3500 Franken Unterschied im Jahr. Insgesamt hat Moneyland 152 Produkte von 32 Krankenkassen verglichen. Dabei zeigt sich auch: App-Modelle sind im Durchschnitt am günstigsten, gefolgt von HMO-, Misch-, Hausarzt- und Telmed-Modellen.

Umfrage zum Kassenwechsel

Angesichts solcher Preisunterschiede stellt sich für viele die Frage: Lohnt sich ein Wechsel? In der Blick-Community gehen die Meinungen auseinander. In einer Leserumfrage mit über 4000 Teilnehmenden geben 16 Prozent an, ihre Krankenkasse definitiv zu wechseln, um Prämien zu sparen. Weitere 18 Prozent überlegen sich noch, ob sie wechseln sollen. Für 6 Prozent kommt ein Kassenwechsel zwar nicht infrage, sie wollen aber das Versicherungsmodell ändern. 14 Prozent verzichten hingegen voraussichtlich auf einen Wechsel, weil ihnen der Aufwand zu gross ist.

Für Leserin Lisa Steiner ist klar: «Ich wechsle meine Krankenkasse, wenn ich dadurch mehrere Hundert Franken im Jahr sparen kann.» Bei den ständig steigenden Prämien könne sie es sich schlicht nicht leisten, aus Bequemlichkeit bei der teuersten Kasse zu bleiben. «Warum sollte ich mehr bezahlen, wenn ich für weniger Geld dieselbe Leistung bekomme?», fragt sie.

Auch Leser Martin Kromer meint: «Krankenkassen-Treue ist purer Luxus. Für mich ist jetzt Schluss mit dieser Treue – die Kassen sind es auch nicht!» Die Kassen würden ihren Kunden schliesslich auch nichts schenken und treue Versicherte nur selten belohnen. «Ich bin doch keine Wohltätigkeitsorganisation für Krankenkassen! Wer sparen will, muss wechseln», lautet sein Fazit.

«Wechsel-Wahnsinn»: Leser fordern Begrenzung

Doch nicht alle sehen im jährlichen Kassenwechsel die richtige Lösung. «Jährlich grüsst der Wechsel-Wahnsinn!», kommentiert etwa Beat Müller. Gerade ältere Menschen oder Personen, die auf eine Kasse angewiesen seien, die hohe Rechnungen und Medikamente bezahle, würden irgendwann nicht mehr so schnell wechseln. «Ausserdem schlagen die Kassen sowieso alle irgendwann auf», schreibt er. Sein Vorschlag: «Es wäre eher zielführend, diesen Wechsel-Wahnsinn zu stoppen und einen Wechsel nur noch alle fünf Jahre zu ermöglichen.» So liessen sich laut Müller auch der administrative und werbemässige Aufwand reduzieren, der durch die vielen Wechsel entstehe.

Leser Fritz Leuenberger findet einen gesunden Wettbewerb zwischen den Krankenkassen richtig. Dass Versicherte aber jedes Jahr zur vermeintlich günstigsten Kasse wechseln, sieht er kritisch. «Diejenigen, die jährlich die Kasse wechseln, sollten die anfallenden Administrativkosten selbst bezahlen und nicht alle Versicherten belasten», schreibt er. Denn: «Jedes Jahr ist wieder eine andere die günstigste, weil Reserven aufgebaut werden müssen.»

Auch Werner Müller hat genug vom jährlichen Hin und Her: «Jedes Jahr dieselbe Leier: Hunderttausende wechseln, was die Kosten bei der neuen Versicherung hochtreibt, und dasselbe Spiel in zwölf Monaten wieder.» Er macht deshalb einen konkreten Vorschlag: «Die obligatorische Krankenkasse kann nur nach frühestens drei Jahren gewechselt werden.»

Wie siehst du das? Sollte man die Krankenkasse wechseln, wenn sich dadurch Prämien sparen lassen – oder braucht es Grenzen für den jährlichen Wechsel? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

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