Darum gehts
- 2027 steigen die Krankenkassenprämien erneut markant
- 54 Prozent plagen deshalb Geldsorgen, wie eine Umfrage zeigt
- Das Beratungsunternehmen Deloitte spricht von 900’000 Krankenkassenwechselwilligen
Die Schweizerinnen und Schweizer gelten üblicherweise als wechselfaul. Offenbar hat sich das Blatt gewendet, wie eine neue Umfrage zeigt. So dürfte auf die Schweizer Krankenkassen eine Wechselwelle zurollen. Laut einer aktuellen Deloitte-Studie könnten diesen Herbst bis zu 900’000 Grundversicherte ihrer Kasse den Rücken kehren. Der Grund: Die jährlich wiederkehrenden Prämienerhöhungen sollen laut dem Beratungsunternehmen die Bevölkerung preisempfindlicher gemacht haben.
So plagen über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) aufgrund der Erhöhung finanzielle Sorgen. Etwa jeder Vierte (26 Prozent) gibt sogar an, Mühe zu haben, die Prämien überhaupt noch bezahlen zu können.
Die hohe Wechselbereitschaft der Versicherten erhöht auch den Druck auf die Anbieter. Für diese geht es vor allem darum, bestehende Kunden zu halten und Wechselbereite anzuwerben.
Vergleichen lohnt sich
Mehr als 50 Prozent der Versicherten vergleichen laut der Auswertung jährlich ihre Angebote. Überdurchschnittlich oft tun dies 18- bis 29-Jährige sowie Versicherte aus der Westschweiz und dem Tessin. Dort erhöhen sich auch die Prämien überdurchschnittlich stark, wie der grosse Prämienvergleich je Kanton zeigt.
Dass sich der Vergleich der Angebote lohnt, bestätigt auch Marcel Thom, Leiter Versicherungen bei Deloitte Schweiz. «Wer seine Krankenversicherung regelmässig überprüft, hat bessere Chancen, ein Angebot zu finden, das zu den eigenen Bedürfnissen und zum Budget passt.» So ist das Sparpotenzial in diesem Jahr um 44 Franken auf durchschnittlich 702 Franken pro Jahr gestiegen.
Grundlage der Studie ist eine Umfrage von Yougov. Im dritten Quartal 2026 wurden dafür 1236 Personen aus allen drei Sprachregionen der Schweiz befragt.