Darum gehts
- Bauherr fordert wegen Hitze Arbeitsbeginn um 6 Uhr in Städten
- Umfrage: 83 Prozent von 5300 Befragten unterstützen früheren Baustart aus Gesundheitsgründen
- Nur 4 Prozent lehnen ab, Nachtruhe hat für sie Vorrang
Während der brühenden Hitzewelle müssen vor allem die Büezer der Schweiz schmachten. Unsere Bauarbeiter stehen aktuell jeden Tag in der prallen Sonne. In Städten aufgrund der Nachtruheregelungen erst ab 7 Uhr, wenn es so richtig heiss wird. Baumeister Kurt Furrer (53) hat davon genug. Er fordert, dass Bauarbeiten künftig auch in den Städten bereits um 6 Uhr starten dürfen, um die Gesundheit der Arbeiter zu schützen.
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) und die Gewerkschaft Unia legen den Gemeinden ebenfalls flexiblere Werkzeiten für Bauarbeiter näher. In kleineren Städten und ländlichen Gemeinden sind flexible Arbeitszeiten dieser Art bereits möglich. Der Arbeiteraufschrei stösst in unserer Community mehrheitlich auf offene Ohren.
So steht die Community zu flexiblen Arbeitszeiten auf dem Bau
In einer Leserumfrage mit über 5300 Teilnehmern sprechen sich ganze 83 Prozent für die Bauarbeiter aus. Sie sind aus gesundheitlichen Gründen klar für einen verfrühten Arbeitsstart um 6 Uhr. Weitere 13 Prozent können sich ebenfalls mit der Idee anfreunden, allerdings nur während offizieller Hitzewarnungen.
Dementgegen stehen die verbliebenen 4 Prozent. Laut ihnen hat die Nachtruhe der Anwohner klaren Vorrang. Auch in den Kommentaren stellt sich die Mehrheit der Community auf die Seite der schwitzenden Arbeiterschaft.
«Lasst die Büezer früher mit der Arbeit beginnen!»
Barbara Hunziker ist eine von vielen, für die der Fall klar ist: «Lasst die Büezer früher mit der Arbeit beginnen! Da sollte man nicht diskutieren, so was sollte selbstverständlich sein. Die Gesundheit geht vor!» Marianne Honegger stimmt auch als Städterin zu: «Ich bin sofort dafür, dass Bauarbeiter so früh wie möglich anfangen können und den Arbeitsplatz auch frühzeitig verlassen dürfen.»
Kenneth Graf hebt hervor: «Angesichts der häufigen Hitzewellen sollten wir pragmatische Lösungen suchen, statt an starren Vorschriften festzuhalten.» Marcos Garcia kann nur zustimmen: «Wir sollten endlich der Realität ins Auge blicken und unser Arbeitsleben dem Klimawandel anpassen. Weg mit den Bünzli-Arbeitszeiten im Hochsommer!»
Reini Beerli geht sogar noch einen Schritt weiter: «Ich würde Belagsarbeiten schon ab 5 Uhr beginnen, dann um 14 Uhr Feierabend. Nachtschichten wären auch eine Möglichkeit.»
«Ich will nicht um 6 Uhr geweckt werden»
Eine Minderheit hält auch in der Kommentarspalte an den Nachruhevorschriften der Städte fest. Gilles Perdrizat ist einer von ihnen: «Finde ich nicht gut. Stehe zwar selber um halb 7 auf, aber ich will nicht um 6 Uhr von Baulärm geweckt werden. Das wäre richtig störend.» Cécile Bühler kommentiert ebenfalls: «Sicher nicht! Um 6 Uhr ist man noch am Schlafen.»
Simon Meier wünscht sich sogar strengere Vorschriften: «In den grossen Städten bin ich eher für mehr Lärmschutz als weniger. Sonst kann man gar nicht mehr schlafen.» Hans Glück empfiehlt Bauarbeitern währenddessen: «Die sollen Kühlwesten tragen. Sind bequem und wiegen fast nichts.»