Darum gehts
- SRF-«Arena» zur AKW-Debatte abgesagt wegen SP-, Grünen-, GLP-Boykott
- Linke kritisieren Teilnehmerauswahl, Mitte bei AKW-Frage gespalten
- Nationalrat entscheidet nächste Woche über AKW-Neubauverbot
Die Kernkraftwerkdebatte wird neu diskutiert. SVP-Bundesrat Albert Röstis (57) Kampagne gegen das AKW-Neubauverbot hat im Ständerat bereits Anklang gefunden. Nächste Woche entscheidet der Nationalrat. Die geplante SRF-«Arena» zu dem Thema hätte sich für diesen Freitag also perfekt angeboten. Doch daraus wird wohl nichts. Die SP, die Grünen und die GLP lassen diese Ausgabe der Diskussionssendung aus.
Der Grund für die Absage ist, dass das politische Setting dem links-grünen Lager nicht gefiel. Auf der Pro-Seite der Diskussionssendung waren SVP-Nationalrat Mike Egger (33) und Mitte-Ständerat Benedikt Würth (58) vorgesehen. Die Mitte ist zur Atomkraft-Frage jedoch selbst noch gespalten. Laut SP-Nationalrat Jon Pult (41) hätte diese Aufstellung die öffentliche Wahrnehmung verfälscht. Stattdessen wird nun über die bevorstehenden Abstimmungen diskutiert. In unserer Leserschaft löst der Themenwechsel eine hitzige Diskussion aus.
«Ich habe das Gefühl, die Linken haben bei der SRG das Sagen!»
Bei vielen Leserinnen und Lesern hinterlässt die vertagte Diskussion einen bitteren Nachgeschmack. Stefan Studer ist ausser sich: «Dass das linke Lager einen solchen Einfluss auf eine Arena-Sendung nehmen kann, ist ein absoluter Skandal!» Tanja Berger fügt an: «Ich habe langsam das Gefühl, die Linken haben bei der SRG das Sagen! Und wir alle finanzieren das auch noch.» Chris Weber kommentiert ebenso: «Das SRF beugt die Knie vor den linken Parteien!»
Anton Mosimann fragt: «Warum das Thema ändern? Wenn die Gegenseite nicht kommen will, findet die Sendung ganz einfach ohne sie statt. Plötzlich stehen sie ganz schnell auf der Matte.» Auch Robin Hirt ist überzeugt: «Das Thema kann man doch trotzdem durchziehen. Selber schuld, wer die eigene Meinung nicht vertreten will.»
Niskina Müller käme eine solche Sendung nur recht: «Ist doch super, wenn die Truppe nicht dabei ist. Dann kann man endlich mal vernünftig über AKWs diskutieren.» Lars Valentin schreibt: «Ich vermute viel eher, die Linken bleiben fern, weil sie keine Argumente mehr haben.»
«Wenn die Linken nicht teilnehmen, hat das nichts mit linken Medien zu tun»
Die Opposition hält jedoch zum links-grünen Lager. Martin Lutz ist einer von ihnen: «Alle Eingeladenen dürfen selber entscheiden, ob sie mitmachen oder nicht.» Die Aufgabe der Medien sei, die Gäste möglichst ausgewogen auszuwählen, führt er aus. «Wenn die Linken dann sagen, sie wollen nicht teilnehmen, hat das nichts mit linken Medien zu tun.»
Theo Märki fragt zudem: «Warum soll die Mitte bei der AKW-Frage mit einem Befürworter in der Arena vertreten sein, obwohl die Hälfte ihrer Parlamentarier und Wähler gegen neue Kraftwerke sind?» Christoph Zingg argumentiert ebenso: «Wurde je ein SVP-Politiker eingeladen, um einen Standpunkt gegen einen grossen Anteil seiner eigenen Partei zu vertreten? Wohl kaum.»
Für Sarah Keller ist klar: «Ist eine Partei in einer Frage gespalten, lädt man einfach keinen Vertreter in die Sendung ein. Auf so etwas muss man wohl erst mal kommen.» Mark Strasser fügt an: «Nächstes Mal zwei Vertreter von Parteien einladen, die klar für neue AKWs sind, wie die SVP und FDP, und zwei die dagegen sind, etwa SP und Grüne.»