Darum gehts
- Michael Herger, 34, fertigt Holzprodukte in Handarbeit seit fünf Jahren
- Er hat das Drechseln autodidaktisch gelernt und nutzt einheimisches Holz
- Sein Sortiment umfasst Schalen, Zuckerdosen, Schmuck und Feldstecher für Kinder
Aus einem rohen Holzstamm ein einzigartiges Kunstwerk entstehen lassen – genau darin liegt die Leidenschaft von Michael Herger. Der 34-Jährige aus Attinghausen UR ist mit Holz aufgewachsen: Sein Vater war Forstwart, und schon früh weckte die lebendige Struktur und Wandelbarkeit des Materials seine Faszination. Heute arbeitet er ausschliesslich mit einheimischen Hölzern und erschafft dabei Unikate, die alle ihre ganz eigene Geschichte erzählen.
Einen Kurs hat Herger nie besucht. Alles, was er heute kann, hat er sich selbst beigebracht: Schritt für Schritt, mithilfe von Anleitungen, durch Ausprobieren und Erfahrung. Maschinen, Drechseleisen, Schleifgeräte und Spannvorrichtungen beschaffte er selbst und arbeitete sich eigenständig in das Handwerk ein. Hauptberuflich arbeitet Herger in einem landwirtschaftlichen Betrieb, das Drechseln betreibt er nebenbei. Was als Hobby begann, ist inzwischen zu einer kleinen Firma geworden.
In unserer Serie «Wir sind Blick» stellen wir dir jeden Samstag eine spannende Persönlichkeit aus der Blick-Community vor. Wir sind überzeugt, dass jede Leserin und jeder Leser eine interessante Geschichte zu erzählen hat.
Hast auch du eine spezielle Geschichte, ein besonderes Talent, eine einzigartige Sammlung oder sonst etwas Spannendes, das du mit der Community teilen willst? Dann melde dich via Mail an community@blick.ch!
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Der Weg vom rohen Holzstamm zum fertigen Objekt ist präzise Handarbeit. Zuerst wird das Holz halbiert, da der Kern besonders anfällig für Risse ist. Danach wird das Werkstück grob zugesägt, eingespannt und schliesslich gedrechselt. Herger fertigt ein breites Sortiment: von Schalen und Zuckerdosen über Duftschalen und Drehteller bis hin zu Holzschmuck, darunter Eheringe, sowie Feldstecher für Kinder.
«Die grösste Herausforderung ist das Holz selbst», sagt der 34-Jährige. Man müsse lernen, wie es lebt, wo Spannungen entstehen und wie es auf Temperaturunterschiede reagiert. Holz bleibt ein Naturprodukt, und genau diese Lebendigkeit macht für ihn den ganz besonderen Reiz aus. «Jedes Werkstück ist ein Unikat», schwärmt der leidenschaftliche Drechsler.
Herger ist stolz auf jedes einzelne seiner Werke. Das Drechseln ist für ihn Ausgleich und Abwechslung – ein bewusster Gegenpol zum Alltag. «Immer nur das Gleiche zu machen, wäre nichts für mich», sagt er. Sein grosser Wunsch ist es, das Handwerk weiterzuentwickeln, ohne dabei die Freiheit und Leidenschaft zu verlieren, die sein Hobby für ihn ausmacht.