Klaus Minnig (67)
Vom Polizisten zum Trailrunning-Pionier in den Alpen

Bevor das Wallis erwacht, jagt Klaus Minnig bereits über verschneite Bergpfade. Was als einfache Joggingroutine begann, wurde für den Ex-Polizisten zu einer lebensprägenden Leidenschaft – und zu einem Abenteuer, das er heute mit anderen teilt.
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Hoch hinaus: Trailrunning-Leiter Klaus Minnig unterwegs auf der verschneiten Bettmeralp.
Foto: Zvg

Darum gehts

  • Klaus Minnig läuft Trailrunning in den Schweizer Alpen
  • Ehemaliger Polizist leitet nun Wanderungen und Trailrunning-Touren
  • Führt dreimal pro Woche Sololäufe durch
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Wenn der Himmel noch dunkel ist und der Schnee unter den ersten Schritten knirscht, ist Klaus Minnig schon unterwegs. Um 7 Uhr rennt er bereits die leere Piste der Bettmeralp hoch – Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug, nur begleitet vom Knacken der Kälte. Dann, ganz oben, auf 2000 Meter über Meer, hebt sich langsam ein helles Band über den Gipfeln. «Ich geniesse die Stille und das Quietschen des kalten Schnees unter meinen Füssen. Die Sicht auf den Aletschgletscher zusammen mit dem Sonnenaufgang ist etwas vom Schönsten!», schwärmt der 67-Jährige. 

Diese frühen Stunden sind nur der Anfang von etwas, das ihn schon sein ganzes Leben begleitet. Minnig ist auf der Bettmeralp aufgewachsen und rannte dort schon als junger Mann über die Wege. Später, als Kantonspolizist in Zermatt, blieb das Joggen in der Bergwelt ein fester Bestandteil seines Alltags. Mit den Jahren wurde aus dem Joggen Trailrunning – eine Sportart, bei der nicht auf Asphalt gelaufen wird, sondern über Bergpfade, Wurzeln, Felsbänder, Schnee und Naturwege, mitten in der Landschaft und weit weg vom Trubel. Genau das schätzt der Trailrunning-Enthusiast am meisten: «Die Natur zu geniessen, ist für mich das Schönste.»

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Vor sieben Jahren machte Minnig die Ausbildung zum Wander- und Trailrunningleiter. Heute führt er regelmässig Gruppen zu den schönsten Orten der Aletsch Arena. Dreimal pro Woche läuft er frühmorgens allein, mittwochs mit einer festen Gruppe, dazu kommen gelegentliche Anfragen vom Tourismusbüro. Und trotz der vielen Kilometer ist noch nie etwas passiert. «Kein Unfall, nicht mal ein kleiner», sagt er stolz. «Beim Trailrunning ist Vorsicht entscheidend. Jeder Schritt muss sitzen. Trittsicherheit ist das Wichtigste.»

Eine der grössten Herausforderungen beim Trailrunning ist im Winter die Kälte. Deshalb ist die richtige Ausrüstung entscheidend. «Funktionale Kleidung und eine Kopfbedeckung sind ein Muss.» Und besonders wichtig: die Schuhe. «Trailrunning-Schuhe haben Spikes. Damit rutscht man nicht aus.»

Mit 67 Jahren kann Klaus mühelos mit jüngeren Trailrunnern mithalten. «Das ist für mich kein Problem», sagt er ganz gelassen. Der Sport zahlt sich für ihn aus: «Ich bin selten krank und sehe Trailrunning als den idealen Ausgleich für meine Gesundheit.» Ein Leben ohne sein Hobby kann er sich längst nicht mehr vorstellen. «Das ist meine Leidenschaft, ohne kann ich nicht sein. Es ist fast eine kleine Sucht geworden.» 

Und so wird Klaus wohl auch morgen früh wieder unterwegs sein. Lange bevor das Wallis aufwacht. Wenn nur der Schnee knirscht und die Berge zuhören.

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