Darum gehts
- Italien plant schärfere Tempogesetze inklusive schnellerer Fahrverbote ab Oktober 2026
- Neue Blitzer erfassen Geschwindigkeit, Abstand und Verstösse auf 1800 Kilometer Autobahn
- Geschwindigkeitsüberschreitungen: 10 Franken pro km/h, Fahrverbot ab Überschreitung von 20 km/h
Wer in Italien zu schnell unterwegs ist, muss künftig womöglich deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen. Das Land plant eine Verschärfung der Verkehrsregeln, wonach Geschwindigkeitsüberschreitungen auf den einzelnen Stundenkilometer genau gebüsst werden sollen. Auf Autobahnen wären etwa 10 Euro pro km/h über dem Tempolimit vorgesehen. Innerorts sollen abhängig von der Schwere des Verstosses 5 bis 10 Euro pro km/h zu viel fällig werden.
Für Schweizer Ferienreisende dürfte vor allem eine weitere geplante Neuerung relevant sein: Auf der Autobahn könnte bei mehr als 20 km/h über dem Limit ein Fahrverbot drohen. Innerorts läge die entsprechende Schwelle hingegen erst bei einer Überschreitung von mehr als 40 km/h.
Kritik an geplanten Bussen
Wäre eine solche Regelung auch in der Schweiz sinnvoll? In einer Leserumfrage mit über 5000 abgegebenen Stimmen spricht sich eine klare Mehrheit dagegen aus: 67 Prozent finden es übertrieben, Tempoverstösse auf den einzelnen Stundenkilometer genau zu büssen. 33 Prozent hingegen befürworten dies – sie glauben, dass sich die Autofahrer dadurch eher ans Tempolimit halten.
In den Kommentaren gehen die Meinungen auseinander. So hält Leser Fabian Käser eine solche Regelung für überzogen: «In der Schweiz brauchen wir so etwas meiner Meinung nach erst recht nicht. Natürlich soll man sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Aber ob jemand 130 oder 131 km/h fährt, macht doch nicht plötzlich einen gefährlichen Verkehrsteilnehmer aus. Wegen jedem einzelnen km/h eine Busse zu verhängen, geht für mich zu weit.»
Anton Meier stellt die unterschiedliche Gewichtung der geplanten Bussen infrage. «Warum wird das Vergehen auf der Autobahn schwerer geahndet als innerorts? Finde es schlimmer, innerorts 20 km/h zu schnell zu fahren als auf der Autobahn.»
Deutlich schärfer fällt die Kritik von Matthias Kalt aus. «Da gibt es nur eines: nicht mehr in Italien Auto fahren. Die unverschämte Geldmacherei unter dem fadenscheinigen Deckmäntelchen der Verkehrssicherheit muss endlich ein Ende haben!», schreibt er.
Roul Irmscher betrachtet die geplanten Verschärfungen differenzierter. «Bei hohem Verkehrsaufkommen tagsüber finde ich die angestrebten Massnahmen richtig», schreibt er. Auf wenig befahrenen Strassen hält er eine solche Regelung hingegen für weniger sinnvoll: «Wir reisen pro Jahr circa dreimal nach Apulien, dort sind die SS-Strassen ab 20 Uhr praktisch leer. Weshalb sollte man dann nicht 10–20 km/h mehr fahren dürfen?»
Befürworter sehen mehr Sicherheit
Doch es gibt auch klare Zustimmung zu den Plänen. So schreibt Kurt Latzer: «Das ist meiner Meinung nach gut, sollte auch in der Schweiz eingeführt werden.» Auch Anna Kuster sieht Handlungsbedarf: «Das wäre bei uns auch nötig. Diese Fahrkultur ist inzwischen kriminell. Vor allem das Drängeln und Auffahren!»
Für Justin Lanz sprechen die technischen Möglichkeiten für eine präzisere Ahndung von Tempoverstössen. «Angesichts des fortgeschrittenen Stands der Technik – und ich gebe das nicht gerne zu, aber es ist eine Tatsache – ist dies eine sehr gute Sache und sollte in ganz Europa eingesetzt werden.»
Auch Marcel Mankaka hält wenig von der Kritik an den geplanten Verschärfungen. «Ich verstehe das Problem immer noch nicht. Wer sich an das Gesetz hält und das Tempo fährt, das er darf, hat nie Probleme. Wer das nicht will, muss damit leben, wenn er erwischt wird.»