Verkehrsgesetz wird verschärft
In Italien zahlst du bald für jedes km/h zu viel!

Auf italienischen Strassen sollen Temposünder bald einen fixen Betrag pro km/h zu viel auf dem Tacho zahlen. Es ist nur eine von vielen Änderungen in Italiens verschärftem Verkehrsgesetz, die bald auch Schweizer Reisende betreffen.
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Mit dem neuen Blitzersystem Tutor 3.0 bleibt der italienischen Polizei kaum ein Geschwindigkeitsvergehen verborgen.
Foto: Autostrade per l'Italia

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Italien plant schärfere Tempogesetze inklusive schnellerer Fahrverbote ab Oktober 2026
  • Neue Blitzer erfassen Geschwindigkeit, Abstand und Verstösse auf 1800 Kilometer Autobahn
  • Geschwindigkeitsüberschreitungen: 10 Franken pro km/h, Fahrverbot ab 20 km/h
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Blochen, so schnell man will, ohne Angst vor saftigen Bussgeldern? Die Zeiten lascher Verkehrskontrollen gehören auch im Urlaubsmekka Italien der Vergangenheit an. Erst kürzlich haben wir an dieser Stelle über das neue Tempokontrollsystem Tutor 3.0 berichtet. Es misst nicht nur die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Kontrollpunkten, sondern kann auch wie ein stationärer Blitzer eingesetzt werden. Bald soll das System zudem weitere Verstösse wie zu dichtes Auffahren erkennen können. Die Hightech-Blitzer kommen laut dem Betreiber Autostrade per l'Italia auf 178 Abschnitten und insgesamt 1800 Autobahnkilometern zum Einsatz.

Mit der Überarbeitung des Verkehrsgesetzes Codice della Strada könnte es für Temposünder auf Italiens Strassen bald noch dicker kommen, wie die Fachzeitschrift «Auto, Motor und Sport» berichtet. Ein Vorschlag für das verschärfte Regelwerk lautet unter anderem, Geschwindigkeitsverstösse künftig auf den Stundenkilometer genau abzurechnen.

Satte Bussen und Fahrverbote

Auf Autobahnen werden in der überarbeiteten Fassung des Gesetzestextes zehn Euro für jedes km/h über dem Tempolimit vorgeschlagen. Bei erlaubten 130 km/h würden gemessene 140 km/h somit 100 Euro kosten. Wer mit 170 km/h unterwegs ist, müsste satte 400 Euro zahlen! Innerorts sollen abhängig von der Schwere des Verstosses fünf bis zehn Euro pro km/h zu viel fällig werden.

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Bei gröberen Überschreitungen soll es mit der Busse allein aber nicht getan sein. Auch die Vergabe von Punkten (ähnlich wie in Deutschland) und Fahrverbote sollen sich stärker danach richten, mit wie vielen Stundenkilometern zu viel der Verkehrssünder erwischt wird. Vorgesehen sind je nach Schwere vier, sechs oder acht Punkte. Bei 20 Punkten in einem Jahr droht ein zweijähriges Fahrverbot auf Italiens Strassen – auch für ausländische Fahrzeuglenker!

Was für Schweizer Urlauber aber weitaus relevanter sein dürfte: Ab einer Überschreitung von mehr als 20 km/h auf Autobahnen soll ohnehin ein Fahrverbot ausgesprochen werden, innerorts liegt die Schwelle interessanterweise bei mehr als 40 km/h.

Schon ab Oktober in Kraft?

Das überarbeitete Strassenverkehrsgesetz sieht aber noch viele weitere Änderungen vor, die nicht nur Italiener, sondern auch ausländische Reisende betreffen. Künftig könnte es unter gewissen Umständen erlaubt sein, auf mehrspurigen Strassen auch rechts zu überholen. Und Töfffahrer sollen bei Stau unter bestimmten Voraussetzungen den Pannenstreifen benutzen dürfen.

Hätte, wäre, könnte – bisher sind alle oben beschriebenen Änderungen nur Vorschläge. Bis Mitte September haben die beteiligten Verbände weiterhin Zeit, Anpassungen am Basistext vorzunehmen und weitere Überarbeitungsvorschläge einzureichen. Danach wird das italienische Verkehrsministerium die endgültige Fassung erarbeiten. Läuft alles nach Plan, könnte die Regierung in Rom den neuen Codice della Strada bis Mitte Oktober verabschieden, womit auch die verschärften Tempogesetze in Kraft treten würden.

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