«Bin schockiert – wie können Menschen so was tun?»
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«Ich bin schockiert»:Influencer muss nach Zürcher Letten-Party durch Müllberge joggen

Das sagen die Blick-Leser über die Müllberge nach Letten-Opening
«Bewilligte Party bedeutet nicht, dass man sich wie Sau verhalten darf»

Am Abend Party, am Morgen überall Abfall. Influencer Adrian Moucharfiech filmt die Szene nach der Letten-Eröffnung und postet das Video auf Instagram – die Debatte im Netz über Moral und Konsequenzen ist entfacht, auch in unserer Community wird intensiv diskutiert.
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Die Letten-Saison ist offiziell eröffnet.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eröffnungsparty der Letten-Badi hinterlässt Müllberge in Zürichs Limmat
  • Influencer-Video erreicht über 100'000 Views, sorgt für hitzige Diskussionen
  • Community fordert Aufräumpflicht, Bussen und strikte Veranstaltungsauflagen
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Eva KunzSenior Community Editorin

Kippen, Plastik, leere Getränkehülsen. Güsel überall verstreut – sogar in der Limmat. So hinterliessen Partylustige die Eröffnungsparty zum Saisonstart der Letten-Badis, die am Samstag stieg. Wenig später ist ein Video des immensen Litterings auf Social Media zu sehen. «Das ist ein absoluter Skandal», empört sich der Schweizer Influencer Adrian Moucharfiech aka «De Winterthurer» in seiner Instagram-Story. Er ging am Sonntagmorgen beim Letten joggen und traf auf die Abfallhaufen.

Sein Video haben sich schon mehrere 100'000 Leute angesehen. Viele zeigen sich ebenfalls aufgebracht, doch der Influencer erhält auch Kritik: Einige werfen ihm Sensationslust vor und weisen darauf hin, dass grosse Menschenmengen zwangsläufig viel Abfall verursachen würden, den die Stadtreinigung am Morgen ohnehin wegräumen würde.

Moucharfiech weist die Kritik von sich: «Es geht mir ums Anliegen und um die Sensibilität dafür, dass Müll nicht in die Limmat gehört.»

«Geisteshaltung der jungen Halli-Galli-Gesellschaft»

Viele erhitzte Gemüter gibt es auch in der Community. «Er hat absolut recht», kommentiert Rudolf Hunziker. «Plastik gehört nicht ins Wasser und die Entschuldigung, dass am nächsten Tag geputzt wird beziehungsweise der Müll in der Limmat im Rechen hängenbleibt, zählt nicht.» 

«Recht hat er, dass er die Missstände bei der Abfallentsorgung nach Festen und Grossveranstaltungen anspricht», findet auch Rolf Stäheli. «Es kann nicht sein, dass Menschen feiern, trinken und Party machen, aber danach ihren Müll einfach liegenlassen. Eine bewilligte Party bedeutet nicht, dass man sich wie eine Sau verhalten darf und den Ort verwüstet zurücklässt.»

Aufgebracht äussert sich auch Claudia Schärer: «Man predigt Nachhaltigkeit, Respekt und Verantwortung und hinterlässt danach Müllberge.» Natürlich gelte das nicht für alle Jungen – «aber solche Bilder zeigen leider ziemlich deutlich, wohin sich ein Teil unserer heutigen Wegwerf- und Partykultur entwickelt hat.»

«Echte Sauberkeit interessiert die Woken nicht»

Viele Kommentare gehen in dieselbe Richtung, viele werden noch expliziter und schiessen generell gegen linke Kreise und die Woke-Bewegung. «Das ist die Geisteshaltung unserer jungen Halli-Galli-Gesellschaft», schreibt Karin Stiefel. 24 Stunden Lärm veranstalten, ihren Müll in der Natur (dem Lebensraum der Tiere) entsorgen, aber gleichzeitig über Woke-Benimm-Regeln diskutieren und mit spätestens 30 Jahren ein Burnout haben, weil ihnen ihr eigener Lärm zu viel wird.»

Leser Paul Müller: «Die Woke-Generation setzt sich für die ‹Sauberkeit› der Sprache ein, die echte Sauberkeit interessiert sie nicht, denn dafür müsste man möglicherweise die Hände schmutzig machen. Für die Reinigung sind wohl andere zuständig. Grünes Zürich ahoi.»

Diese Konsequenzen fordert die Community

«Und was meint der Veranstalter zu dieser Sauerei? Übernimmt er die Kosten für die Aufräumarbeiten?», zieht Hanna Pfister die Betreiber zur Verantwortung.

Damit spricht sie eine der Kernfragen an, die im Raum stehen: Welche Konsequenzen sollten die Betreiber tragen? Das wollten wir von unserer Community wissen – und haben daraufhin viele Inputs erhalten. «Den Anlass darf man nur bewilligen mit genauen Vorgaben betreffend Abfallentsorgungskonzept» – dafür plädiert Daniela Lengwiler. «Die Reinigungskosten sollten vom Veranstalter übernommen werden müssen», verlangt derweil Brigitte Schoch.

Sabina Dellagana fordert «eine Aufräumpflicht, saftige Bussen sowie Veranstaltungseinschränkungen, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden!» Auf die Besucher abwickeln würde es auch Graziella Canonica-Lutz. «Abfallsünder sollten einen Tag lang den Park und die Plätze säubern», schreibt sie.

«Bewilligungsentzug», «Pfandsystem», «knallharte Auflagen»

Gar für einen Entzug der Bewilligung ist Marcel Heim. «Vielleicht merken es die Besucher dann, wenn bald keine Feste mehr stattfinden.» Anders formuliert, aber ähnlich radikal ist die Einstellung von Marina Aubry: «Eine Schweinerei. Solche Feste sollte man in Zukunft verbieten.»

Auch ein Pfandsystem ist unter den Vorschlägen. Dies empfiehlt etwa Markus Bärlocher. Und auch er würde strikt vorgehen, falls es ausartet: knallharte Auflagen, im speziellen gar ein Verbot solcher Veranstaltungen. «Alle Verursacher dieser Abfallberge sollten sich ernsthaft hinterfragen», schreibt er. «Ich werfe in deren Wohnung auch keinen Abfall einfach auf den Boden.»

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