Darum gehts
- Basel-Stadt führt härtere Massnahmen gegen Regelverstösse in Freibädern ein
- Neu: Verhängung von Hausverboten von bis zu einem Jahr direkt vor Ort möglich
- Letzten Sommer sorgten mehr Sicherheitskräfte und Regeln für eine Stabilisierung
Sommer und Sonnenschein: Bald beginnt die Badesaison, und damit ist der Spass vorprogrammiert – wie man meinen könnte. Doch im letzten Jahr dominierten renitente Badegäste die Schlagzeilen. Vermehrt kam es zu Ärger und Zoff – auch in Basel-Stadt. 28 Hausverbote erliessen die Badis, vor allem gegen pöbelnde Jugendliche aus dem Grenzgebiet.
Deshalb will der Kanton in der kommenden Saison härter durchgreifen. Die neue Kampagne der Behörden heisst «Stop or go!» – also aufhören oder gehen. Wer künftig gegen die Baderegeln verstösst, soll schneller aus dem Freibad verwiesen werden. Unangepasste Gäste werden zunächst verwarnt. Danach kann das Badepersonal einen Verweis von bis zu 72 Stunden aussprechen. Bei schweren oder wiederholten Verstössen ist sogar ein Hausverbot von bis zu einem Jahr möglich.
Neu kann das Personal Hausverbote direkt vor Ort anordnen. In der letzten Saison hätten solche Platzverweise Wirkung gezeigt, heisst es vom Kanton.
Mehr Sicherheitspersonal in Badis
Das Erziehungsdepartement schreibt, dass auch zusätzliches Personal geholfen habe, die Situation zu stabilisieren. Deshalb soll in Zukunft an stark frequentierten Tagen mehr Sicherheitspersonal im Einsatz stehen. Dadurch kann sich das Badepersonal wieder auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren: die Sicherheit der Gäste im Wasser und am Beckenrand gewährleisten.
Als letzte Massnahme will Basel-Stadt das Badepersonal in Deeskalation schulen. Das Training soll regelmässig wiederholt und auch auf temporär angestellte Mitarbeitende ausgeweitet werden.
Kontroverse um jurassische Badi
Die neue Strategie des Erziehungsdepartements wird von einer Kommunikationskampagne begleitet. Auf Plakaten, Beachflags und Flyern sind die Baderegeln abgedruckt. Die Bevölkerung wird zu einem respektvollen Miteinander aufgerufen.
Im letzten Sommer sorgte vor allem die Badi in Pruntrut JU für Schlagzeilen. Als Reaktion auf Konflikte in der Badeanstalt verhängte die Gemeinde ein Zutrittsverbot für Nichtansässige. Dieses richtete sich vor allem an französische Badegäste, die die Spannungen ausgelöst haben sollen. Die ungewöhnliche Massnahme löste weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus heftige Kontroversen aus.