Community zu Med-Fluencern
«Diese Leute sind offensichtlich eine Gefahr für die ganze Gesellschaft»

Gesundheits-Influencer geben fragwürdige Tipps auf Tiktok und Co. SP-Nationalrätin Miriam Locher schlägt Alarm: Gerade für die Jungen sei das problematisch. Daher fordert sie strengere Regeln. Von vielen Lesern erhält sie Zuspruch, aber längst nicht von allen.
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Sonnencreme soll pures Gift sein. Solchen und anderen Nonsens verbreiten manche Med-Influencer im Netz.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SP-Nationalrätin fordert strengere Regeln gegen Med-Influencer auf sozialen Medien
  • 68 Prozent der 424 Befragten befürworten härteres Durchgreifen des Bundes
  • Kritiker setzen auf Eigenverantwortung und gesunden Menschenverstand statt Regulierungen
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Eva KunzSenior Community Editorin

Sie werben für Pillen und Pülverchen, propagieren vermeintliche Gesundheitshacks oder versprechen schnelle gesundheitliche Erfolge. Sogenannte Med-Fluencer gibt es auf Social Media wie Sand am Meer. Sie präsentieren sich als Gesundheitsprofis, verbreiten teils abwegige Thesen und empfehlen umstrittene Heilmittel – obwohl ihnen oft die entsprechende Ausbildung fehlt. Wer solchen Empfehlungen vertraut, setzt unter Umständen seine Gesundheit aufs Spiel.

Dagegen werden in der Politik Forderungen nach strengeren Regeln laut. SP-Nationalrätin Miriam Locher (43) sieht insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene Risiken durch Med-Influencer auf Tiktok und Co. Sie fordert vom Bundesrat strengere Vorschriften gegen irreführende Gesundheitsversprechen, darunter mehr Transparenz und eine klarere Kennzeichnung von Werbung. Die bestehenden gesetzlichen Grundlagen erachtet sie als unzureichend.

Community heisst strengere Regulierung gut

Auch viele aus der Leserschaft wünschen sich ein härteres Durchgreifen. Das zeigt eine von uns durchgeführte nicht repräsentative Umfrage, bei der 424 Personen teilgenommen haben. Eine überwiegende Mehrheit von 68 Prozent findet, der Bund soll bei Gesundheits-Influencern härter durchgreifen. 18 Prozent sind ebenfalls für Regulierungen, aber nur, wenn Med-Fluencer falsche Heilversprechen machen. Lediglich 14 Prozent der Umfrageteilnehmenden sind der Meinung, die jeweiligen Plattformen beziehungsweise die Nutzer sollen das selbst regeln.

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Analog dazu gestaltet sich die Kommentarspalte. Wie SP-Nationalrätin Miriam Locher und einige Leserinnen und Leser sorgt sich auch Karl Kind vor allem um die junge Generation: «Viele Jugendliche haben verlernt, oder gar nicht gelernt, selber zu denken – ist es doch einfacher, einem solchen Influencer zu glauben.»

«Früher hat man sich noch wegen der eigenen Beklopptheit geschämt»

Zuspruch erhält Lochers Anliegen auch von Hannes Meier: «Das Netz ist voll mit irgendwelchen Spinnern, welche teils richtig gefährliche Inhalte teilen.» Gerade junge Leute liessen sich bekanntlich einfacher begeistern. Und führt aus: «Aber auch sonst finden sich immer mehr Leute, die empfänglich für jeden Schwachsinn sind.»

Auch Steven Stevelic ist einer der Befürworter von Regulierungen: «Früher hat man sich noch wegen der eigenen Beklopptheit geschämt, heute tanzt man auf Tiktok und gefährdet wegen Klicks habgierig andere mit dem Halbwissen.» Daher müsse hier der Staat durchaus entschiedener eingreifen respektive durchgreifen. «Diese Leute sind offensichtlich eine Gefahr für die ganze Gesellschaft.» Damit bringt Stevelic auf den Punkt, was sinngemäss noch in vielen weiteren Kommentaren zu lesen ist.

«Ein vernünftiger Mensch geht zum Arzt, wenn ihm etwas fehlt»

Etwas anders sieht es Georg Blaser. Nur bei gesetzwidrigen Inhalten würde er einer Regulierung zustimmen. «Aber doch nicht für derartige ‹Empfehlungen›». Stattdessen sei hier der gesunde Menschenverstand gefragt: Ein vernünftiger Mensch gehe zum Arzt, wenn ihm etwas fehle. «Man muss sich schon Sorgen machen, wenn Follower nicht in der Lage sind, solchen Mist als Unfug zu erkennen.»

Ebenfalls zu jenen, die auf Eigenverantwortung jedes Einzelnen pochen, zählt sich Andrea Sabatino: «Schalt dis Hirni i – nicht alles glauben, was man liest.» Bobby Smiles geht da mit: «Wer auf solche Personen hört, anstatt bei einem Arzt nachzufragen, ist letztlich selber Schuld.» Ins selbe Horn bläst auch Ubald B. Schmid: «Traurig, dass es Follower gibt, die Influencern die dümmsten Ideen abkaufen.»

Leserin Eva Nägeli greift zudem das Thema Erziehung auf und findet: «Kinder sollten von den Eltern lernen und die Eltern sollen sich um die Kinder kümmern. Dann hätten solche Influencer keine Chance. Eigenverantwortung ist immer noch das Zauberwort.»

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