Darum gehts
- Influencer-Hund «Chutou» in China entführt, verkauft und gegessen
- Gesetzeslücke: In China fehlt ein umfassender Tierschutz, Hundefleischhandel erlaubt
- Schweiz: Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch legal, Verkauf jedoch verboten
In China sorgt der Fall des getöteten Influencer-Hundes «Chutou» für Empörung – und rückt den schwachen rechtlichen Schutz von Haustieren sowie den weiterhin existierenden Hundefleischhandel erneut ins Zentrum der Debatte.
Der Reise-Influencer Guo hatte seinen Border Collie «Chutou» über Jahre hinweg auf seinen Touren durch ganz China mit dabei. Der Hund wurde auf Social Media mit über 1,5 Millionen Followern bald selbst zum Star. Mitte Mai, Guo reiste gerade alleine durch Georgien, verschwand «Chutou» vom Grundstück seiner Familie.
Dreiste Diebe entführen Familienhund
Videos einer Überwachungskamera zeigten später, wie ein Mann und eine Frau ihn auf einem Roller mitnahmen. Guo reiste sofort zurück nach China und konnte den Mann ausfindig machen, der seinen geliebten Hund gestohlen hatte. Er bot ihm Geld, um «Chutou» wieder zurückzubekommen. Es war aber bereits zu spät, wie unter anderem die «China Morning Post» berichtet.
Der Mann behauptete, er habe den Hund für einen Streuner gehalten und ihn an ein Restaurant verkauft. Für knapp 30 Franken. Dort wurde der flauschige Liebling geschlachtet, gekocht und gegessen. Reue zeigte der Dieb nicht. Er habe schliesslich kein Gesetz gebrochen.
Der Wert bestimmt das Verbrechen
Tatsächlich bewegt sich der Fall in einer rechtlichen Grauzone. In China gelten Haustiere zwar grundsätzlich als Eigentum. Strafrechtlich relevant wird ein Diebstahl meist erst ab einem Wert von über 2000 Yuan (rund 300 Franken). Ob dieser Wert im Fall «Chutou» anerkannt wird, ist entscheidend für eine mögliche Verurteilung.
Ein umfassendes Tierschutzgesetz existiert in China nicht. Streitigkeiten werden in der Regel zivilrechtlich geregelt, emotionale Verluste spielen hier juristisch kaum eine Rolle. Zwar werden Hunde seit 2020 offiziell nicht mehr als Nutztiere eingestuft, doch ein landesweites Verbot des Hundefleischkonsums gibt es nicht.
Zwischen Tradition und Verbot
In Städten wie beispielsweise Shenzhen und Zhuhai haben den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch verboten. In vielen Teilen des Landes gilt Hundefleisch jedoch nach wie vor als traditionelle Speise.
Der Fall Chutou hat in den sozialen Medien eine Welle der Anteilnahme ausgelöst – und die Diskussion über Tierschutz in China neu entfacht. Für viele User steht er symbolisch für einen gesellschaftlichen Wandel, der rechtlich bislang nur unzureichend abgebildet ist.
Auch Schweizer essen Haustiere
Was einige vielleicht gar nicht mehr wissen, ist, dass der Verzehr von Hunde- oder auch Katzenfleisch in der Schweiz legal ist. Hundefleisch galt in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gar als Delikatesse. Insbesondere in ländlichen Gegenden.
Der Handel, also der Verkauf von Hunde- oder Katzenfleisch ist bei uns allerdings verboten. Das eigene Haustier essen ja, dessen Fleisch verkaufen – nein. Die Schweiz ist übrigens eines der wenigen europäischen Länder, in dem dies erlaubt ist. Zumindest das geltende Tierschutzgesetz, das das Wohlergehen und die Würde des Tieres schützt, muss gewahrt werden. Na immerhin.