Darum gehts
- Deutscher Schäferhund Aiko tot, tragisches Schicksal schockiert Öffentlichkeit
- Mann tritt Hund mit Stahlkappenschuhen, wirft Leichnam im Wald
- Polizei Bern ermittelt, Fachstelle Tierdelikte fand verstorbenen Hund
«Aiko ist ein deutscher Schäfer, der mit zwanzig Monaten an die Züchterin zurückgegeben wurde. Schnell fand er wieder ein Zuhause» – so beginnt die traurige Geschichte über das kurze Leben eines jungen Hundes. Die Tierschutzorganisation Anihelp Tierhilfe Schweiz veröffentlichte Aikos Schicksal am Sonntag auf Instagram.
Aiko ist tot und die Schilderung, wie es dazu hat kommen können, schockiert. Eine Mutter mit zwei Kindern und einem anderen Schäferhund im Emmental im Kanton Bern habe Aiko Ende Oktober aufgenommen. Als die Züchterin ihren Schützling und sein neues Zuhause vor einigen Wochen besuchen wollte, habe es immer wieder Gründe vonseiten der Halterin gegeben, warum es gerade nicht passen würde, heisst es.
Vermisst, abgehauen, tot
Später teilte die Frau der Züchterin mit, dass Aiko vermisst werde. Die beiden Hunde seien abgehauen, als ihr Freund sich um die beiden gekümmert habe. Nur Aikos Gspänli sei schliesslich zurückgekehrt.
Weil anscheinend weder die Halterin noch ihr Partner nach dem jungen Schäferhund gesucht hatten, wollten die Mitglieder der Tierschutzorganisation Anihelp der Frau helfen. «Wir haben der Halterin eine Nachricht hinterlassen, dass wir sie bei der Suche nach Aiko unterstützen würden», sagt Cynthia Güntensperger (50) gegenüber Blick.
Wie die Gründerin und Präsidentin der Tierschutzorganisation erzählt, habe ihr die Halterin dann eine Nachricht hinterlassen, dass Aiko tot sei. Danach sei die Halterin nicht mehr zu erreichen gewesen. Güntensperger nahm Kontakt mit ihrem Freund auf.
Hund getötet – Geschichte erfunden
Dieser hatte wenig Gutes über den jungen Hund zu berichten. «Er erzählte, dass Aiko geknurrt und ihn gebissen habe», sagt Güntensperger. Sie habe nachgefragt, wie schlimm die Verletzung denn gewesen sei und ob er zum Arzt gegangen sei. «Er meinte, dass es sich lediglich um einen Kratzer gehandelt habe.» Ab hier nimmt die Geschichte von Aiko ihre traurige Wendung.
Der Mann habe Güntensperger am Telefon erzählt, dass er den Hund, mit seinen Stahlkappenschuhen in den Kopf getreten habe. «Er sagte, er sei sofort tot umgefallen», so Güntensperger. Auf die Frage, wo der Leichnam des Tieres sei, habe er ihr geantwortet, dass er Aiko im Wald einen Abhang hinunter geworfen habe – für die Wildtiere. «Wo, wollte er mir nicht sagen», erklärt sie weiter.
«Man wollte ihn ernsthaft verletzen»
Die Mitglieder der Tierschutzorganisationen und ihre Follower auf Instagram und Facebook schäumen vor Wut und sind fassungslos über diese Herzlosigkeit. «Totgetreten und einfach entsorgt, das ist unfassbar», sagt Güntensperger. «Dass ein Hund direkt stirbt, da muss man mit einer wahnsinnigen Wucht zutreten. Da will man das Tier ernsthaft und vorsätzlich verletzen», stellt Güntensperger klar.
Für sie steht auch fest, dass sie den Fall weiterverfolgen wollen. «Nur schon, weil in diesem Haushalt auch noch Kinder und andere Tiere leben», sagt sie. Dass Aiko anscheinend gefunden wurde, hat Güntensperger über Kontakte im Dorf mitbekommen. «Es ist einfach unfassbar traurig.» Mit einer Petition will sie nun für mehr Schutz für Tiere kämpfen und Transparenz schaffen.
Polizei nimmt Ermittlungen auf
Die Kantonspolizei Bern erklärt auf Anfrage von Blick, dass es im Raum Sumiswald zu einer Tierquälerei gekommen und ein Hund verstorben sei. Eine entsprechende Meldung sei am Montag eingegangen. Die Polizei habe unmittelbar die Ermittlungen aufgenommen. Dies geschah unter anderem durch die Fachstelle Tierdelikte. «Im Rahmen der Ermittlungen konnte ein verstorbener Hund aufgefunden und in diesem Zusammenhang eine Person angehalten werden», sagt die Kantonspolizei Bern.
«Wir möchten festhalten, dass das Veröffentlichen oder Teilen von Gerüchten im Internet nicht sachdienlich ist. Einerseits können diese polizeilichen Ermittlungen behindern, in der Bevölkerung Ängste schüren und sind generell nicht hilfreich. Bei dem hier vorliegenden Fall handelt es sich um ein Offizialdelikt. Aus diesem Grund nehmen wir die Ermittlungen umgehend auf, sobald wir Kenntnis davon erhalten. Eine Anzeige ist hierfür nicht nötig», sagt die Polizei abschliessend.