Darum gehts
- SP-Sozialministerin Baume-Schneider plant AHV-Reform 2030 mit längerer Arbeitszeit
- Umfrage: 41 Prozent bevorzugen Frühpensionierung, 19 Prozent Rente mit 65
- Nur 21 Prozent möchten aus Freude am Beruf über Rentenalter hinaus arbeiten
SP-Sozialministerin Elisabeth Baume-Schneider (62) will, dass Schweizerinnen und Schweizer länger schuften. Zu ihrem Plan für die AHV-Reform 2030 gehören auch Anreize, um das Arbeiten über das Pensionsalter hinaus attraktiver zu machen. Laut Vorsorgeexperte Karl Flubacher (49) gibt es bereits immer mehr Arbeitnehmer im Rentenalter, die länger arbeiten. Die Zahl der Frühpensionierungen nimmt ebenfalls ab. Bei den Arbeitgebern gibt es allerdings Aufholbedarf.
Eine neue Studie des Verbands Focus 50 plus zeigt: Rente mit 65 ist bei den meisten Firmen weiterhin die Norm. Nicht einmal die Hälfte der Firmen beschäftigt Personen über 65 weiter. Ältere Mitarbeiter werden in den Firmen zudem kaum gefördert. Oftmals hapert es also nicht bei den Angestellten, sondern bei der Firma. Unsere Community spaltet der Aufruf zur Spätpension.
Die wenigsten Leser wollen länger arbeiten
Laut einer Leserumfrage mit über 5600 Teilnehmern wollen sich ganze 41 Prozent der Teilnehmer frühpensionieren lassen. Weitere 19 Prozent halten weiter an der Rente mit 65 fest.
Dementgegen stehen 21 Prozent, die aus Freude am eigenen Beruf auch über das Rentenalter hinaus noch arbeiten wollen. 12 Prozent werden aufgrund von Geldmangel weiterarbeiten. Die verbliebenen 7 Prozent sind aktuell noch unentschlossen. In den Kommentaren gehen viele genauer darauf ein, warum länger arbeiten für sie keine Option ist.
«Länger arbeiten ist politisch ein Rückschritt»
Einigen Leserinnen und Lesern stösst Baume-Schneiders Plan grundsätzlich sauer auf. Alex Stucki ist einer von ihnen. Er fragt fassungslos: «Sind 45 geleistete Arbeitsjahre nicht genug? Nicht mit mir!» Martin Schmid stimmt zynisch zu: «Arbeiten, bis der Arzt oder das Bestattungsunternehmen kommt. Genau mein Humor.»
Jörg Mischler berichtet von sich selbst: «Ich habe mit 16 angefangen zu arbeiten, mit 65 habe ich aufgehört. Nach all den Jahren muss ich entschieden sagen, es reicht mir.»
Dominic Reber rät allen im Rentenalter: «Geniesst die Pension. Wenn das Geld einigermassen reicht, weshalb länger Hampelmann spielen?» Peter Ueltschi ist überzeugt: «Länger arbeiten ist politisch ein Rückschritt.»
«Viele finden schon ab 50 keinen Job mehr»
Andere wären zwar bereit, länger zu arbeiten, fühlen sich in den Unternehmen jedoch nicht länger erwünscht. Jan Huber berichtet: «Als 60-Jähriger bin ich bereits seit zweieinhalb Jahren auf Arbeitssuche. Noch Fragen?»
Richard Mändli gehört ebenfalls zu den Kritikern: «Firmen jammern über zu wenig gute Leute, aber sobald Arbeitnehmer um die 60 sind, werden sie rausgeschmissen.» Felix Geiger kann nur zustimmen. Für ihn ist klar: «Die Firmen müssen umdenken! Viele finden schon ab 50 keinen Job mehr.»
Userin Karina Massani fordert deswegen politische Massnahmen: «Solange man über 60 gar keinen Job mehr bekommt, finde ich diese ganze Diskussion sinnlos. Liebe Politiker, nehmt erst mal die Firmen in die Pflicht, wenn ihr wollt, dass ältere Menschen länger büezen!» Auch Martin Tobler fordert: «Schafft Anreize dafür, dass man über 50 überhaupt noch angestellt wird!»