Darum gehts
- Leo (13) durfte wegen Gepäckregel von Eurowings nicht fliegen
- Vater zahlte 240 CHF für Ersatzticket, kritisiert fehlendes Augenmass
- Umfrage: 80 Prozent der 6'600 Teilnehmer kritisieren Eurowings deutlich
Mittlerweile ist es für Leo (13) aus Zürich eine Tradition, jedes zweite Wochenende in den Flieger zu steigen, um seine Mutter in Düsseldorf zu besuchen. Doch letzten Sonntag macht ihm Eurowings einen Strich durch die Rechnung. Sein Ticket erlaubt nur einen Rucksack und kein Handgepäck. Den Aufpreis von 60 Franken hätte der junge Mann zwar bar bezahlen können, am Schalter werden jedoch nur Kreditkarten akzeptiert. Leo wird kurzerhand von der Passagierliste gestrichen.
Vater Robert Klingl (56) kann nicht fassen, wie mit seinem Sohn umgegangen wurde. «Regeln sind wichtig. Sie entbinden jedoch niemanden von der Pflicht, mit Augenmass, Verantwortung und einem Mindestmass an Empathie zu handeln», kritisiert der Zürcher. Widerwillig zahlt er für seinen Sohn ein Ticket für den nächsten Flug. Zusätzlicher Kostenaufwand: 240 Franken. Das hinterlässt auch bei vielen unserer Leserinnen und Lesern einen bitteren Nachgeschmack.
Die Mehrheit der Community kritisiert Eurowings
Wie eine nicht repräsentative Leserumfrage mit knapp 6600 Teilnehmern zeigt, finden 80 Prozent die Reaktion der Airline vollkommen daneben. Sie hätten sich von Eurowings mehr Feingefühl gewünscht.
Dementgegen heben die übrigen 20 Prozent hervor, dass Regeln nun mal Regeln sind. Auch bei Kindern würden diese Umfrageteilnehmer keine Ausnahme machen. Auch in den Kommentaren treffen die beiden Meinungen aufeinander.
«Kleinkarierte Bürokratie, die absolut niemandem etwas nützt»
Viele Leserinnen und Leser nehmen den jungen Flugpassagier in Schutz. Andreas Lehmann kann es nicht glauben: «Unfassbar! Es geht um einen 13-jährigen Jungen, nicht um einen Erwachsenen. Fehler hin oder her, das Vorgehen in dieser Situation ist nicht korrekt.» Karin Meyer schliesst sich an: «Ich finde, Herr Klingl hat recht damit, Augenmass und Empathie für einen Minderjährigen zu fordern. Diese Airline scheint beides nicht zu haben.»
Martin Fürst rügt die Fluggesellschaft: «Handgepäck war früher selbstverständlich, genauso das Umbuchen ohne Gebühren. Frechheit.»
Hans Stoll hebt zudem hervor: «Was wäre passiert, wenn das nicht am Heimatflughafen des Jungen passiert wäre? Er wäre auf sich allein gestellt gewesen. Unglaublich, wie man Minderjährige heutzutage behandelt.» Justin Lanz fügt an: «Ein perfektes Beispiel dafür, dass kleinkarierte Bürokratie absolut niemandem etwas nützt.»
«Sein Vater hätte die Regeln kennen müssen»
Andere Leserinnen und Leser haben kein Mitleid mit Vater und Sohn. Eveline Werlen tadelt: «Anscheinend fliegt er ja alle 14 Tage. Wenn nicht der Junge selbst, hätte sein Vater die Regeln kennen müssen.» Claudio Koster stimmt dem zu. Er betont: «Kreditkarten gibt es auch für Jugendliche. Der Versuch, mit den Medien Druck auf das Unternehmen auszuüben, ist sehr befremdlich.»
«Immer sind andere am eigenen Fehlverhalten schuld», kritisiert Barbara Gülland. Für Marco Paganini ist klar: «Regeln sind Regeln, und zwar für alle. Extrawürste fordern ist keine Lösung.» Jürg Suter merkt an: «Wenn 150 Passagiere an Bord wollen und jeder Zweite wegen seines Gepäcks diskutieren will, wird es schnell unmöglich. Wer die Richtlinien der Airline liest, ist klar im Vorteil.»