Genf und Zürich in Pro-Velo-Umfrage weit hinten
Das sind die velounfreundlichsten Städte der Schweiz

Der Dachverband Pro Velo hat mehr als 38'000 Personen befragt, wie velofreundlich sie ihre Stadt bewerten würden. Die Resultate sind ernüchternd: Von 56 Schweizer Städten erreichen weniger als ein Drittel ein «genügend». Ein Tessiner Ort schneidet besonders schlecht ab.
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38'000 Velofahrerinnen und Velofahrer haben bei der neusten Umfrage von Pro Velo zur Velofreundlichkeit ihrer Stadt mitgemacht.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Velofahrer 56 Schweizer Städte, nur 18 genügen Anforderungen
  • Spitzenreiter Burgdorf BE mit Note 4,4, Lugano TI Schlusslicht mit 3,1
  • 38'000 Personen befragt, schlechteste Kategorie: Sicherheit mit Note 3,6
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Alle vier Jahre lässt der Dachverband Pro Velo Velofahrerinnen und Velofahrer schweizweit einschätzen, für wie velofreundlich sie ihre Stadt halten. Mehr als 38'000 Personen haben bei der neusten Umfrage mitgemacht, bei der 56 Städte und Gemeinden in den Kategorien Verkehrsklima, Sicherheit, Komfort, Wegnetz, Parkmöglichkeiten und Stellenwert des Velos bewertet wurden. Das Ergebnis bezeichnet Pro Velo als «alarmierend»: Nur 18 Gemeinden erreichten überhaupt eine genügende Note – weniger als ein Drittel!

Spitzenreiter ist erneut Burgdorf BE mit einer Durchschnittsnote von 4,4, gefolgt von Cham ZG, Köniz BE, Münsingen BE und Winterthur ZH mit einer Note von je 4,3. Damit gewinnt Winterthur bei den Grossstädten mit mehr als 100'000 Einwohnern knapp vor Bern (4,2). Auffällig: Die beiden Grossstädte Genf und Zürich, die in den vergangenen Jahren viel in den Ausbau des Velowegenetzes investiert haben, schneiden mit einer Note von 3,6 bzw. 3,7 weiterhin schlecht ab. Besonders in den Kategorien Sicherheit und Komfort wurden die Städte als deutlich ungenügend eingestuft.

Die velofreundlichsten Gemeinden der Schweiz

Rang Gemeinde Durchschnittsnote Veränderung gegenüber 2021
1Burgdorf BE4,4–0,3
2Cham ZG4,3
2Köniz BE4,3+0,1
2Münsingen BE4,3+0,3
2Winterthur ZH4,3–0,1
6Bern4,2+0,1
6Horw LU4,2
8Chur4,1+0,2
8Reinach BL4,1–0,1
8Solothurn4,1–0,2
8Uster ZH4,1+0,1

Mit Abstand am schlechtesten schneidet bei der Umfrage Lugano ab, das erstmals im Ranking vertreten ist. Die Tessiner Gemeinde kommt auf einen Notendurchschnitt von nur 3,1. Die Umfrage zeigt aber auch: Eine klare Sprachgrenze gibt es im Vergleich zu früheren Jahren nicht mehr. Neben Lugano gehören Sierre VS (3,4) sowie Schaffhausen und Montreux VD (je 3,5) zu den Schlusslichtern.

Die velounfreundlichsten Gemeinden der Schweiz

Rang Gemeinde Durchschnittsnote Veränderung gegenüber 2021
56Lugano TI3,1
55Sierre VS3,4
53Schaffhausen3,5
53Montreux VD3,5
49Wettingen AG3,6
49Rapperswil-Jona SG3,6
49Martigny VS3,6
49Genf3,6–0,1
38Zürich (+10 weitere Städte)3,7+0,4

Einziger Lichtblick: Der Durchschnitt der Bewertungen hätte sich gegenüber 2021 leicht verbessert. «Aber die Entwicklung verläuft viel zu langsam», resümiert Hasan Candan, Vizepräsident von Pro Velo und SP-Nationalrat. «Die Ergebnisse sind ein echter Weckruf für die Politik. Es geht – auch – um Menschenleben.» Denn: Von den sechs untersuchten Kategorien schneidet die Sicherheit mit einem Notenschnitt von 3,6 tatsächlich am schlechtesten ab.

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