Stromer boomen wegen Krieg
Ausgerechnet Trump macht E-Autos beliebt

Der hohe Ölpreis wegen des Iran-Kriegs wirkt sich auf die Autoverkäufe aus. In der Schweiz und in ganz Europa nahm das Interesse an E-Autos im März rapide zu.
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US-Präsident Donald Trump treibt den Ölpreis mit dem Iran-Krieg in die Höhe.
Foto: China News Service via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Iran-Krieg treibt Ölpreise hoch, steigert Nachfrage nach Elektroautos in der Schweiz
  • Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden stiegen im März um 38,1 Prozent
  • Der Dieselpreis liegt Anfang April bei durchschnittlich 2.24 Franken pro Liter
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Gabriel KnupferRedaktor News

Donald Trump (79) ist kein E-Auto-Freund. In seinem ersten Amtsjahr beendete der US-Präsident systematisch die Massnahmen zur Förderung der Elektromobilität. Doch mit seinem Krieg gegen den Iran wird nun ausgerechnet der bekennende Erdöl-Fan zum unfreiwilligen Förderer alternativer Antriebe.

«Steigende Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs beschleunigen den Wechsel zur Elektromobilität», sagt Stephan Jäggi, Geschäftsleiter Verband freier Autohandel Schweiz (VFAS). Das legen laut Jäggi die Verkaufszahlen fürs erste Quartal 2026 nahe, auch wenn es für eine Bilanz nach einem Monat Krieg noch zu früh ist.

Hybride gehen durch die Decke

Eine erste Tendenz lässt sich aber bereits erkennen. Im März – dem ersten vollen Monat nach Kriegsausbruch – stiegen die gesamten Neuzulassungen um 7,2 Prozent auf 23'010 Fahrzeuge. Dabei legten E-Autos überproportional um 21,7 Prozent und Plug-in-Hybride gar um 38,1 Prozent zu.

Auch die Occasionsimporte zeigen laut dem VFAS ein deutliches Bild: In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 11'966 Fahrzeuge importiert – 6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Stromer-Anteil stieg von 6,6 Prozent auf 7,8 Prozent, der Hybridanteil von 22,6 Prozent auf 28,6 Prozent.

Diesel über 2 Franken

Der Hintergrund: Der Krieg hat die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus empfindlich gestört. Die Ölpreise haben deshalb seit Kriegsausbruch um über 50 Prozent zugelegt. Denn in Friedenszeiten werden rund 20 Prozent des Erdöls durch die Meerenge verschifft.

Der höhere Ölpreis wirkt sich derweil direkt auf den Preis an der Zapfsäule aus. In der Schweiz liegt der Preis für ein Liter Bleifrei 95 laut Benzinpreisradar des TCS inzwischen bei 1.89 Franken. Ein Liter Diesel kostet im Schnitt sogar 2.24 Franken. Viele Autokäufer fürchten offenbar, dass die Ölpreise hoch bleiben werden. 

Ähnliches Bild in Deutschland

Nicht nur der Schweizer Autohandel merkt die Auswirkungen des Iran-Krieges. Auch in anderen europäischen Ländern boomen gerade E-Autos, wie die Agentur Reuters kürzlich berichtete. Laut Mobile.de, der grössten deutschen Fahrzeugplattform, hat sich der Anteil der E-Auto-Suchanfragen auf der Website seit Anfang März verdreifacht – von 12 Prozent auf 36 Prozent.

Ob sich dieser Trend fortsetzt, wird vom Ausgang des Krieges abhängen. Doch auch wenn der Krieg bald enden sollte, so zeigt er, wie abhängig Verbrenner-Fahrer von der Lage in einer sehr instabilen Region sind. Denn etwas ist klar: Der Einfluss des Ölpreises auf den Strompreis ist deutlich weniger ausgeprägt als auf den Benzinpreis.

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