Darum gehts
- Paris bietet kaum echte Weltpremieren: Smart #2 und Hyundai Bayon
- Europas Hersteller weichen auf Retro und Studien aus
- China prägt die Messe: BYD zeigt Atto 8 mit ultraschnellem Laden
Ein Autosalon lebt von seinen Premieren. Den Momenten, in denen das Tuch weggezogen wird und aus einer Silhouette unter allgemeiner Überraschung ein Auto wird. Solche Momente waren am Pariser Autosalon rar. Zwar sprachen die Hersteller grosszügig von Weltpremieren und auch der Veranstalter selbst versprach «über 60 Premieren» an der Seine. Dazu zählten aber auch, und in erster Linie, Europa- und Messepremieren und die zahlreichen Studien (auch interessant: Die coolsten Conceptcars am Pariser Autosalon).
VW hatte den ID. Tiguan bereits vor Messebeginn gezeigt, der Audi A2 E-Tron war seit September bekannt, ebenso Dacia Striker und Spring. Unter den Serienmodellen lässt sich die Liste der echten Neuheiten, die man zuvor auch auf Bildern noch nicht gesehen hat, deshalb auf zwei Namen reduzieren: Smart enthüllte mit dem #2 erstmals den fertigen Nachfolger des Fortwo, und Hyundai zeigte die neue Generation des Bayon (siehe Box).
Retro muss es richten
Und wenn es an echten Neuheiten fehlt, muss die Vergangenheit für Aufmerksamkeit sorgen. Renault und Alpine arbeiten schon länger erfolgreich die eigene Geschichte auf, jetzt spielt auch Stellantis die Historie so breit wie kaum zuvor. Citroën interpretiert den 2CV neu, Peugeot erinnert mit dem elektrischen E-T16 an glorreiche Rallyezeiten und Fiat greift beim Multiplay Ideen des eigenwilligen Multipla auf. Während der E-T16 und der Multiplay reine Fingerübungen bleiben, soll aus dem Citroën 2CV Concept bis 2028 dann tatsächlich ein Serienmodell entstehen.
Zu den auffälligsten Autos der Messe gehörte die Alpine A310 Vision. Der flache und breite Sportwagen nimmt die Form der historischen A310 auf und überträgt sie in ein retrofuturistisches Elektroauto. In Serie gehen dürfte diese allerdings nicht, Alpine bezeichnet sie ausdrücklich als Designübung, mit der die Möglichkeiten der neuen Sportwagen ausgelotet werden. Ebenfalls auf dieser Plattform aufbauen wird die nächste Generation der A110 – von der aber in Paris bloss eine ziemlich unspektakuläre Andeutung einer Silhouette gezeigt wurde. Ähnlich der Alfa Romeo Cuorerosso. Der Viertürer ist keine Vorschau auf ein konkretes Modell, sondern eine Studie, die zeigen soll, wie ein Alfa Romeo der Zukunft aussehen könnte. Ob die im Stellantis-Konzern zur Regionalmarke degradierte Traditionsmarke diese Vision jemals in ein Serienmodell wird übersetzen können, steht auf einem anderen Blatt. Das einzige Serienmodell von Stellantis, das erstmals vor Publikum gezeigt wurde, war übrigens der Fiat Grizzly.
China prescht vor
Während Europa in serienferner Erinnerung schwelgt, versucht China mit Technik und Entwicklungstempo aufzufallen. So auch BYD mit dem Atto 8, einem siebensitzigen Elektro-SUV. Dessen Eckdaten sind beachtlich: Eine 115-kWh-Batterie, bis 653 Kilometer Reichweite, bis zu 775 PS und Flash-Charging, das die Batterie in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent und in neun Minuten auf 97 Prozent lädt. Ganz neu ist der Atto 8 übrigens auch nicht: In China ist er schon seit über einem Jahr als Tang L auf dem Markt, im ersten Quartal 2027 kommt er dann auch zu uns.
Mehr als 60 Premieren waren angekündigt für den Pariser Autosalon. Streng genommen waren es aber nur zwei Serienmodelle, die in Paris erstmals vollständig enthüllt wurden: Der Smart #2 und der Hyundai Bayon.
Mit dem #2 kehrt Smart zurück zu den Wurzeln. Der nur 2,75 Meter kurze Zweiplätzer greift die Idee des Stadtflitzers auf, mit der Nicolas Hayek in den 1990er-Jahren die Entstehung des ersten Smart anstiess. Auch optisch zitiert er den früheren Fortwo. Und auch typische technische Merkmale nimmt die Neuauflage wieder auf, wie den Hinterradantrieb, die Tridion-Sicherheitszelle und die zweigeteilte Heckklappe.
Angetrieben wird der #2 von einem 82 PS starken Elektromotor im Heck. Die 35,8 kWh grosse Batterie soll für bis zu 290 Kilometer reichen und lässt sich mit maximal 65 kW in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Damit setzt der neue Smart keine technischen Rekorde, ist aber genau das elektrische Stadtauto, das zuletzt in Smarts immer grösser gewordenem Modellprogramm gefehlt hat. In der Schweiz ist der #2 bereits ab 18’300 Franken bestellbar.
Deutlich unspektakulärer, aber ebenfalls eine echte Premiere, ist die zweite Generation des Hyundai Bayon. Der kompakte SUV ist um 6,5 Zentimeter auf eine Länge von 4,25 Meter gewachsen und erhält ein neuen Look, der sich deutlich kantiger zeigt als bisher. Der Kofferraum ist von 411 auf 440 Liter gewachsen, ausserdem gibt es zusätzliche Assistenzsysteme. Zum Marktstart wird der Bayon mit einem Einliter-Turbobenziner mit 90 oder 115 PS erhältlich sein, im Laufe des nächsten Jahres soll dann noch ein Vollhybrid mit 138 PS folgen.
Mehr als 60 Premieren waren angekündigt für den Pariser Autosalon. Streng genommen waren es aber nur zwei Serienmodelle, die in Paris erstmals vollständig enthüllt wurden: Der Smart #2 und der Hyundai Bayon.
Mit dem #2 kehrt Smart zurück zu den Wurzeln. Der nur 2,75 Meter kurze Zweiplätzer greift die Idee des Stadtflitzers auf, mit der Nicolas Hayek in den 1990er-Jahren die Entstehung des ersten Smart anstiess. Auch optisch zitiert er den früheren Fortwo. Und auch typische technische Merkmale nimmt die Neuauflage wieder auf, wie den Hinterradantrieb, die Tridion-Sicherheitszelle und die zweigeteilte Heckklappe.
Angetrieben wird der #2 von einem 82 PS starken Elektromotor im Heck. Die 35,8 kWh grosse Batterie soll für bis zu 290 Kilometer reichen und lässt sich mit maximal 65 kW in 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Damit setzt der neue Smart keine technischen Rekorde, ist aber genau das elektrische Stadtauto, das zuletzt in Smarts immer grösser gewordenem Modellprogramm gefehlt hat. In der Schweiz ist der #2 bereits ab 18’300 Franken bestellbar.
Deutlich unspektakulärer, aber ebenfalls eine echte Premiere, ist die zweite Generation des Hyundai Bayon. Der kompakte SUV ist um 6,5 Zentimeter auf eine Länge von 4,25 Meter gewachsen und erhält ein neuen Look, der sich deutlich kantiger zeigt als bisher. Der Kofferraum ist von 411 auf 440 Liter gewachsen, ausserdem gibt es zusätzliche Assistenzsysteme. Zum Marktstart wird der Bayon mit einem Einliter-Turbobenziner mit 90 oder 115 PS erhältlich sein, im Laufe des nächsten Jahres soll dann noch ein Vollhybrid mit 138 PS folgen.
Und weil die nötige Infrastruktur dafür in Europa noch nicht vorhanden ist – in China soll es bereits über 12’000 davon geben –, will BYD gleich selbst liefern. Bis Ende 2026 sollen in Europa bereits hundert solcher Schnelllader mit bis zu 1500 kW Ladeleistung stehen, Ende 2027 sollen es dann 3000 sein.
Während es die europäischen Hersteller also weitgehend verpassen, eine ihrer wichtigsten Messen als Bühne für echte Neuheiten zu nutzen, markieren die Chinesen eindrückliche Präsenz: 25 der rund 60 vertretenen Marken stammen aus China, darunter auch Leapmotor, Geely, Lynk & Co und Chery. Mit Serienmodellen und ehrgeizigen Ankündigungen zeigen sie, was «China Speed» bedeutet. Und verleihen dem Pariser Autosalon damit jene Relevanz, die ihm die europäischen Hersteller durch ihre Zurückhaltung nehmen.