VW enthüllt Elektroversion des Bestsellers
Das ist der neue ID. Tiguan

VW ID.4 und ID.5 sind Geschichte. Volkswagen ersetzt das elektrische Zwillingspaar mit dem ID. Tiguan und bringt damit nicht nur einen bekannten Namen in die Elektropalette, sondern auch ein gefälligeres Design und mehr Wertigkeit im Innenraum.
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Nach dem ID. Polo bringt VW mit dem nun enthüllten ID. Tiguan etablierte Modell-Bezeichnungen in die Elektropalette.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Noch dieses Jahr kommt der neue VW ID. Tiguan auf den Markt
  • Der Mittelklasse-SUV ersetzt künftig die beiden Elektromodelle ID.4 und ID.5
  • Qualität ist deutlich gestiegen, die Elektrotechnik wird vom Vorgänger übernommen

Gut so: VW bringt die etablierten Modell-Bezeichnungen jetzt auch in die Elektropalette. Der ID.2 hat es vorgemacht und ist seit kurzem als ID. Polo auf dem Markt. Demnächst folgt der ID. Tiguan, der mit ID.4 und ID.5 gleich zwei Fahrzeuge ersetzt.

Mindestens genauso wichtig für die Kunden: Auch wenn die Technik des 4,62 Meter langen Mittelklasse-SUV weitgehend unverändert bleibt, wirkt das Design innen wie aussen wertiger, schicker und gefälliger. Ein Nachschlag bei der Technik bleibt trotz der mächtiger werdenden Konkurrenz leider aus, denn aufgrund der bekannten MEB-Plattform liegen keine grossen Sprünge bei den technischen Daten drin.

Technik mit Defiziten

Kein Wunder, kennen wir die Leistungsdaten bereits von anderen Konzernmodellen auf gleicher Plattform. Die Basisversion mit 190 PS (140 kW) ist an den kleinen 61-kWh-LFP-Akku gekoppelt und lädt wie der neue Audi A2 E-Tron mit maximal 105 kW – das ist leider etwas mau. Die beiden darüber rangierenden Versionen mit 286 PS (210 kW) starkem Heck- oder 299 PS (220 kW) starkem Allradantrieb können trotz des immerhin 84 kWh grossen NMC-Akkus ebenfalls nur mässig flott nachtanken. Mit maximal 165 kW am Schnelllader, der oftmals 300 bis 400 kW bietet, dauert es bei allen Varianten rund 30 Minuten, bis die Batterien von 10 auf 80 Prozent erstarkt sind. Die Reichweite des ID. Tiguan liegt je nach Batteriepaket und Motorleistung zwischen 450 und 600 Kilometer.

Auf der Strasse kann der neue ID. Tiguan aber überzeugen und fährt sich sehr ähnlich wie der bisherige ID.4, wie eine erste kurze Testrunde im noch getarnten Prototypen zeigt: flotter Anzug, direkte Lenkung, stramme Abstimmung und ein niedriges Geräuschniveau.

Wer das Leistungsdefizit gegenüber der internationalen Elektrokonkurrenz moniert – selbst die Topversion braucht rund 7,0 Sekunden bis Tempo 100 und wird maximal 180 km/h schnell –, dürfte beizeiten eines Besseren belehrt werden. Nach Skoda-Vorbild sollte eine neue GTI-Version mit mindestens 340 PS (250 kW) den bisherigen VW ID.5 GTX ersetzen. Und selbst über eine R-Version mit mehr als 400 PS wird nachgedacht, die auf der deutschen Autobahn dann auch mehr als 200 km/h schaffen sollte.

Auch die Verbrenner bleiben

Ebenso wie aussen hat der VW ID. Tiguan auch im Innenraum mit wertigeren Oberflächen und dem grossen Zentraldisplay spürbar gewonnen, wobei neu ein Beifahrerbildschirm erhältlich ist. Das Ladevolumen von 534 bis 1577 Litern bleibt stattlich. Die digitalen Instrumente lassen sich wie beim ID. Polo auf Retro-Look einstellen – und erinnern dann an die erste Golf-Generation. Doch: Warum Golf und nicht die erste Tiguan-Generation? Schliesslich wurden seit 2007 mehr als 8,3 Millionen Tiguans abgesetzt – was ihn zum aktuell meistverkauften VW-Modell weltweit macht.

Und das dürfte so bleiben: Denn neben der neuen Elektro-Variante wird VW den Tiguan auch weiterhin als Benziner, Diesel, Hybrid und Plug-in-Hybrid anbieten.

Zu den Schweizer Preisen hält sich VW bedeckt. Der aktuelle ID.4 mit grossem 77-kWh-Akkupaket geht bei knapp unter 50'000 Franken los.

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