Millionensalär – obwohl er an der Krise mitschuldig ist
Ex-Krisen-Manager kassiert bei VW mehr als der aktuelle CEO

Trotz Gewinneinbruch und einem drohenden Job-Kahlschlag kassieren die VW-Topmanager Millionen. Topverdiener ist Ex-Chef Herbert Diess, der sogar CEO Oliver Blume hinter sich lässt.
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Der frühere VW-Chef Herbert Diess war 2025 immer noch der Topverdiener im VW-Konzern.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ex-CEO Herbert Diess erhielt 2025 immer noch 9 Millionen Euro Vergütung
  • Konzernchef Oliver Blume kassierte 7,4 Milionen – obwohl der Gewinn einbrach
  • Angesichts von 50'000 gefährdeten Jobs sorgen die Gehälter und Boni für Kritik
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Gabriel KnupferRedaktor News

Der deutsche Autoriese VW steckt in einer tiefen Krise. 2025 brach der Gewinn um fast die Hälfte auf 6,9 Milliarden Euro ein. Doch die Chefetage konnte im letzten Jahr trotzdem Millionengehälter einstreichen.

Dass die Manager gleichzeitig einen rigorosen Sparkurs fahren, sorgt für viel Kritik. «Arbeiter zittern – Boni für VW-Bosse bleiben», titelte die deutsche «Bild»-Zeitung angesichts des geplanten Jobabbaus. Alleine in Deutschland will der Konzern bis 2030 rund 50'000 Stellen streichen.

9 Millionen Euro für Herbert Diess

Besonders auffällig: Selbst ehemalige Chefs kassieren weiterhin Millionensaläre. Topverdiener war Herbert Diess (67), der VW von 2018 bis 2022 geleitet hatte. 2025 bekam Diess eine Gesamtvergütung von 9 Millionen Euro – mehr als Konzernchef Oliver Blume (57)! Der aktuelle CEO des VW-Konzerns kam einschliesslich Altersvorsorge und variabler Vergütung (Bonus) auf 7,4 Millionen Euro.

Blumes Verdienst lag damit rund 3 Millionen Euro tiefer als im Jahr zuvor. Dazu muss man wissen: Blume und die weiteren Mitglieder der Konzernleitung verzichteten auf einen Teil ihres Gehalts. Der Bonus für seine Arbeit als Porsche-Chef entfiel zudem vollständig, nachdem der Gewinn des Sportwagenbauers um 98 Prozent einbrach.

Auch die ehemaligen Chefs Matthias Müller (72, 2015-2018) und Martin Winterkorn (78, 2007-2015) erhalten laut einem «Bild»-Artikel vom letzten Jahr weiterhin ihre jährliche Pensionszahlung von 1,2 respektive 1,3 Millionen Euro. Doch Diess' Vergütung lag weit höher. Der Grund: Diess stand bei VW trotz seinem Ausscheiden aus der Konzernspitze bis im Oktober 2025 auf der Gehaltsliste.

Während die aktuelle Konzernspitze um Blume wie schon im Vorjahr wegen des Sparprogramms auf einen Teil des Gehalts verzichtete, wurde bei Diess nicht gekürzt. Der Ex-Chef war deshalb wie 2024 der bestbezahlte Manager des Konzerns.

Bonussystem in der Kritik

Trotz Verzicht von Blume und Co. steht das Bonussystem des VW-Konzerns in der Kritik. Der Bonus für die Geschäftsleitung errechnet sich aus dem Netto-Cashflow im Autogeschäft und der operativen Umsatzrendite.

Zwar haben beide Kennzahlen mit dem Gewinn zu tun. Doch der Netto-Cashflow, der die Liquidität eines Unternehmens misst, sagt laut Kritikern nicht viel über die langfristige Ertragskraft einer Firma aus. Laut dem Fachblatt «Auto Motor und Sport» glich der Cashflow im Fall von VW die schwache Rendite teilweise aus, womit die Boni trotz schwacher Profitabilität erhalten blieben.

Klar ist: Die Millionenboni für die Konzernspitze lassen sich bei VW schwerlich mit der Leistung des Managements rechtfertigen. Schliesslich waren es die Bosse von Winterkorn bis Blume, die die Strategie zu verantworten haben, mit der der Konzern in die Krise geriet.

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