Darum gehts
- Drei Viertel der Schweizer Autokäufer achten besonders auf den Preis
- Frauen planen 10’000 Franken weniger für Autokäufe als Männer ein
- E-Autos aus den USA (Tesla) sind für viele Kaufwillige keine Option mehr
Der Slogan «Geiz ist geil» gilt ganz besonders für Schweizer Autokäufer. Drei Viertel achten bei der nächsten Anschaffung vor allem aufs Budget, wie eine neue Axa-Umfrage zeigt. Dahinter folgt der Verbrauch mit 56 Prozent.
Komfort (49 %), Sicherheit (44 %), Reichweite (42 %) und Stauraum (38 %) sind weit weniger wichtig. Marke und Optik sind nur für ein Drittel der Befragten entscheidend.
Occasion oder späterer Kauf
Über ein Drittel schiebt den Kauf aus Kostengründen derzeit ganz auf. «Die geopolitische und wirtschaftliche Lage scheint die Bevölkerung zu verunsichern, sodass viele bei grossen Anschaffungen wie dem Autokauf zurückhaltend sind», sagt Michael Hermann (54), Geschäftsführer des Instituts Sotomo, das die Studie für Axa ausführte. Hermanns Einschätzung stützen die anhaltend schwachen Verkaufszahlen der Schweizer Auto-Importeure, die im ersten Halbjahr 2026 rund 116'600 Autos verkaufen konnten – vor der Pandemie lag die Zahl bei bis zu 150'000.
Es gibt aber auch sanftere Sparstrategien: 58 Prozent wollen lieber eine Occasion statt eines Neuwagens kaufen. Andere weichen auf eine günstigere Marke (27 %) oder ein kleineres Auto (26 %) aus. Im Schnitt liegt das Budget für den nächsten Autokauf bei 30’000 Franken. Auffällig: Frauen wollen rund 10'000 Franken weniger ausgeben als Männer.
Mehr Interesse an E-Autos
Sparen lässt sich auch im Betrieb. Aktuell schenkt besonders der hohe Benzinpreis ein. Die Folge: Nur noch 39 Prozent der Kaufwilligen möchten einen Verbrenner anschaffen (verglichen mit 48 Prozent im Vorjahr). 30 Prozent ziehen einen Stromer in Betracht und 31 Prozent wollen einen Hybriden oder Plug-in-Hybriden.
Die Zahlen zeigen, dass sich die Offenheit gegenüber E-Autos kaum verändert hat: In den letzten Jahren sagten jeweils immer etwa 60 Prozent der Befragten, dass sie sich grundsätzlich vorstellen können, einen Stromer zu kaufen. Bei knapp 30 Prozent kommt ein E-Auto keinesfalls in die Garage.
China beliebter – Deutschland Spitze
Die Sparmentalität hilft den Herstellern aus China. Mittlerweile können sich 43 Prozent der potenziellen Schweizer E-Auto-Käufer vorstellen, einen chinesischen Stromer zu kaufen. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2025.
Japanische (59 %) und koreanische (50 %) E-Autos werden ebenfalls beliebter. Die meisten europäischen Herstellerländer haben hingegen an Boden verloren. Einzig Deutschland liegt weiterhin mit grossem Abstand an der Spitze der beliebtesten Herstellerländer: 84 Prozent der angehenden Stromer-Käufer können es sich vorstellen, ein deutsches E-Auto zu kaufen.
Für die USA beträgt dieser Wert hingegen unterirdische 21 Prozent. Zumindest in der Schweiz scheint das Image des Elektro-Pioniers Tesla wegen Elon Musks (55) Unterstützung für US-Präsident Donald Trump (80) weiterhin beschädigt zu sein (auch interessant: Tesla hat ein Musk-Problem).