Darum gehts
- Paris und Berlin wollen EU-CO₂-Flottenziele lockern
- EVP warnt vor Jobverlusten; Sozialdemokraten sind gegen Lockerung
- Schweiz: 36 Prozent E-Autos unter Neuzulassungen im September
Das Engagement der EU für die E-Mobilität schwindet weiter. Die Regierungen von Frankreich und Deutschland sind sich offenbar über eine zusätzliche Lockerung der Massnahmen einig, wie das Fachblatt «Automobilwoche» berichtet.
Konkret: Die CO₂-Flottenvorgaben bis 2035 könnten weniger strikt werden. Und auch das Ziel einer CO₂-Reduktion von 90 Prozent ab 2035 steht infrage. Besonders die deutsche Regierung drängte in der Vergangenheit stark auf diese Erleichterungen für die Autoindustrie.
EVP: Jobs in Gefahr
Ob die Pläne durchkommen, ist offen. Im EU-Parlament braucht die konservative EVP die Stimmen der Sozialdemokraten. Und die wehren sich gegen jede Aufweichung.
Die EVP hat im Frühling weitere Lockerungsmöglichkeiten vorgestellt. So könnten etwa mit Biofuels betankte Verbrenner als emissionsfrei gelten. Auch eine Besserstellung von Plug-in-Hybriden oder die Anrechnung von «grünem Stahl» würde der Autoindustrie laut der EVP helfen.
Zu strenge CO₂-Vorgaben würden Zehntausende Jobs gefährden, argumentiert EVP-Fraktionschef Manfred Weber (54). Mit dieser Botschaft will er die Sozialdemokraten auf eine industriefreundlichere Linie bringen.
Wandel kommt von selbst
Am Ende entscheidet aber wohl gar nicht die Regulierung aus Brüssel über die E-Mobilität. Der Wandel ist wegen der hohen Benzin- und Dieselpreise längst in Gang. In der Schweiz erreichten reine Stromer im September 36 Prozent der Neuzulassungen.
Und nicht nur mit den Betriebskosten können E-Autos punkten. Eine neue Auswertung von Autopapst Ferdinand Dudenhöffer (75) zeigt: Auch beim Anschaffungspreis schliesst sich die Lücke. Seit Juni 2024 sind E-Autos in Deutschland um 4414 Euro oder 14 Prozent preiswerter geworden.
Mit oder ohne Verbrenner-Aus: E-Autos werden sich ganz von selber durchsetzen, wenn sie sich für die Konsumenten wirklich lohnen.