Darum gehts
- Hohe Treibstoffpreise treiben den E-Auto-Boom in Europa
- 30 Prozent der Neuwagen in Europa sind Stromer, in der Schweiz sind es 36 Prozent
- Die Preislücke zu Verbrennern schrumpft durch Rabatte und China-Marken
E-Autos boomen europaweit wegen des Krieges in Nahost. Wegen der hohen Benzin- und Dieselpreise entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Stromer.
Erstaunlich ist insbesondere das rasante Tempo des Wandels. Laut einer Berechnung des Center Automotive Research (CAR) von Ferdinand Dudenhöffer (75) fahren inzwischen rund 30 Prozent der Neuzulassungen in Europa vollelektrisch. In der Schweiz lag der Anteil im September gar bei 36 Prozent.
Preislücke schliesst sich
Im Betrieb sind E-Autos schon lange günstiger als Benziner oder Diesel. Bei der Anschaffung hinkten sie hinterher. Doch eine neue CAR-Auswertung zeigt: Die Preislücke schliesst sich rasant.
Der effektiv bezahlte Durchschnittspreis für die 25 beliebtesten Stromer (34'684 Euro) liegt nur noch 2000 Euro über dem der Top-25-Verbrenner (32'560 Euro). Die Daten stammen zwar aus Deutschland, doch der Schweizer Trend ist identisch.
Chinesen drängen nach Europa
Laut Dudenhöffer sind E-Autos in Deutschland seit 2024 um 4414 Euro oder 14 Prozent preiswerter geworden. Ein wichtiger Grund: Immer mehr chinesische Hersteller drängen nach Europa und in die Schweiz.
In diesem Jahr starteten hierzulande beispielsweise die beiden Riesen Chery und Geely. Chery bringt gleich eine ganze Reihe von Marken an den Start. Und wie schon BYD oder Leapmotor haben die chinesischen Neueinsteiger attraktive Preise.
Neue Technologien
Die chinesischen Hersteller profitieren von tieferen Arbeitskosten (sprich Löhnen) und billigeren einheimischen Batterien. Dazu kommen moderne Produktionstechnologien, welche die Herstellungskosten weiter drücken.
Damit lassen sich auch hochwertige E-Autos günstiger produzieren. Diese verkaufen die Chinesen mit Vorliebe im Westen, wo sie das Doppelte oder Dreifache als in der Heimat verlangen können – und damit immer noch oft billiger sind als die westlichen Hersteller.
Entwicklung geht weiter
Doch auch die europäischen Hersteller lernen dazu. Marken wie BMW, Opel oder Skoda geben in Deutschland teils Rabatte von über 20 Prozent auf den Listenpreis. Vor allem bei älteren Modellen sind sie zu grossen Preisnachlässen auf ihre Stromer bereit.
«Die Attraktivität des E-Autos steigt für Neuwagenkäufer weiter», so Dudenhöffer. «Erstens durch neue Modelle und eine grosse Vielfalt von mehr als 170 Modellen. Zweitens durch bessere Preise und hohe Rabatte bei älteren Modellen. Und drittens natürlich durch die weiterhin hohen Benzin- und Dieselpreise.»