Darum gehts
- Auto-Schweiz-Präsident Präsident Grünenfelder bleibt bis 2029 im Amt
- Er fordert flexible CO₂-Ziele und Abschaffung der Automobilsteuer
- Autofahrer und Autoindustrie zahlen jährlich 13 Milliarden Franken an den Staat
Der Schweizer Autohandel steckt in der Krise: Die Verkäufe stagnieren und der Wandel zur Elektromobilität geht zu langsam. Die Importeure fragen sich, was passieren muss, damit hierzulande wieder mehr Autos verkauft werden.
Peter Grünenfelder (58), Präsident der Importeursvereinigung Auto-Schweiz, fordert seit seiner Amtseinführung vor drei Jahren mehr Unterstützung des Bundes – bis nach Bern dringt er damit selten durch. Doch kampflos gibt Grünenfelder nicht auf: Seit Dienstag ist klar, dass der Auto-Schweiz-Präsident für weitere drei Jahre im Amt bleibt.
An der Generalversammlung feuerte der Nachfolger von Bundesrat Albert Rösti (58) eine politische Breitseite ab. Seine Mission: die Krise im Autohandel stoppen. Die Kernpunkte: weniger Regulierung und eine Entlastung von Händlern und Automobilisten bei Steuern und Abgaben.
Strafen treffen Käufer
Grünenfelder wettert gegen den Regulierungswahn. Vor allem die CO₂-Vorschriften sind ihm ein Dorn im Auge. Weil der Bund mit Millionenstrafen droht, bluten am Ende die Käufer: «Die Sanktionen verteuern Verbrenner und E-Autos», warnte der Auto-Lobbyist bereits im Januar gegenüber Blick. Die Schweiz müsse die CO₂-Flottenziele deshalb dringend flexibler gestalten – so wie es die EU bereits mache.
Der Auto-Schweiz-Präsident fordert zudem eine Entlastung bei Steuern und Abgaben. Die Autofahrer und die Autoindustrie lieferten heute jährlich fast 13 Milliarden Franken an den Staat ab. «Die vierprozentige Automobilsteuer muss abgeschafft werden», sagt Grünenfelder. Sie sei der letzte Industriezoll, den die Schweiz noch erhebt.
Milliarden fliessen in die Schiene
Damit das Autofahren attraktiv bleibt, müsse zudem mehr Geld in den Strassenausbau investiert werden. Grünenfelder kritisiert das krasse Ungleichgewicht beim Bund: Milliarden würden in die Schiene fliessen, während die Strasse nur Brosamen abbekommt.
Und das, obwohl zwei Drittel des Verkehrs auf der Strasse rollen. Die logische Folge: Rekordstaus.