Darum gehts
- Elektroautos in der Schweiz erreichen erstmals Preisparität mit Verbrennern
- Bis zu 600 km Reichweite und 10 Minuten Ladezeit für 300 km
- Schweiz hat 17'500 öffentliche Ladepunkte, 20 Prozent sind Schnellladestationen
Als Tesla 2013 mit dem Model S das erste praxistaugliche E-Auto in Grossserie auf den Markt bringt, steckt die E-Mobilität noch in den Kinderschuhen. Die wegen Tesla in Panik geratenen grossen Autohersteller machen sich schleunigst daran, eigene Stromer zu entwerfen, die davor jahrzehntelang sträflich vernachlässigt worden sind. So dauert es Jahre, bis etwa Audi, Mercedes oder VW ernst zu nehmende E-Mobile auf den Markt bringen. BMW experimentiert 2013 mit dem schrägen Ökomobil i3 immerhin schon mit der Elektro-Materie, ansonsten bieten nur Renault mit dem kleinen Zoe und Nissan mit dem kompakten Leaf Stromer für Early Adopter an.
Zwar stampft CEO Elon Musk (54) für den Tesla Model S gleich ein flächendeckendes Ladenetz an Superchargern aus dem Boden, das bis heute fast konkurrenzlos gut ist. Doch die anderen genannten Modelle schaffen selbst bei Optimalbedingungen kaum mehr als 200 Kilometer am Stück, bis sie wieder stundenlang an der Steckdose oder der Wallbox laden müssen.
Selbst die ersten Premiumstromer von Audi (E-Tron), Jaguar (I-Pace) oder Mercedes (EQC) kommen trotz hoher Preise nicht an die Reichweiten und die Effizienz von Tesla heran und verfestigen bei vielen Autofahrern das Bild, das bis heute in den Köpfen steckt: E-Autos sind zu teuer, haben zu wenig Reichweite und zu lange Ladezeiten.
Batterie-Laufleistungen von über 300'000 Kilometern
Doch aus einer Handvoll Modellen sind mittlerweile rund 340 geworden, die auf dem Schweizer Markt erhältlich sind und die sich bei den Preisen den Verbrennern nicht nur angenähert haben, sondern sie teils sogar schon unterbieten. Diese Preisparität geht einher mit immer besserer Elektrotechnik – getrieben auch von zahlreichen chinesischen Herstellern, die den etablierten Autokonzernen zunehmend das Wasser abzugraben versuchen.
So erreichen Modelle wie der neue Mercedes GLC oder der gerade gestartete BMW iX3 Real-Reichweiten von 600 Kilometern und mehr und laden in zehn Minuten Energie für weitere 300 bis 400 Kilometer in die Akkupakete. Auf diese versprechen die Hersteller Garantien von bis zu zehn Jahren, bis die Kapazität unter die kritische Marke von 70 bis 80 Prozent fällt. Zahlreiche Langzeittests sprechen den Batterien im Schnitt Laufleistungen von 300'000 Kilometern und mehr zu.
Natürlich sind die für Langstrecken wichtigen Schnellladeleistungen nur an entsprechenden Hyperchargern zu schaffen, welche die Batterien schon heute mit theoretisch bis zu 400 Kilowatt (kW) mit Energie vollpumpen. Das öffentliche Ladenetz, von Kritikern immer noch als zu dünn taxiert, kann sich ebenfalls sehen lassen – besonders in der Schweiz. Der Branchenverband Swiss eMobility beziffert die Anzahl öffentlicher Ladepunkte auf landesweit rund 17'500, mehr als 20 Prozent davon sind Schnellladestationen mit Leistungen von über 100 kW.
In ganz Europa wird das Netz auf etwa 400'000 öffentliche Ladepunkte geschätzt, wobei vor allem Nord-, Mittel- und Westeuropa schon sehr gut abgedeckt sind. Fast jede sechste Ladestation erreicht die für Langstrecken wichtigen hohen Leistungen.
Kabelsalat bei den langsamen Ladern
Während bei den «langsamen» AC-Stationen bis 22 kW unzählige Anbieter mit teils eigenen Apps und Bezahlsystemen um die Gunst der (oft genervten) Kundschaft buhlen, kristallisieren sich bei den kostenintensiven Hyperchargern mit Leistungen von mehr als 150 kW einige wenige Anbieter heraus, die das Schnellladeangebot kontinuierlich ausbauen.
An den DC-Säulen, die heute maximal 300 bis 400 kW bereitstellen, dauert ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent (ab 80 Prozent Akkustand sinkt die Leistung deutlich ab) mit einem entsprechenden E-Auto nur noch knapp 20 Minuten. Selbst günstigere Kompakt- und Mittelklassemodelle, die meist mit maximal 200 kW zapfen, müssen heute kaum länger als 30 Minuten stehen, bis Energie für die nächsten 300 bis 400 Kilometer geladen ist. Neben neuen Playern wie Ionity, Fastned und Gofast sind auch viele grosse Ölmultis wie Aral (Pulse), Avia (Volt), Shell (Recharge) und Socar (Charge) ins Business mit dem schnellen Strom eingestiegen.
E-Auto-Batterien in wenigen Minuten mit Energie für fast 1000 Kilometer zu füllen, hörte sich vor Kurzem noch utopisch an. Doch der mittlerweile weltweit grösste Hersteller von Plug-in-Hybriden und reinen Stromern, BYD, stellte bereits 2025 neuartige Megawatt-Ladestationen mit Leistungen von bis zu 1000 kW vor. Jetzt folgt die Ankündigung noch leistungsstärkerer Flash-Charger mit bis zu 1500 kW. In einer auch für Kunden zugänglichen Testanlage in der China-Tech-Metropole Shenzhen laden die mit BYDs neuesten Blade-Batterien ausgestatteten Modelle in neun Minuten Strom für bis zu 1000 Kilometer. Rund dreimal so schnell wie die heute auch in der Schweiz eingesetzten Hypercharger. Die neuen revolutionären Megawatt-Schnellladestationen dürften in absehbarer Zeit auch nach Europa kommen: Neben dem noch im Frühjahr 2026 startenden Z9GT von BYDs Edelmarke Denza mit mächtiger 122-kWh-Batterie und bis zu 1156 PS sollen schon bald auch günstigere E-Modelle vom Superschnellladen profitieren.
E-Auto-Batterien in wenigen Minuten mit Energie für fast 1000 Kilometer zu füllen, hörte sich vor Kurzem noch utopisch an. Doch der mittlerweile weltweit grösste Hersteller von Plug-in-Hybriden und reinen Stromern, BYD, stellte bereits 2025 neuartige Megawatt-Ladestationen mit Leistungen von bis zu 1000 kW vor. Jetzt folgt die Ankündigung noch leistungsstärkerer Flash-Charger mit bis zu 1500 kW. In einer auch für Kunden zugänglichen Testanlage in der China-Tech-Metropole Shenzhen laden die mit BYDs neuesten Blade-Batterien ausgestatteten Modelle in neun Minuten Strom für bis zu 1000 Kilometer. Rund dreimal so schnell wie die heute auch in der Schweiz eingesetzten Hypercharger. Die neuen revolutionären Megawatt-Schnellladestationen dürften in absehbarer Zeit auch nach Europa kommen: Neben dem noch im Frühjahr 2026 startenden Z9GT von BYDs Edelmarke Denza mit mächtiger 122-kWh-Batterie und bis zu 1156 PS sollen schon bald auch günstigere E-Modelle vom Superschnellladen profitieren.
Allerdings gehts zunehmend nicht nur um Schnelligkeit. Immer mehr Hersteller versuchen, die Ladestopps für ihre Kunden so angenehm wie möglich zu gestalten. So haben etwa Audi und Porsche an ausgewählten Standorten edel ausstaffierte Lounges errichtet, in denen die Kundschaft während des Ladevorgangs bei Snacks und Drinks entspannen kann.
Tesla eröffnete im Sommer 2025 am berühmten Santa Monica Boulevard in der US-Metropole Los Angeles das erste Tesla Diner, das das Laden des Stromers im Ambiente der 1950er-Jahre zum Erlebnis für die ganze Familie macht. Zur Stärkung gibts Burger und Pommes frites, zur Unterhaltung Blockbuster auf Open-Air-Screens. Insgesamt stehen 80 Schnellladestationen bereit, wobei auch Autos anderer Marken die Säulen nutzen dürfen.
Diese E-Autos laden am schnellsten
| Marke und Modell | Max. Ladeleistung in kW | Ladedauer 10–80 % in Min. | Reichweite WLTP |
| Audi Q6 E-Tron | 270 | 21 | 661 |
| BMW iX3 | 400 | 15 | 580 |
| Lotus Emeya | 420 | 15 | 580 |
| Lucid Gravity | 400 | 26 | 748 |
| Mercedes GLC EQ | 330 | 22 | 673 |
| MG IM6 | 396 | 17 | 555 |
| Polestar 5 | 350 | 22 | 678 |
| Porsche Cayenne Electric | 390 | 16 | 648 |
| Smart #5 | 400 | 18 | 590 |
| Volvo EX60 | 400 | 19 | 810 |
| XPeng G9 | 525 | 12 | 585 |
| Zeekr 7X | 480 | 16 | 615 |
Der Blick in die Zukunft
Doch wer wissen will, wie das Laden in naher Zukunft aussieht, muss nach China schauen. Dort hat Branchengigant BYD letztes Jahr revolutionäre Megawattlader angekündigt, die mit bis zu 1000 kW innerhalb von fünf Minuten Strom für 400 Kilometer in die sogenannten Blade-Batterien pressen. Schon jetzt betreibt BYD in China ein Netz von mehr als 4000 Stationen – bis Ende Jahr sollen es bereits 20'000 sein.
Kürzlich folgte die Ankündigung, dass sogar schon sogenannte Flash-Charger mit Leistungen von bis zu 1500 kW getestet werden. In offiziellen Videos laden Modelle der BYD-Edelmarken Denza und Yangwang ihre riesigen Akkus mit Reichweiten von bis zu 1000 Kilometern in wenigen Minuten voll – und das sogar unter Extrembedingungen von bis zu minus 30 Grad.
Die Megawattlader könnten dereinst auch in Innenstädten zum Einsatz kommen, wo der Bedarf hoch und der Platz begrenzt ist. Auch in Europa haben Anbieter wie Electra das Potenzial solcher Standorte erkannt und errichten in Städten wie Zürich Hypercharger, die schon bald Leistungen im Megawatt-Bereich erreichen könnten. Die Ära, in der Laden so schnell wie Benzintanken an der Zapfsäule dauert, ist also nicht mehr weit entfernt.
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