Darum gehts
- USA und Iran schliessen Friedensabkommen in Genf, Fokus auf Nahost-Stabilität
- Bericht: Bei Einhaltung des Deals winkt Iran 300-Milliarden-Dollar-Investitionsfonds
- Iran könnte Zugang zu eingefrorenen Milliarden und wirtschaftlichem Comeback erhalten
Die USA haben weitreichende Ziele mit dem Iran-Abkommen verknüpft. Washington und Teheran sollen sich darin zu Frieden in Nahost verpflichten. Das am Freitag in Genf zu unterzeichnende Abkommen sieht vor, dass Iran seine Atomambitionen aufgibt und seine Unterstützung für Hamas, Hisbollah und die Huthis beendet.
US-Vizepräsident J. D. Vance (41) deutete gegenüber CNN an, dies sei im Grundsatz im Abkommen festgehalten. Beide Seiten hätten sich demnach zu regionalem Frieden und Stabilität zu bekennen.
300-Milliarden-Köder
Um das Abkommen einzuhalten, locken die USA das Regime mit einer gewaltigen wirtschaftlichen Perspektive – einem archetypischen Trump-Deal: Sollte Teheran die vereinbarte Waffenruhe einhalten und Frieden fördern, die Strasse von Hormus offen halten und im Atomstreit kooperieren, könnte ein Investitionsfonds von bis zu 300 Milliarden Dollar entstehen.
Die USA setzen gegenüber Iran auf eine klassische Strategie aus Druck und Anreizen, wie die renommierte «Financial Times» unter Berufung auf einen hohen US-Beamten in Washington berichtet, dem Details vorliegen. Das gewaltige wirtschaftliche Angebot auf dem Tisch könnte dem Land den Weg zurück in die Weltwirtschaft ebnen.
Nach Informationen der Wirtschaftszeitung wäre der Fonds Teil eines umfassenden Abkommens zwischen den USA und Iran. Voraussetzung ist, dass Teheran die vereinbarte Waffenruhe einhält, die wichtige Schifffahrtsroute durch die Strasse von Hormus offenlässt und bei den Verhandlungen über sein Atomprogramm mitarbeitet. Laut Vance sollen Inspektoren der Uno-Atombehörde IAEA nach Iran zurückkehren und die Vernichtung der iranischen Bestände an hochangereichertem Uran überwachen.
Iran-Comback?
Für Iran wäre dies eine wirtschaftliche Chance von historischer Dimension. Das Land leidet seit Jahren unter internationalen Sanktionen, hoher Inflation, Währungsproblemen und mangelnden Auslandsinvestitionen. Ein Ende der Sanktionen könnte Milliarden an eingefrorenen Vermögenswerten freisetzen und internationalen Unternehmen den Zugang zu einem Markt mit rund 90 Millionen Einwohnern ermöglichen.
Besonders attraktiv wäre Iran für Investoren wegen seiner gewaltigen Öl- und Gasreserven sowie seines grossen Infrastrukturbedarfs. Nach Jahren der Isolation müssten Strassen, Energieanlagen, Industrie und Technologie modernisiert werden. Genau dort sehen Unternehmen aus Europa, Asien und den USA grosses Potenzial.
Die Milliarden sollen nicht aus Staatskassen fliessen. Stattdessen setzen die USA auf internationale Investoren vorab aus Golfstaaten, die nach einer Lockerung der Sanktionen wieder Geschäfte in Iran machen wollen.
Strategische Hoffnung
Gleichzeitig bleibt Washington hart. Die USA wollen finanzielle Erleichterungen nur schrittweise gewähren. Jede weitere Öffnung soll davon abhängen, ob Iran die Vereinbarungen tatsächlich einhält. Im Zentrum steht dabei das Atomprogramm. Die Regierung von Präsident Donald Trump (80) will sicherstellen, dass Teheran sein Programm nicht wieder aufbaut und internationale Kontrollen akzeptiert.
Damit verfolgt Washington einen klaren Zuckerbrot-und-Peitsche-Ansatz: Wer kooperiert, erhält Zugang zu Investitionen, Handel und wirtschaftlichem Wachstum. Wer die Abmachungen verletzt, riskiert neue Sanktionen und den Verlust der milliardenschweren Perspektive. Die Strategie ist ein typisches Muster in US-Aussenpolitik.
Für die iranische Führung geht es damit um weit mehr als die Atomfrage. Es geht um die Chance auf einen wirtschaftlichen Neustart nach Jahren der Isolation. Hinter dem Milliardenangebot steht auch eine strategische Hoffnung: Je stärker Iran wirtschaftlich vom Ausland abhängig wird, desto schwieriger wird ein konfrontativer Kurs – und desto eher dürfte sich das Regime langfristig mässigen.