Darum gehts
- Ein 67-jähriger US-Passagier randalierte am 3. September auf einem Flug.
- Er wurde mit Kabelbindern und Klebeband fixiert.
- In einer Anhörung vor Gericht gab er an, sich an nichts mehr zu erinnern.
Er ging einem Mitreisenden an die Kehle, schlug um sich und schrie rassistische Beleidigungen. Der Linienflug AA618 der Fluggesellschaft American Airlines von Dallas nach Newark endete am 3. September mit einer Notlandung in Baltimore. Denn ein amerikanischer Flugpassagier war an Bord völlig ausgerastet. Nur mit Kabelbinder und Klebeband konnte der randalierende Passagier unter Kontrolle gebracht und an seinen Sitz gefesselt werden.
Nun hat der Randale-Passagier Arthur L.* (67) aus Tucson sich erstmals bei einer Anhörung vor Gericht zu dem Vorfall geäussert. Wie «The Banner» berichtet, gab L. bei einer Gerichtsanhörung an, sich an nichts mehr erinnern zu können. Zwei Screwdriver-Cocktails seien wohl die Ursache seines Verhaltens gewesen, erklärte L. Auf die Anklagepunkte angesprochen, reagierte der 67-Jährige unwissend: «Ich habe einen Polizisten angegriffen? Steht das da?», fragte L.. Und ergänzte: «Ich habe meine Brille nicht dabei.»
«Ich habe auf meiner Reise gleich doppelt Pech gehabt»
Auf die weiteren Anschuldigungen angesprochen, meinte L: «Oh mein Gott. Was für ein Durcheinander. Ich kann mich an nichts davon erinnern.» Zeugen hatten ausgesagt, dass der 67-Jährige an Bord zunehmend aggressiv wurde, Passagiere beschimpfte, rassistische Beleidigungen äusserte und sich ungebührlich verhielt. Der bekannte Autor und Rabbi Jonathan Cahn, der neben ihm sass, berichtete, dass die Situation eskalierte, als sich das Gespräch auf Religion verlagerte. «Er hat alle und jeden beleidigt», sagte Cahn gegenüber «The Banner».
L. gab an, dass er nach New York hatte reisen wollen, um seiner Tochter beim Umzug zu helfen. «Ich bin nach New York City gekommen. Ich weiss nicht, wie ich nach Maryland gekommen bin», meinte L. «Ich sollte eigentlich in New Jersey landen», führte er aus. Der 67-Jährige scheint sich selbst als Opfer zu sehen: «Ich habe auf meiner Reise gleich doppelt Pech gehabt. Und jetzt ist es sogar dreifach», erklärte er vor Gericht.
L. wurde vorläufig ohne Kaution freigelassen. Der Richter ordnete an, dass er auf Alkohol und Drogen, mit Ausnahme verschriebener Medikamente, verzichten müsse. Für den 19. Oktober ist ein Prozess angesetzt.
* Name bekannt