Wie bleibe ich trotz der angespannten Weltlage positiv?
«Wir müssen unsere Denkmuster verändern, um Krisen zu meistern»

Tagtäglich sehen wir uns mit neuen Nachrichten konfrontiert – unzählige Tote in Kriegsgebieten, weitere globale Konflikte oder Krisen. Wie soll ich mit der angespannten Weltlage umgehen? Blick hat für dich Tipps, wie du dennoch zuversichtlich bleibst.
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Themen wie der Krieg im Nahen Osten beherrschen aktuell das Welt- und Nachrichtengeschehen. Im Bild: Zerstörtes Gebäude in Beirut nach israelischen Luftangriffen.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Autorin Louise Brown stärkt Zuversicht, indem sie täglich Positives aufschreibt
  • Psychologen empfehlen bewussten Umgang mit Informationen und soziales Engagement
  • Bewegung, Natur und veränderte Denkmuster helfen gegen Stress und Daueranspannung
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Seit einer Woche tobt ein Krieg im Nahen Osten, der Ukraine-Krieg belastet uns seit vier Jahren und das Jahr begann mit der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS. Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Tagtäglich überrollen uns Meldungen aus aller Welt – eine negativer als die andere. Was machen all diese Krisen mit uns und wie finden wir dennoch Zuversicht? 

Dieser Frage geht auch die deutsch-englische Autorin Louise Brown in ihrem kürzlich erschienenen Buch «Zuversicht» nach. Kriege und Krisen setzten Brown immer mehr zu. Sie entschied sich daher für eine besondere Methode, um mehr Zuversicht in ihr Leben zu bringen. Über ihren Selbstversuch hat sie mit der Tageszeitung «Der Bund» gesprochen. 

Schöne Erlebnisse schrieb sie täglich auf

Brown schrieb ein Jahr lang täglich auf, was ihr Positives und Schönes im Alltag begegnete. Das konnten selbst kleine Momente sein – eine im Sonnenschein leuchtende Hausfassade oder Baukräne, die sich so bewegten, als würden sie tanzen, sagt sie dem «Bund». 

«Schnell habe ich gemerkt, dass ich jedes Mal, wenn ich etwas Positives aufgeschrieben habe, einen kleinen Auftrieb in mir gespürt habe. Als ob ich ein kleines Goldstück in meine Tasche gesteckt habe», sagt sie im Interview. Das habe sie angespornt, immer mehr schöne Erlebnisse aufzuschreiben. Und diese ganz bewusst zu erleben. 

«Ich werde etwas dafür tun, dass die Dinge gut werden»

Den Begriff Zuversicht hat die Autorin dabei gezielt gewählt: «Hoffnung ist für mich eine Art passives Wunschdenken, dass die Dinge gut werden. Optimismus ist die Erwartung, dass die Dinge gut werden. Zuversicht ist eine Einstellung: Ich werde etwas dafür tun, dass die Dinge gut werden.» Gerade hierin sieht sie den bestärkenden Faktor. Denn Zuversicht versuche nicht, das Negative auszublenden, sondern eine Balance dazu zu finden.

Mit dieser Ansicht ist Louise Brown nicht allein. Immer wieder empfehlen Experten, bei Krisen etwas aktiv entgegenzusetzen. Blick hat für dich Tipps, wie du trotz der angespannten Weltlage positiv bleiben kannst. 

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Das Mittelmass finden

Während die einen sich von Weltkrisen und Nachrichten komplett abschotten, suchen die anderen rund um die Uhr nach jeder neuesten Meldung. Beide Entwicklungen können problematisch sein, hat die Psychotherapeutin Yvik Adler im Gespräch mit Blick erklärt. Im ersten Fall führe die Abschottung zum Verdrängen. Im zweiten Fall verhindere das Übermass an Informationen, dass man zur Ruhe komme. «Manche werden depressiv», warnt Adler. 

Was kann ich also tun? Sie empfiehlt: Sich über die Weltlage informieren – aber dosiert. Auch Neurowissenschaftlerin Maren Urner hat im Gespräch mit Blick geraten: Konkrete Zeiten für die Smartphone-Nutzung definieren. Denn unser Gehirn habe ein Limit, wie viele Informationen es pro Tag aufnehmen und verarbeiten könne. 

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Einen Ausgleich setzen

Gleichzeitig kann man der Krise aktiv etwas entgegensetzen. Für Projekte spenden, einer Partei beitreten, sich sozial engagieren, empfiehlt Psychotherapeutin Yvik Adler. 

Die Psychologin Myriam Thoma betrachtet Weltkrisen sowie die permanente Informationsflut als grosse Stressoren. «All das erzeugt eine Art unterschwellige Daueranspannung», hat sie im Gespräch mit Blick erklärt. Zusätzlich wirke sich der Stress auch körperlich aus, besonders durch Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen. 

Was dagegen hilft? «Mehr Bewegung im Freien, der Kontakt zur Natur und echte soziale Beziehungen. Es ist wichtig, dass wir lernen, wieder besser auf unseren Körper zu hören – bevor er Alarm schlägt», rät Psychologin Thoma. 

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Denkstrukturen verändern

Krisen und Angst lösten im Menschen biologischen Stress aus, hat Neurowissenschaftlerin Maren Urner im Gespräch mit Blick erklärt. Bleibe dieser Zustand permanent, steige das Risiko für psychische und andere chronische Krankheiten, warnt die Neurowissenschaftlerin. 

Wie kann ich dem entgegenwirken? «Wir müssen unsere Denkmuster verändern, um die Krisen unserer Zeit zu meistern», fordert Urner. Statt statisch zu denken, brauche es ein dynamisches und lösungsorientiertes Denken. Das gelinge, indem man sich öfter frage: «Wofür?» statt «Wogegen?».

Wer sich angesichts der angespannten Lage hilflos fühle, könne unter anderem eine Liste schreiben: «Was ist mir wichtig? Wo möchte ich in meinem Leben hin?» Sie erklärt: «Das kreiert einen neuen Zustand. Die Gegenspielerin der Hilflosigkeit ist die Selbstwirksamkeit.»

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