Darum gehts
- Saharastaub verdunkelt Kreta, der Himmel leuchtet tiefrot, Flüge und Fähren werden annulliert
- Touristen leiden unter Halsschmerzen, starker Wind und riesige Wellen verhindern Baden
- Über 50 Feuerwehreinsätze in Griechenland, SMS warnt vor Wetterextremen
Es könnten Szenen aus dem dritten Teil von «Dune» sein. Doch es ist kein Wüstenplanet, sondern Kreta. Über der griechischen Insel liegt ein apokalyptischer Schleier aus Saharastaub. Ein ungewöhnlich starker Wind hat die Partikel aus Nordafrika hergetragen und färbt den Himmel tiefrot. «Es ist wie bei einer Apokalypse. Ich habe so etwas noch nie gesehen», sagt eine Blick-Leserin (33), die vor Ort in Plakias, im Süden von Kreta ist.
Das Phänomen verdunkelt den Himmel. Anfangs sorgte der Saharastaub für einen helleren orangen Himmel. Jetzt ist er tiefrot gefärbt. «Es ist einem vorgekommen, als ob die Welt untergehen würde. Um uns ist alles rot.»
«Man sieht kaum ein paar Meter weit»
Die Bernerin hat schon ein paar Mal Saharastaub miterlebt, aber noch nie in solcher Konzentration. «Das kann man nicht vergleichen.» Immerhin: Es ist warm – über 20 Grad. Allerdings nimmt der Saharastaub die Sicht. «Man sieht kaum ein paar Meter weit», erzählt sie.
Die kleinen Körnchen schwirren nicht nur in der Luft rum, sondern landen auch in der Lunge. «Wir haben Halsschmerzen und hatten Husten.»
Behörden verschicken Warn-SMS
Überhaupt spielt das Wetter auf der Insel gerade verrückt. In mehreren Regionen Griechenlands kommt es zu starkem Regen, Gewittern und teils Hagel – zunächst im Norden und auf Kreta, danach vor allem im Süden und Osten, wie das griechische nationale Meteorologische Zentrum meldet.
Touristen und die Bewohnenden sollen gemäss «Bild» eine SMS erhalten haben, die zur Einschränkung der Bewegung aufruft. Auf dem Handy der Blick-Leserin kam aber keine Warnung. «Die Bevölkerung hat eine SMS erhalten, wir nicht.»
Die Läden haben gemäss der 33-Jährigen weiterhin geöffnet, man sehe aber, dass die lokalen Anwohner Masken tragen. Für die Schweizerin sind die Ferien erstmals aufgrund des Spektakels gestrichen – bis zur Rückreise am 9. April bleibt nur das Warten auf bessere Bedingungen.