Wertvolle Musiksammlung gestohlen
Pflegerin bestiehlt gelähmten Basler Rentner (66) in Thailand

Vor elf Jahren wanderte der Basler Peter Kalt (66) nach Thailand aus. Seit einem schweren Aortariss ist er ans Bett gefesselt. Was ihm blieb, war seine Musik. Jetzt sind 1000 Vinyls und 400 CDs verschwunden – Erinnerungen an sein Leben. Die Täterin? Seine Pflegerin.
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Der ans Bett gebundene Schweizer Rentner Peter Kalt (66) in seinem Haus im thailändischen Hua Hin.
Foto: Peter Kalt

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Peter Kalt (66) verliert in Thailand Musiksammlung im Wert von 300’000 Franken
  • Seit Riss der Hauptschlagadler ist der Basler an den Beinen gelähmt
  • Diebstahl durch Pflegerin: neun Kisten Vinyls und CDs verschwunden
  • Viele Raritäten und Erinnerungen, unschätzbarer Wert für Kalt
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Es sind nicht nur Schallplatten. Es sind Erinnerungen. Ein ganzes Leben.

Vor elf Jahren wanderte der Basler Peter Kalt (66) nach Thailand aus. Vor fünf Jahren erlitt er einen schweren Aortariss und kann seither seine Beine nicht mehr bewegen. In seinem Haus in Hua Hin ist er ans Bett gebunden.

Was ihm blieb, war die Musik. Seit der Lähmung liess er sich oft Platten auflegen. Kalt besitzt eine grosse Sammlung – oder besser: besass eine grosse Sammlung an Langspielplatten und CDs. Rund 1000 Vinylplatten und 400 CDs. Dafür habe er rund 300’000 Franken ausgegeben, rechnet Kalt vor. Der heutige Wert? Für ihn unschätzbar. Doch jetzt ist alles weg.

Anfang Mai verschwand die gesamte Sammlung spurlos aus dem Haus. Neun Kisten voller Geschichte – einfach weg. Entdeckt wurde der Diebstahl von seiner Frau Brigit beim Putzen. «Es ist nicht nur das Geld», sagt Kalt zu Blick. «Es sind Erinnerungen. Viele Platten waren Raritäten.»

Unersetzliche Sammlung

Die Platten erzählten von seinem Leben: Rolling Stones, Beatles – und seltene Pressungen, die es längst nicht mehr gibt. Verbotene Cover, die nur kurze Zeit verkauft wurden. Unersetzlich.

Der Verdacht fiel schnell auf eine Pflegerin. Die Polizei wurde eingeschaltet, Aufnahmen von Überwachungskameras gesichtet. Bilder zeigen, wie volle Plastiksäcke auf ein Motorrad geladen und ganze Kisten abtransportiert wurden. Die Frau handelte offenbar nicht allein. «Sie hatte wahrscheinlich keine Ahnung, was das alles wert ist», sagt Kalt. «Jemand anderes steckt dahinter.»

Die Pflegerin hatte mehrere Monate im Haus gearbeitet, vermittelt durch eine lokale Agentur. Immer wieder bat sie um Geld. Und wie Kalt und seine Frau bald feststellten, soll die Frau auch Schmuck und Bargeld gestohlen haben.

Rückkehr in die Schweiz?

Die Tatverdächtige ist den Behörden bekannt. Doch passiert ist bisher offenbar nichts. Dies, obwohl die Schallplatten und CDs laut Polizei mittlerweile an einen Käufer in Bangkok geschickt worden seien. Kalt hat die Hoffnung fast aufgegeben, dass der Käufer gefunden und das Diebesgut zurückgebracht wird. «Ich hätte erwartet, dass die Polizei sofort handelt», sagt der Basler. Nun will er einen Anwalt einschalten.

Das Vorgefallene wirft dunkle Schatten auf seine Zeit in Thailand. Hinzu kommt seine Lähmung. Kalt erwägt, vielleicht in die Schweiz zurückzukehren. «Wegen meiner Beine. In der Schweiz gibt es einfach bessere Behandlungsmöglichkeiten.»

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