Darum gehts
- Iran feuert zehn Raketen auf Nordisrael ab
- Schulen landesweit geschlossen, Versammlungen auf 200 Menschen im Freien begrenzt
- Iran droht Israel mit «vernichtenden Schlägen», falls Angriffe nicht aufhören
Der Iran hat erstmals seit Beginn der Waffenruhe Anfang April Raketen auf Nordisrael abgefeuert. Wie die IDF (Israelischen Verteidigungsstreitkräfte) mitteilten, seien rund zehn ballistische Raketen am Sonntagabend (Ortszeit) auf den Norden Israels abgefeuert worden. Um die Bedrohung abzufangen, standen Abwehrsysteme im Einsatz.
Israels Armeesprecher sagte, der Iran habe mit dem Angriff auf das Land einen «schweren Fehler» begangen.
Syrien und der Irak schlossen wegen der überfliegenden Raketen vorübergehend ihren Luftraum. Laut Staatsmedien setzte der Iran alle Flüge am Teheraner Hauptflughafen bis auf Weiteres aus.
Schulen bleiben zu
Israels Heimatschutzkommando reagiert per sofort mit verschärften Massnahmen. Schulen bleiben im ganzen Land geschlossen, Versammlungen im Freien sind auf 200 Menschen begrenzt und in geschlossenen Räumen auf 500.
Die Bevölkerung wurde dringlich gebeten, den Anweisungen der Behörden zu folgen. Die jüngste Angriffswelle erinnert an ähnliche Vorfälle im April.
Damals feuerte der Iran innerhalb weniger Tage mehrere Raketen auf Israel. Auch damals war der Norden sowie der Raum Jerusalem betroffen. Aktuell gibt es keine Informationen über mögliche Schäden oder Opfer. Ein auf X gepostetes Video zeigt einen womöglich schweren Schlag durch eine iranische Rakete:
Iran droht mit Folge-Attacken
Auslöser für die jüngsten Attacken sollen wohl Israels Libanon-Schläge sein. Die iranischen Revolutionsgarden fordern die israelischen Verteidigungsstreitkräfte auf, ihre Angriffe auf den Libanon einzustellen. Sollte dies nicht passieren, würden ihnen «noch vernichtendere und bedauerliche Schläge» folgen.
«Wir hatten zuvor gewarnt, dass wir, falls sich die Verbrechen im Dahiyeh-Viertel von Beirut ausweiten, Ziele in den besetzten Gebieten angreifen werden», so das oberste gemeinsame Militärkommando der Revolutionsgarden.
Ein hochrangiger israelischer Beamter sagte gegenüber dem Nachrichtensender Kanal 12, dass Israel «energisch reagieren» werde. Dabei hatte US-Präsident Donald Trump (79) den israelischen Premier Benjamin Netanyahu (76) eben erst kategorisch vor Beirut-Schlägen gewarnt.
Trump mahnt beide Seiten
Während eine offizielle Stellungnahme Israels fehlt, meldet sich ein anderer zu Wort. Gegenüber Fox News sagte Trump, dass die erneuten Angrife den laufenden Gesprächen «nicht förderlich» seien. Der Angriff werde die diplomatischen Bemühungen erschweren, sagte er. Er habe mit einer Vereinbarung am Montag, Dienstag oder Mittwoch gerechnet, und jetzt passiere das.
Auch für den Iran direkt hat der US-Präsident klare Worte: «Ihr habt eure Raketen abgefeuert, es reicht. Setzt euch wieder an den Verhandlungstisch und schliesst ein Abkommen.»
Trump kritisierte auch Israels Angriffe auf Beirut und sagte, er sei «nicht glücklich darüber». Trump weiter: «Ich rufe Netanyahu jetzt sofort an, um ihm zu sagen, er solle nicht Vergeltung üben.»