Kein Frieden im Libanon. Die Hisbollah lehnt die jüngst getroffenen Bedingungen für eine Waffenruhe mit Israel ab. Das verkündet der Chef der Terrorgruppe, Naim Kassim, in einer Fernsehansprache am Donnerstagnachmittag. «Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils», hat er laut «Focus» gesagt.
Zuvor hatte es so ausgesehen, dass sich Israel und der Libanon nach Monaten heftiger Kämpfe annähern. Nach Gesprächen in Washington teilte das US-Aussenministerium mit, beide Seiten hätten sich auf konkrete Schritte geeinigt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf Israel vollständig einstellt.
Israelische Angriffe am Wochenende
Diese Voraussetzungen scheint die Hisbollah nun deutlich abgelehnt zu haben. Die libanesische Regierung sass zwar mit am Verhandlungstisch, ist aber selbst keine Kriegspartei und hat nur begrenzten Einfluss auf die Terrorgruppe.
Die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien waren von israelischen Angriffen im Nachbarland überschattet worden. Israelische Truppen unternahmen jüngst den tiefsten Vorstoss in das Nachbarland seit 25 Jahren. Tausende Menschen flohen nach weiteren Drohungen vonseiten Israels aus der südlichen Region Beiruts.
Der Iran hatte auf die Eskalation umgehend reagiert und weitere Gespräche mit den USA hinsichtlich eines Friedens abgebrochen. US-Präsident Donald Trump (79) wies Benjamin Netanjahu (76) in einem hitzigen Gespräch zurecht und forderte Israels Premierminister auf, die Angriffe einzustellen.