Darum gehts
- Ex-Cheney-Arzt Jonathan Reiner stellt Trumps Gesundheitszustand öffentlich infrage
- Reiner kritisiert Blutergüsse, Beinschwellungen und häufige kognitive Tests bei Trump
- Gesetzentwurf von Jamie Raskin fordert unabhängige Kommission zur Präsidenten-Gesundheitsprüfung.
Jonathan Reiner, ehemaliger Kardiologe des früheren republikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney (1941–2025), wirft in einem Gastbeitrag für die «New York Times» sieben Fragen zu Trumps Gesundheitszustand auf, basierend auf Erkenntnissen aus Videos und Fotos. Das Weisse Haus reagiert darauf mit Empörung.
Reiner fordert in dem diese Woche veröffentlichten Artikel, dass die Amerikaner «Antworten» zu den gesundheitlichen Problemen ihres Präsidenten verdienten. Die sieben Fragen des Herzspezialisten lauten in Kurzform:
Warum wurde Trump zuletzt von insgesamt 22 Personen untersucht?
Eine aussergewöhnlich hohe Anzahl an Spezialisten, selbst für eine umfassende Gesundheitsuntersuchung von Führungskräften. Welche Fachgebiete hatten sie?
Was ist mit Trumps deutlich sichtbaren Blutergüssen auf seinen Händen?
Leidet Trump an chronischen oder akuten Beinschwellungen?
Trump scheint häufig Schwierigkeiten zu haben, wach zu bleiben. Hat das Ärzteteam des Präsidenten die Ursache für dieses Problem identifiziert?
Und wie wird es behandelt?
Trump unterzog sich im Oktober 2025 einer erweiterten Bildgebung des Herzens und des Bauches. Gab es ein bestimmtes Symptom oder ein klinisches Ereignis, das diese Untersuchungen veranlasste?
Hat das Weisse Haus der Öffentlichkeit Medikamente vorenthalten, die Trump einnimmt?
Warum wurde Trump so häufig einem simplen kognitiven Test unterzogen?
Unabhängige Kommission gefordert
Das Weisse Haus reagierte zunächst mit Lobhudelei auf Trump, «den brillantesten, zugänglichsten und energischsten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte». Anschliessend wurde Reiner als «Arschloch» und «Idiot» bezeichnet, der sich «aus politischen Gründen mit Ferndiagnosen» beschäftige. Er sei eine Schande für seinen Berufsstand.
Reiner liess das nicht auf sich sitzen. In einer Sendung des Fernsehsenders CNN konterte er: «Ich sehe mich eher als Bereicherung, als Ressource für die medizinische Abteilung des Weissen Hauses, denn als ‹Idioten›». Er legte nach: «In einer repräsentativen Demokratie muss das Volk Vertrauen in die Gesundheit seines Präsidenten und seine Fähigkeit, die Nation zu führen, haben. Wir wurden viel zu lange im Dunkeln gelassen.»
Reiners Leitartikel hat die Aufmerksamkeit erneut auf einen Gesetzentwurf des demokratischen Kongressabgeordneten Jamie Raskin (63) gelenkt. Dieser sieht die Einrichtung einer unabhängigen parlamentarischen Kommission zur Beurteilung der Gesundheit und Eignung amtierender Präsidenten vor, um sicherzustellen, dass sensible medizinische Details nicht vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben.