«USA haben die furchterregendste Armee der Erde»
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Trump nach Maduro-Festnahme:«USA haben die furchterregendste Armee der Erde»

«Unsere Streitkräfte haben Geschick bewiesen»
Briten halfen US-Truppen Russen-Tanker zu entern

Der Tanker Bella 1 entzieht sich seit Tagen der US-Küstenwache und befindet sich mittlerweile 200 Kilometer von Island entfernt. Die USA haben das Schiff nun gesichert, der Kreml äussert sich. Gleichzeitig wurde auch ein Schiff in der Karibik gestoppt.
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US-Kampfjets heben in Grossbritannien ab.
Foto: Screenshot X

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Venezolanischer Öltanker Bella 1 flieht seit Dezember vor US-Küstenwache
  • Russisches Marineschiff eskortiert Tanker, der jetzt russische Flagge trägt
  • USA entsenden zehn Militärflugzeuge und beschlagnahmen das Schiff
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Der Öltanker Bella 1 ist am Mittwoch in aller Munde. Der riesige venezolanische Supertanker befindet sich seit Ende Dezember auf der Flucht vor der US-Küstenwache. Das Schiff befindet sich laut Daten von Marine Traffic aktuell etwa 200 Kilometer südlich der isländischen Küste.

Nun zeigt sich: Offenbar eskortieren mehrere russische Schiffe und ein U-Boot momentan den Tanker, wie «CBS News» berichtet. Am Mittwochmittag tauchten auf X neue Aufnahmen der Verfolgungsjagd auf. Russische Staatsmedien veröffentlichten Bilder, auf denen ein Helikopter zu sehen ist, der sich einem Tanker nähert. Wie ein US-Beamter gegenüber NBC News bestätigt, wurde das Schiff gesichert.

Bella 1 im Nordatlantik geentert

Die Beschlagnahmung bestätigten zudem ein US-amerikanischer und ein europäischer Beamter gegenüber «Politico». Wenig später folgte dann die offizielle Bestätigung durch das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom).

Die Operation wurde vom Heimatschutzministerium mit Unterstützung des US-Militärs geleitet. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hatten zwei US-Offizielle zuvor einen Enterversuch bestätigt.

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Operation auch in der Karibik

Während des Einsatzes in Europa hat die US-Küstenwache laut Angaben des US Southern Command ausserdem einen weiteren mit Venezuela in Verbindung stehenden Tanker in lateinamerikanischen Gewässern abgefangen, wo die USA weiterhin eine maritime «Blockade» gegen sanktionierte Schiffe aus Venezuela durchsetzen.

US-Militär entert Tanker in der Karibik
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Aktion im Dunkeln:US-Militär entert Tanker in der Karibik

Einem Post des Southern Commands auf X zufolge, handelt es sich bei dem Tanker um ein staatenloses, sanktioniertes Schiff. «Das beschlagnahmte Schiff, die M/T Sophia, operierte in internationalen Gewässern und führte illegale Aktivitäten in der Karibik durch.» Die Beschlagnahmung erfolgte ohne Zwischenfälle. Die M/T Sophia soll nun «zur endgültigen Klärung des Falls» in die USA eskortiert werden.

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Bei beiden Einsätzen berief sich das US-Militär auf den Schutz der westlichen Hemisphäre. Mit der westlichen Hemisphäre ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegender Inseln gemeint.

Wo befindet sich die Marinera?

Der Tanker Marinera, der derzeit keine Ladung an Bord hat, war früher für den Transport von venezolanischem Rohöl bestimmt. Dabei sollen auch US-Sanktionen umgangen worden sein. Noch im Dezember versuchte die US-Küstenwache, Bella 1 in der Karibik zu stoppen – ohne Erfolg.

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Bereits am Dienstag soll es offenbar zu einer versuchten US-Kontrolle gekommen sein. Nun soll der Tanker seinen Kurs geändert haben, statt unter guyanischer Flagge unter russischer Flagge fahren und sich in Marinera umbenannt haben.

Kampfjets mobilisiert

Wegen der Verlegung des Tankers Richtung Europa haben die USA rund zehn Militärtransportflugzeuge und Helikopter mobilisiert. Das Schiff steht seit 2024 aufgrund mutmasslicher Verbindungen zum Iran und der libanesischen Hisbollah unter US-Sanktionen.

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Das russische Aussenministerium erklärte hingegen, das Schiff befolge alle Normen des internationalen Seerechts: «Unser Schiff fährt derzeit in den internationalen Gewässern des Nordatlantiks unter der Staatsflagge der Russischen Föderation. Aus uns unerklärlichen Gründen wird das russische Schiff von den US-amerikanischen und Nato-Streitkräften übermässig und unverhältnismässig beobachtet, obwohl es sich in einem friedlichen Status befindet.»

Moskau ergänzte am Abend: «Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern», hiess es. Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäss registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hiess es. Diese sei ordnungsgemäss und nach internationalem Recht erteilt worden.

Diplomatische Spannungen zwischen Moskau und Washington?

Der Tanker Marinera befand sich in der Nacht auf Dienstag vermutlich zwischen Schottland und Island, wobei Entfernung und Wetter ein Entern erschwerten. Vor einem möglichen US-Militäreinsatz von Grossbritannien aus würde Washington das Vereinigte Königreich informieren, hiess es. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, es habe die Bemühungen zur Beschlagnahmung des Russen-Tankers im Nordatlantik am Mittwoch unterstützt, unter anderem mithilfe von Flugzeugen der Royal Air Force.

«Unsere britischen Streitkräfte haben heute Geschick und Professionalität bewiesen, indem sie die erfolgreiche Abfangaktion des Schiffes Bella 1 durch die USA auf dem Weg nach Russland unterstützten», lobte der britische Verteidigungsminister John Healey in einer Stellungnahme. Die Massnahme sei Teil globaler Bemühungen zur Bekämpfung von Sanktionsumgehungen gewesen.

Healy lobt britische Streitkräfte

«Dieses Schiff mit seiner ruchlosen Geschichte ist Teil einer russisch-iranischen Achse der Sanktionsumgehung, die Terrorismus, Konflikte und Elend vom Nahen Osten bis zur Ukraine anheizt», so Healey weiter. Grossbritannien werde seine Massnahmen gegen Schattenflottenaktivitäten weiter verstärken, kündigte er an.

Nach internationalem Recht stehen Schiffe unter dem Schutz ihres Flaggenstaates, doch laut Dimitris Ampatzidis, Risikoanalyst bei der Datenplattform Kpler, ändern Namens- oder Flaggenwechsel wenig: US-Massnahmen richten sich nach der IMO-Nummer, Eigentums- und Kontrollstrukturen sowie der Sanktionshistorie. Ein Wechsel ins russische Register könnte diplomatische Spannungen verursachen, würde US-Durchsetzung aber nicht verhindern, erklärt dieser gegenüber dem britischen Sender.

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