Darum gehts
- Donald Trump kontrolliert Venezuelas Öleinnahmen und kündigt Lieferungen in die USA an
- Zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Öl sollen geliefert werden
- Venezuelas Ölproduktion liegt aktuell bei knapp einer Million Barrel täglich
Donald Trump (79) greift direkt in Venezuelas Ölindustrie ein: Der US-Präsident sichert sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf des südamerikanischen Landes.
Auf seiner Online-Plattform Truth Social kündigte der Republikaner an, dass die Übergangsregierung von Venezuela zwischen 30 und 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl an die USA liefern werde. Unklar ist, über welchen Zeitrahmen.
De facto hat Trump damit das Sagen über Venezuelas Ölindustrie. Das Öl werde zu Marktpreisen verkauft und die Einnahmen «von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es dem venezolanischen Volk und den Vereinigten Staaten zugutekommt».
Plan werde «sofort» umgesetzt
Die Lieferung soll direkt per Schiff in US-Häfen erfolgen. Energieminister Chris Wright (60) wurde angewiesen, den Plan «sofort» umzusetzen.
Trump begründet den Deal mit nationaler Sicherheit und wirtschaftlicher Kontrolle: Die USA sollen die Gewinne aus dem Ölverkauf direkt steuern und so «die Interessen der Vereinigten Staaten sichern».
Ölpreis stabil
Der Machtwechsel in Caracas mit dem Sturz von Langzeitdiktator Nicolás Maduro (63) durch die USA vermochte die Ölmärkte bislang nicht zu beunruhigen. Der Preis für das Barrel Brent Crude verharrt bei rund 60 Dollar.
Venezuela produziert derzeit knapp eine Million Barrel Öl pro Tag. Ende der 90er-Jahre unter Hugo Chávez (1954–2013) hatte Venezuela noch stolze 3,5 Millionen Barrel pro Tag gefördert. Trotz der weltgrössten Reserven produziert das Land nur etwa ein Prozent der globalen Ölmenge.
«Schattenflotte»-Tanker entkommt US-Küstenwache
Nach der Enterung von zwei Öltankern im Dezember, die sanktioniertes Öl aus Venezuela geladen hatten, war es der US-Küstenwache trotz tagelanger Verfolgungsjagd nicht gelungen, den Tanker Bella 1 zu beschlagnahmen. Wie Fox News berichtet, hat der Tanker der sogenannten Schattenflotte Venezuelas seinen Rumpf inzwischen mit der russischen Flagge bemalt und seinen Namen in Marinera umbenannt, um einer Beschlagnahmung durch die USA zu entgehen.
Das Schiff soll unlängst vor Irland gesichtet worden sein. Russland, so heisst es, habe inzwischen ein U-Boot und Marineeinheiten entsandt, um den Tanker in russische Gewässer zu eskortieren. Der staatsnahe russische Auslandssender RT veröffentlichte ein Video, das vom Deck des Tankers aufgenommen wurde und angeblich ein Schiff der US-Küstenwache zeigt, das den Tanker verfolgt.
Marinera hat keine Ölladung an Bord. Der Tanker kam aus dem Iran und hatte nicht in Venezuela angelegt.