Angst vor Kampfdrohnen
Putin stellt neue Schutztürme um Ferienresidenz auf

Bereits im Jahr 2023 begann Wladimir Putin, seine Ferienresidenz mit Flugabwehrsystemen zu schützen. Aus einem Abwehrturm im März 2024 sind mittlerweile 30 geworden.
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Wladimir Putin rüstet bei seiner Ferienresidenz in Waldai auf.
Foto: IMAGO/Gavriil Grigorov

Darum gehts

  • Wladimir Putin scheint mit vermehrten Drohnenangriffen auf seine Ferienresidenz zu rechnen
  • Satellitenbilder zeigen schon wieder neue Raketenschutztürme
  • Mittlerweile sollen es 30 solcher Türme sein
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Angela RosserJournalistin News

Über die Ferienresidenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin (74) am Waldai-See (Region Nowgorod) ist nicht allzu viel bekannt. Das Anwesen soll aber rund 250 Hektar umfassen.

Für eine solche Fläche braucht es auch einiges an Infrastruktur. Nicht nur eine riesige Sauna, ein Golfplatz und sogar eine Kirche sollen auf dem Anwesen stehen, sondern auch umfassende Schutzvorrichtungen.

Noch mehr Flugabwehrtürme

Wie der Sender Radio Free Europe/Radio Liberty, der von den USA finanziert wird, berichtet, rüstet der 74-Jährige nun erneut auf, um sich gegen mögliche Drohnenangriffe abzusichern. Neue Satellitenbilder sollen vier zusätzliche Flugabwehrtürme rund um das weitläufige Anwesen zeigen, das etwa auf halber Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg liegt.

Demnach befindet sich der nächstgelegene der neu entdeckten Türme nur rund 400 Meter vom Hauptgebäude entfernt. Insgesamt sollen mittlerweile etwa 30 solcher Konstruktionen in der Umgebung der Residenz stehen.

Keine Bestätigung von einsatzbereiten Abwehrsystemen

Die erhöhten Plattformen sind offenbar für Flugabwehrsysteme wie das Pantsir-S1 vorgesehen. Bei Pantsir handelt es sich um ein russisches, bodengestütztes Flugabwehrsystem für kurze bis mittlere Reichweite. Es kombiniert Raketen und Kanonen, um Ziele wie Flugzeuge, Drohnen und Marschflugkörper abzuwehren.

Durch ihre Position oberhalb der Baumkronen können entsprechende Radaranlagen tieffliegende Drohnen besser erkennen. Ob sämtliche Türme bereits mit einsatzbereiten Flugabwehrsystemen ausgestattet sind, geht aus den Berichten nicht hervor.

Die militärische Absicherung des Anwesens wird offenbar bereits seit mehreren Jahren ausgebaut. Schon Anfang 2023 wurde ein erstes Pantsir-S1-Flugabwehrsystem in der Umgebung entdeckt. Im Frühjahr 2024 folgten gemäss Recherchen erste eigens errichtete Abwehrtürme.

Neue Anlagen und Drohnenabwehrnetze

Im April 2026 berichtete Radio Free Europe/Radio Liberty unter Berufung auf Satellitenbilder, dass allein im März sieben weitere Türme gebaut worden seien. Damit sei die Zahl der Flugabwehrstellungen damals auf 27 gestiegen. Einige der neuen Anlagen waren den Recherchen zufolge bereits mit Pantsir-Systemen ausgestattet.

Auch am Boden sollen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden sein. Anfang Juni berichteten unabhängige russische Medien über Drohnenabwehrnetze, die rund neun Kilometer von der Residenz entfernt über Verkehrswegen und Lastwagenabstellplätzen installiert worden seien.

Mehr ukrainische Angriffe im Hinterland

Solche Netze kommen auch im Ukraine-Krieg zum Einsatz, um Fahrzeuge vor Angriffen mit kleinen Drohnen zu schützen. Nach Einschätzung von Militäranalysten könnten die Anlagen in Waldai dazu dienen, Fahrzeugkolonnen und wichtige Zufahrtswege abzusichern.

Die Berichte über die zusätzlichen Verteidigungsanlagen fallen in eine Zeit, in der die Ukraine vermehrt Ziele tief im russischen Hinterland mit Drohnen angreift. Dass Russland deshalb den Schutz wichtiger Einrichtungen verstärkt, gilt als naheliegend. Eine offizielle Bestätigung der jüngsten Baumassnahmen rund um Putins Residenz liegt allerdings nicht vor.

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