Verschwörungstheorie um Kinderhandel
Falsche Plüschtier-Inserate verstören User auf X

Eine Nutzerin auf X teilt eine bizarre angebliche Vinted-Anzeige und sorgt damit für Verwirrung. Laut ihr kann man bei der Secondhand-Plattform nicht nur Kinderplüschtiere, sondern direkt das Kind dazu kaufen.
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Diese angeblichen Verkaufsanzeigen auf Vinted lösen eine Kettenreaktion aus. Nutzer vermuten Kinderhandel und teilen die Anzeigen per Screenshot in den sozialen Medien.
Foto: Screenshot / X

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Auf Vinted kursieren angeblich absurde Inserate, darunter ein Plüschhund für 28'000 Franken.
  • Die Faktencheck-Website Mimikama widerlegt Gerüchte über Kinderhandel, vergleicht mit dem Wayfair-Mythos 2020.
  • Polizei Hessen untersucht die angeblichen Anzeigen, hält sie für Fakes und rät zu Meldungen.
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Eine X-Userin machte auf der Onlineplattform Vinted angeblich eine unheimliche Entdeckung. Derzeit würden dort vermehrt Inserate von Kuscheltieren zu einem absurd hohen Preis kursieren, behauptet sie. Ein Blick in die Beschreibung soll dabei klarmachen, wieso der Plüschhund fast 28'000 Franken kostet: «Neun Jahre, weiblich, weiss, Jungfrau», stehe da, schreibt die Userin.

In ihrem Post schreibt sie schockiert: «Auf Vinted werden einfach Kinder verkauft!» Unterdessen wurde der Beitrag schon über sechs Millionen Mal aufgerufen und fast 3000 Mal geteilt. Im Internet verursachen solche Meldungen regelmässig eine Kettenreaktion in alle Richtungen.

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Die Theorie ist nicht nachweisbar

Wie die Kommentare zeigen, glauben viele an die Echtheit des Inserats. Laut ihnen gibt es solche Anzeigen auch auf ähnlichen Seiten wie Etsy, Ebay oder Facebook Marketplace. Die gemeinnützige Organisation und Faktencheck-Website Mimikama verweist in diesem Zusammenhang aber auf den Wayfair-Mythos. Bereits 2020 verursachten bizarre angebliche Inserate von Möbelstücken ein Lauffeuer von Theorien über pädokriminelle Netzwerke.

Aber: Weder im Wayfair-Fall noch bei den Gerüchten um Vinted, die in Frankreich bereits seit 2023 im Umlauf sind, konnte Kinderhandel tatsächlich nachgewiesen werden. Es gibt keinen einzigen Beweis dafür. Nur Posts mit wohl gefälschten Screenshots, die die Existenz dieser Inserate beweisen sollen. Diese kämen überwiegend aus verschwörungstheoretischen Ecken, so Mimikama.

Die Verschwörungstheorien aus dem Wayfair-Fall tauchen auch in den Kommentaren unter dem aktuellen X-Post auf. Eine Nutzerin berichtet überzeugt von einem Fall aus Amerika: «Die Möbel hatten Mädchennamen und absurd hohe Preise. Die Namen tauchten dann in den Epstein-Akten auf.»

Andere hingegen erkennen die Irreführung: «Wer an sowas glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann», meint ein User. Die Echtheit der Screenshots wird angezweifelt. «Komisch, dass alle Screenshots Angebote anzeigen, die erst vor wenigen Sekunden hochgeladen wurden.» Viele merken auch an, dass es sich bei den geschmacklosen Anzeigen-Screenshots um gezieltes Trolling handelt, weil sie so viel Aufmerksamkeit erzielen.

Unterdessen ist die hessische Polizei involviert

Auch die Polizei aus dem deutschen Bundesland Hessen reagiert auf die angeblichen Inserate. In einem Facebook-Post von Mittwoch gibt sie an, vermehrt Hinweise zu irritierenden Verkaufsanzeigen auf Vinted erhalten zu haben. Diese Hinweise werden laut dem Post aktuell geprüft.

Allerdings deutet vieles darauf hin, dass es sich um Fake-Anzeigen handelt. Zudem bittet die Polizei explizit darum, diese nicht ungeprüft als Screenshot oder Link zu teilen. Stattdessen sollte man die Inserate bei der Plattform melden.

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