«Er wird planmässig durch ein Erschiessungskommando getötet, aber diese Hinrichtung wird nicht live übertragen.» Mit diesem Satz beendet US-Präsident Donald Trump die Pläne seines Verteidigungsministers Pete Hegseth. Dieser hatte letzte Woche angekündigt, die Exekution des Ford-Hood-Attentäters Nidal Hasan in einem Livestream übertragen zu wollen.
In einem Post auf seiner Plattform Truth Social zeigt Trump am Donnerstag Verständnis für die Pläne seines Verteidigungsministers. «Ich denke, die Live-Übertragung der Hinrichtung hätte die Weltöffentlichkeit möglicherweise stark abschrecken können, indem sie gezeigt hätte, wie Amerika mit Terroristen und Abschaum wie Hasan umgeht.» Aber: «Viele Gutmenschen möchten jedoch nicht zusehen, wie er stirbt – weder per Livestream noch auf anderem Wege.»
2009 erschoss der damalige Militärpsychiater Hasan auf einem US-Stützpunkt 13 Menschen. Angehörige der Verstorbenen sollen die Hinrichtung, wenn sie das wollen, persönlich verfolgen dürfen, so Trump weiter. «Sie haben ein Recht darauf, Zeugen der Gerechtigkeit zu werden!»
Empörung in den USA
Ende letzter Woche hatte sich Trump noch positiver über die Live-Hinrichtung von Hasan geäussert. «Sie wollen das machen, weil sie ein Exempel statuieren wollen», sagte der Präsident in dem Interview, das auf der Plattform X publiziert wurde. «Ich war nicht involviert in die Entscheidung, aber ich verstehe sie.»
Hegseths Plan einer öffentlichen Hinrichtung in den USA hatte im ganzen Land Empörung ausgelöst. So hatten etwa die katholischen Bischöfe der Vereinigten Staaten entsetzt auf die Ansage reagiert, wie der «Spiegel» berichtet. Auch in Trumps engstem Kreis sorgte der barbarische Plan für Unsicherheit.
Vizepräsident J. D. Vance kündigte beispielsweise an, die Hinrichtung nicht im Livestream verfolgen zu wollen und äusserte bereits Bedenken zur Umsetzbarkeit des Ganzen. «Wenn es letztendlich live übertragen wird, werde ich es mir nicht ansehen», so Trumps Vize zu einer Reporterin.