Darum gehts
- Hegseth plant Nidal Hasans Hinrichtung am 3. Dezember live
- 2009 erschoss der Militärpsychiater in Fort Hood 13 Menschen
- Trump billigte sie; Bischöfe, Vance und Tillis üben Kritik
Eine Hinrichtung im Livestream. Das ist der Plan von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (46). Der Fort-Hood-Attentäter Nidal Hasan (56) soll am 3. Dezember vor laufender Kamera hingerichtet werden. 2009 erschoss der damalige Militärpsychiater auf einem US-Stützpunkt 13 Menschen.
US-Präsident Donald Trump (80) hatte die Hinrichtung Nidals durch ein Erschiessungskommando bewilligt. In einem Video auf der Plattform X äussert er sich nun zu den Plänen seines Verteidigungsministers.
«Ich verstehe die Entscheidung»
«Sie wollen das machen, weil sie ein Exempel statuieren wollen», sagt Trump in dem Interview. «Ich war nicht involviert in die Entscheidung, aber ich verstehe die Entscheidung», führt der US-Präsident weiter aus. Auch gegenüber der «Washington Post» erklärte Trump, dass er die Live-Übertragung der Hinrichtung «absolut» befürworte.
Die Ankündigung einer öffentlichen Hinrichtung in den USA hatte im ganzen Land Empörung ausgelöst. So haben etwa die katholischen Bischöfe der Vereinigten Staaten entsetzt auf die Ansage reagiert, wie der «Spiegel» berichtete. Auch in Trumps engstem Kreis sorgt der barbarische Plan von Hegseth für Unsicherheit.
Kritik von Republikanern
Vizepräsident J. D. Vance kündigte beispielsweise an, die Hinrichtung nicht im Livestream verfolgen zu wollen. «Wenn es letztendlich live übertragen wird, werde ich es mir nicht ansehen», so Trumps Vize zu einer Reporterin. Vance sei sich auch unsicher, ob das Vorhaben überhaupt umsetzbar ist. «Ich weiss nicht, ob das tatsächlich passieren wird», sagte er laut Reuters.
Auch der republikanische US-Senator Thom Tillis aus North Carolina zeigte sich entsetzt ab der Idee. In einem Beitrag auf den sozialen Medien nannte er die Live-Hinrichtung «mehr als widerlich».
Verhältnismässig positiv nahm jedoch ein Überlebender des Ford-Hood-Attentats die Nachricht auf. Alonso Lunsford sagte gegenüber TMZ, er plane, dem Verurteilten während der Hinrichtung in die Augen zu sehen. Er habe die Hoffnung, so endlich mit der Sache abschliessen zu können. Trotzdem findet Lunsford: Kinder und Jugendliche sollen keinen Zugang zum Livestream erhalten.