Darum gehts
- Ein Kubaner wurde von der Trump-Regierung am 30. Juli nach Afrika abgeschoben.
- Er und 35 weitere Migranten sitzen mittellos in der Zentralafrikanischen Republik fest.
- Das Spendenziel von 10'000 US-Dollar für einen Neuanfang ist noch lange nicht erreicht.
Der Kubaner Yasmany Moreno (32) hatte bereits über ein Jahr in verschiedenen Ausschaffungsanstalten der USA verbracht, als er am Morgen des 30. Juli in ein Flugzeug gesetzt wurde. Niemand sagte Moreno, der ursprünglich mit einem vorübergehenden Schutzstatus in die Vereinigten Staaten gekommen war, wohin er fliegen würde, bis ihm fünf Stunden nach dem Start ein Einwanderungsbeamter mitteilte, dass sie nach Afrika fliegen würden.
«Ich dachte ehrlich gesagt, es sei ein schlechter Scherz, weil der Polizist lachte, als ob er sich über mich lustig machen würde», sagte Moreno vor einigen Tagen der «Tampa Bay Times». Doch auch einen Monat nach seiner Ankunft mit 35 weiteren Migranten, die mit einem 21-stündigen Flug ausgeschafft wurden, befindet er sich noch immer in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Er und die anderen Migranten verfügen weder über Pässe noch über Informationen, wie es mit ihnen weitergeht.
ICE fühlt sich nicht mehr zuständig
«Das ist eine völlig unmenschliche Situation», ärgert sich Moreno. «Was machen wir hier? Diese Frage stellen wir uns jeden Tag.»
Das US-Aussenministerium warnt Staatsbürger aktuell vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik. Das Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten verteidigt die Abschiebungen gegenüber der «Times». Die Trump-Regierung, einschliesslich der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, nutze «alle rechtmässigen Mittel», um die ihrer Ansicht nach «grösste Ausschaffungssaktion der Geschichte» durchzuführen. «Sobald sich eine Person nicht mehr in ICE-Gewahrsam befindet, ist ICE auch nicht mehr für sie verantwortlich», erklärt die Behörde weiter. Das sei logisch.
Kubaner startet Online-Spendenaktion
Moreno leidet an Diabetes und Asthma. Der 21-stündige Ausschaffungsflug hat ihm stark zugesetzt. Er sei vier Tage lang krank gewesen, erzählt er. Der Kubaner ist verzweifelt, vermisst seine Familie.
Weil nichts passiert, hat er mittlerweile eine Online-Spendenaktion ins Leben gerufen, um sich und anderen Ausgeschafften einen Neuanfang in Bangui zu ermöglichen. Das Spendenziel von 10'000 US-Dollar ist aber noch lange nicht erreicht.